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Sachsen

Corona in 18 sächsischen Pflegeheimen

Die Corona-Lage in Sachsens Alten- und Pflegeeinrichtungen spitzt sich zu. Viele Infizierte stammen aus einem Heim in Zwönitz.

Das ASB-Seniorenpflegeheim in Hohnstein steht wegen des Coronavirus unter Quarantäne.
Das ASB-Seniorenpflegeheim in Hohnstein steht wegen des Coronavirus unter Quarantäne. © dpa-Zentralbild

Dresden/Zwönitz. In sächsischen Alten- und Pflegeheimen haben sich bislang 166 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Unter ihnen seien 97 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 69 Pflegekräfte und Mitarbeiter, sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Montag in Dresden. Insgesamt sind demnach 18 Einrichtungen im Freistaat betroffen. 

Neben einer Einrichtung in Hohnstein (Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) ist demnach insbesondere das von der Diakonie getragene "Bethlehemstift" in Zwönitz (Erzgebirgskreis) betroffen. Dort waren nach Betreiberangaben bis Freitagabend bereits 53 der 85 pflegebedürftigen Bewohner (62 Prozent) und damit mehr als die Hälfte aller sächsischen Corona-Infizierten in sächsischen Pflegeheimen positiv auf das neuartige Virus getestet worden.

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03.04.2020, Sachsen, Zwönitz: Das Altenpflegeheim Bethlehemsstift. In der Einrichtung im Erzgebirgskreis wurde bei bisher 48 Bewohnern und 29 Mitarbeitern das Coronavirus nachgewiesen. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
03.04.2020, Sachsen, Zwönitz: Das Altenpflegeheim Bethlehemsstift. In der Einrichtung im Erzgebirgskreis wurde bei bisher 48 Bewohnern und 29 Mitarbeitern das Coronavirus nachgewiesen. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ © dpa-Zentralbild

Wie eine Sprecherin des Diakonischen Werks Aue/Schwarzenberg dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage weiter sagte, sind bislang sechs der betroffenen Heimbewohner infolge einer Coronavirus-Infektion gestorben. Auch 37 der 81 Mitarbeiter (46 Prozent) des Altenpflegeheims seien bereits positiv auf das Virus getestet worden. Die erste Corona-Infektion einer Bewohnerin der Einrichtung war demnach am 26. März bekanntgeworden. 

Im "Bethlehemstift" wurden positiv und negativ getestete Bewohner nach Angaben der Sprecherin inzwischen getrennt voneinander untergebracht. Positiv getestetes Personal, das keine Symptome verspüre und sich fit fühle, könne weiterhin zur Pflege ebenfalls positiv getesteter Bewohner eingesetzt werden, sagte sie. Insgesamt achte man streng auf die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts. 

Laut Ministerin Köpping breitet sich das Virus im gesamten sächsischen Gesundheitswesen weiter aus. Neben den Alten- und Pflegeheimen haben ihren Angaben nach noch 15 weitere Einrichtungen, etwa für Menschen mit Behinderung, bislang insgesamt 16 infizierte Bewohner und acht infizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeldet. Hinzu kommen unter anderen 18 infizierte Ärztinnen und Ärzte und 14 positiv getestete Pflegekräfte in insgesamt 25 sächsischen Krankenhäusern. 

Sachsenweit hatten sich bis Montagnachmittag demnach 3.079 Menschen mit dem Virus infiziert. Das waren 91 mehr als noch am Sonntag. 35 Menschen in Sachsen sind bislang infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Wegen möglicher Meldeverzögerungen nach dem Wochenende gebe es nach wie vor keinen Grund zur Entwarnung, betonte Köpping.

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Aktuell werden im Freistaat den Angaben nach 79 Menschen infolge einer Coronavirus-Infektion auf einer Intensivstation behandelt. Darunter sind auch sechs Patienten aus Frankreich und sieben Patienten aus Italien. Laut Köpping werden in Sachsen derzeit täglich rund 5.100 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt. Eine Strategie zum weiteren Ausbau der Kapazitäten solle in den kommenden Tagen vorgestellt werden, sagte sie. (epd)

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