merken
Sport

Bundesliga für Neustart bereit

Die Deutsche Fußball-Liga hat ein Konzept vorgestellt, wie die Saison mit Geisterspielen zu Ende gebracht werden könnte. Die Entscheidung trifft die Politik.

Zwei "Geister" wollen ins Stadion, aber auch sie müssen draußen bleiben. Die Partie von Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln am 11. März war die letzte in der Fußball-Bundesliga vor der Corona-Pause. Ob und wann es weitergeht, ist offen.
Zwei "Geister" wollen ins Stadion, aber auch sie müssen draußen bleiben. Die Partie von Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln am 11. März war die letzte in der Fußball-Bundesliga vor der Corona-Pause. Ob und wann es weitergeht, ist offen. © dpa/Fabian Strauch

Von Jan Mies

Frankfurt/Main. Der Spielbetrieb in der Fußball-Bundesliga und der zweiten Liga bleibt bis auf Weiteres ausgesetzt. Die 36 Profi-Klubs seien aber "bereit", sobald die Politik den Termin für den Neustart festlege, sagte Christian Seifert, Chef der Deutschen Fußball-Liga (DFL), am Donnerstag nach der Mitgliederversammlung. Selbst ein Datum festzulegen, "wäre anmaßend, gehört sich auch nicht und liegt nicht an uns". Die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel konferieren am 30. April - dann könnte eine Entscheidung fallen.

Anzeige
"Capriccio" im Semperoper-Stream erleben
"Capriccio" im Semperoper-Stream erleben

Ab Pfingstsamstag ist die hochkarätig besetzte Dresdner Neuproduktion unter der Musikalischen Leitung von Christian Thielemann im Streaming-Angebot.

"Wir haben es nicht in der Hand, ob wir überhaupt spielen. Und wenn ja, wann", sagte Seifert. "Wir haben nur in der Hand, die Rahmenbedingungen zu schaffen. Wir haben mehrere Spielplanoptionen." Das erste Mai-Wochenende sei "nicht realistisch". Sollte die Politik beschließen, dass es am 9. Mai weitergehen könnte, "dann werden wir am 9. Mai bereit sein".

Die beiden höchsten Spielklassen pausieren bereits seit Mitte März. Die Diskussionen über den Neustart hatten in dieser Woche Fahrt aufgenommen, nachdem die Ministerpräsidenten Markus Söder (Bayern/CSU) und Armin Laschet (Nordrhein-Westfalen/CDU) öffentlichkeitswirksam den 9. Mai als möglichen Termin ins Spiel gebracht hatten. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte in einem Interview erklärt, er freue sich auf eine Fortsetzung der Saison mit Geisterspielen. Dagegen haben sich Fan-Gruppierungen, zu denen auch Dynamos Ultras gehören, eindeutig gegen eine Weiterführung der Saison ohne Zuschauer ausgesprochen.

Bis zur Nacht auf den 4. Mai gelten in Deutschland noch strikte Kontaktbeschränkungen.

Finanziell scheinen die Vereine inzwischen etwas besser abgesichert zu sein. Mit "fast allen" Medienpartnern sei eine Einigung für eine Vorauszahlung der noch ausstehenden TV-Prämien erzielt worden. "Wir haben intensive Gespräche geführt, die waren geprägt von Respekt", sagte Seifert. "Es wurden auch Vereinbarungen getroffen, wie damit umzugehen ist, sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden können. Klar ist auch: Sollte die Saison nicht wieder starten, greifen gewisse Mechanismen zur Rückzahlung."

Maximal 300 Personen im Stadion

Zur Fortsetzung des Spielbetriebes hat eine Experten-Kommission der DFL ein Konzept erarbeitet, das den Klubs am Donnerstag vorgestellt wurde. Dieses enthält unter anderem strikte organisatorische Vorgaben. So sollen maximal ca. 300 Personen an der Durchführung einzelner Geisterspiele beteiligt werden - Spieler und Trainer eingeschlossen. Zudem gibt die von DFB-Chefmediziner Tim Meyer geleitete Task Force klare Vorgaben für Hygienemaßnahmen. 

Die Spieler sollen während der Saison engmaschig auf das Coronavirus getestet werden, mindestens einmal pro Woche. Dafür rechnet die DFL mit einem Bedarf von rund 20.000 Tests. "Wir haben auch hier eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, mit insgesamt fünf Laborverbänden", sagte Seifert. "Alle Labore haben uns schriftlich versichert, dass die derzeitigen Kapazitäten ausreichend sind und durch Covid-19 keine Limitierung der Testkapazitäten auftreten."

Weiterführende Artikel

Soll die Fußball-Saison abgebrochen werden?

Soll die Fußball-Saison abgebrochen werden?

Dass Fans nicht ins Stadion können, ist längst ausgemacht. Aber ob Geisterspiele stattfinden dürfen – daran entzündet sich die Debatte. Unser Pro und Kontra.

"Für Geisterspiele kann ich mich nicht begeistern"

"Für Geisterspiele kann ich mich nicht begeistern"

Eduard Geyer spricht sich für ein Saisonende aus. Warum der Fußball jetzt nicht an erster Stelle stehen darf, erklärt er im exklusiven Interview.

Wie riskant sind Geisterspiele in der Corona-Krise?

Wie riskant sind Geisterspiele in der Corona-Krise?

In der Diskussion um Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga gehen die Meinungen auseinander - Fragen und Antworten.

Darüber, ob die Fußball-Profis trotz fehlender Symptome ständig kontrolliert werden sollen, hatte sich ein fast schon gesellschaftspolitischer Streit entbrannt. Auch das Robert Koch-Institut meldete Zweifel an der Sinnhaftigkeit an. Das Bundesinnenministerium sprach sich gegen die baldige Terminierung des Neustarts aus.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Mittwoch aber erneut Hoffnung auf den baldigen Anpfiff der Geisterspiele gemacht - funktionierende Schutzmaßnahmen vorausgesetzt. "Wenn das gelingen kann bei minimiertem und so gut wie möglich ausgeschlossenem Infektionsrisiko, dann kann das sicherlich gehen", sagte Spahn. (dpa)

Mehr zum Thema Sport