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Geyer: Dynamo trifft es besonders hart

Von Fairness und Gleichheit könne keine Rede mehr sein, sagt der einstige Meistertrainer. Und das gilt nicht erst seit der Quarantäne für das gesamte Team.

Der frühere Dynamo-Trainer Eduard Geyer war von vornherein dagegen, die Saison mit Geisterspielen fortzusetzen. Nun sieht er einen Wettbewerbsnachteil für seinen Heimatverein.
Der frühere Dynamo-Trainer Eduard Geyer war von vornherein dagegen, die Saison mit Geisterspielen fortzusetzen. Nun sieht er einen Wettbewerbsnachteil für seinen Heimatverein. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Er war dafür, die Fußball-Saison konsequent abzubrechen. Nun fühlt sich Eduard Geyer in seiner Meinung bestätigt. Nachdem das Gesundheitsamt Dresden am Samstag die gesamte Mannschaft sowie den Trainer- und Betreuerstab von Dynamo für zwei Wochen in häusliche Quarantäne geschickt hat, sieht der frühere Meistertrainer die Chancengleichheit in der zweiten Liga nicht mehr gegeben.

"Die ganze Situation ist nicht fair. Man kann das nicht vergleichen mit einer normalen Saison, es ist überall kompliziert geworden. Von Fairness und Gleichheit kann man nicht reden", sagte der 75-Jährige am Montag dem Sportinformationsdienst sid: "Und für Dynamo Dresden ist es jetzt besonders hart."

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Schon vor der Quarantäne-Anordnung wäre nach Ansicht Geyers ein geordneter Spielbetrieb unter gleichen Voraussetzungen nicht möglich gewesen. "Die Vereine haben unterschiedlich angefangen zu trainieren, in größeren oder in kleineren Gruppen, zu verschiedenen Zeitpunkten - es ist ein einziges Durcheinander. Fair geht es auf alle Fälle nicht zu Ende", sagte der einstige Spieler und Trainer von Dynamo: "Es ist eine Saison, in der wir hoffen, dass viele Vereine durch die finanziellen Möglichkeiten durch Geisterspiele am Leben erhalten werden. Ansonsten hat das mit Chancengleichheit nichts zu tun."

Geisterspiele sind für Geyer gar keine Option

Bereits vor Wochen hatte sich Geyer deutlich dafür ausgesprochen, die Saison abzubrechen. "Deshalb sage ich: Pass mal auf, bevor wir rumeiern und sagen, wir fangen im Juni an, dann im Juli, August und immer später, ist es besser, einen klaren Schnitt zu machen. Dann starten wir eben neu, wenn es wieder möglich ist", erklärte er im Interview mit der SZ. "Wir suchen nach Notlösungen, um ja den Fußball fortzusetzen. Das geht doch nicht um jeden Preis. Lasst uns das konsequent beenden", sagte der 75-Jährige - und meinte zu den Plänen, die nun umgesetzt werden sollen: "Für Geisterspiele kann ich mich nicht begeistern."

Ab Samstag sollen in den beiden Bundesligen Geisterspiele ausgetragen werden, doch der "Fall Dynamo" wirft erneut Fragen nach der Sinnhaftigkeit auf.

Die DFL sieht ihre Pläne noch nicht gefährdet. "Ich interpretiere das nicht als Rückschlag. Mir war völlig klar, dass das jederzeit passieren kann", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert im ZDF-Sportstudio: "Wenn Dresden 14 Tage in Quarantäne geht, ist das kein Grund, die gesamte Saison infrage zu stellen."

Doch wenn es nicht nur bei Dynamo bleibt? "Sollte es noch zwei, drei Fälle wie in Dresden geben... dann muss man schon sagen, dass das System auf tönernen Füßen steht", sagte Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl am Montag. Im Fall Dresden sei es "schon so, dass der Wettbewerb nicht komplett gleich ist, damit müssen wir leider leben. Aber das tun wir gerne im Sinne des Fußballs." (sid)

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