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Sport

Konkurrenten setzen Dynamo unter Druck

Beim Neustart in der zweiten Liga gewinnen gleich drei Abstiegskandidaten. Dagegen hat Erzgebirge Aue den Klassenerhalt so gut wie sicher.

Hier jubeln die Spieler des SV Wehen Wiesbaden über den Führungstreffer gegen den VfB Stuttgart: Daniel Kofi Kyereh (l), Torschütze Manuel Schäffler (M.) und Stefan Aigner. Am Ende gewinnen sie mit 2:1.
Hier jubeln die Spieler des SV Wehen Wiesbaden über den Führungstreffer gegen den VfB Stuttgart: Daniel Kofi Kyereh (l), Torschütze Manuel Schäffler (M.) und Stefan Aigner. Am Ende gewinnen sie mit 2:1. © dpa/Uwe Anspach

Dresden/Aue. Für Dynamo hat sich die Situation in der 2. Fußball-Bundesliga am ersten Spieltag nach der Corona-Zwangspause zugespitzt - zumindest psychologisch sind die Dresdner jetzt schon im Nachteil. Seit gut einer Woche sind Mannschaft, Trainer und Betreuer bereits komplett in häuslicher Quarantäne, nachdem zwei Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Sie können deshalb weder an diesem Sonntag in Hannover noch nächstes Wochenende gegen Greuther Fürth spielen.

Stattdessen müssen sie tatenlos zusehen, wie die Konrrenz im Kampf um den Klassenerhalt punktet. Nachdem am Samstag bereits der VfL Bochum mit 3:0 gegen Heidenheim gewonnen hatte und der Karlsruher SC mit 2:0 über Darmstadt erfolgreich war, gelang am Sonntag dem SV Wehen Wiesbaden ein Überraschungscoup. Durch einen von Philip Tietz verwandelten Handelfmeter, der nach Videobeweis gegeben worden war, gewannen die Hessen gegen den VfB Stuttgart mit 2:1.

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Aue hilft mit Sieg gegen Sandhausen

Für Dynamo beträgt der Rückstand auf  Wiesbaden und damit den Relegationsplatz nun vier Punkte, einer mehr ist es auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Dort könnten sich der 1. FC Nürnberg, der beim FC St. Pauli mit 0:1 verlor und der SV Sandhausen, der in Aue mit 1:3 unterlag, nicht absetzen.

Florian Krüger jubelt über sein Tor zum 2:0 für Aue. Mit dem Sieg hat der FC Erzgebirge den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga bereits so gut wie sicher.
Florian Krüger jubelt über sein Tor zum 2:0 für Aue. Mit dem Sieg hat der FC Erzgebirge den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga bereits so gut wie sicher. ©  dpa/Robert Michael

Der FC Erzgebirge hat mit nun 37 Punkten auf Platz sechs den Klassenerhalt in der zweiten Liga so gut wie sicher. Dimitrij Nazarov (5. Minute/Foulelfmeter), Florian Krüger (64.) und Malcolm Cacutalua (69.) erzielten die Tore für die "Veilchen". Die Gäste mussten nach der frühen Rote Karte für ihren Kapitän Dennis Diekmeier (4.) wegen einer Notbremse fast die komplette Partie in Unterzahl bestreiten und kamen durch Julius Biada (80.) nur zum späten Anschlusstreffer.

Beide Teams reisten gemäß des DFL-Hygienekonzepts jeweils in ihren Mannschaftsbussen und mehreren Kleinbussen an und betraten durch räumlich getrennte Eingänge das Erzgebirgsstadion. Die Anhänger der Sachsen kamen der Aufforderung des Vereins und der aktiven Fanszene nach, der Arena fern zu bleiben. Die Polizei zeigte im Umfeld des Stadions Präsenz, um mögliche Ansammlungen von Fans zu verhindern. An den Zäunen zum Innenraum hatten mehrere FCE-Fanclubs im Vorfeld des Spiels Banner aufhängen lassen. Im Familienblock waren außerdem selbst gestaltete Plakate der jüngsten Fans zu sehen, um die Auer Profis zumindest optisch ein wenig zu unterstützen.

Ein noch ungewohntes Bild: Die Spieler auf Aues Reservebank tragen Maske. Aues Pascal Testroet (2. v. l.) hat sie gleich über das gesamte Gesicht gezogen.
Ein noch ungewohntes Bild: Die Spieler auf Aues Reservebank tragen Maske. Aues Pascal Testroet (2. v. l.) hat sie gleich über das gesamte Gesicht gezogen. ©  dpa/Robert Michael

Das Schuster-Team kam mit der ungewohnten Atmosphäre zunächst besser zurecht. Krüger nahm in der vierten Minute Tempo auf und konnte im Strafraum durch Diekmeier nur durch ein Foul gestoppt werden. Schiedsrichter Florian Badstübner entschied auf Elfmeter und zeigte Sandhausens Kapitän die Rote Karte. Eine harte Entscheidung, denn Aleksandr Zhirov hätte durchaus noch eingreifen können. Nazarov ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte den Strafstoß zum frühen 1:0.

Die Gäste zeigten sich davon aber nicht beeindruckt und fanden anschließend besser ins Spiel. Vor allem Biada agierte auffällig, der Stürmer konnte seine Chancen (17., 25.) vor der Pause aber nicht nutzen. Nach dem Seitenwechsel stellten Krüger und Cacutalua mit zwei Kopfball-Toren innerhalb von fünf Minuten die Weichen auf Sieg.

Die Mundschutzpflicht gilt auch für den Präsidenten des FC Erzgebirge: Helge Leonhardt trägt zur Sonnenbrille eine schlichte Maske.
Die Mundschutzpflicht gilt auch für den Präsidenten des FC Erzgebirge: Helge Leonhardt trägt zur Sonnenbrille eine schlichte Maske. ©  dpa/Robert Michael

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