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Sachsen Familienkompass

Corona schweißt Familien zusammen

Wie haben Sachsens Familien die Corona-Krise erlebt? Unsere exklusive Umfrage kommt zu einem überraschenden Ergebnis.

Die gemeinsame Zeit und die Herausforderungen während der Corona-Pandemie haben sächsische Familien in vielen Fällen einander näher gebracht.
Die gemeinsame Zeit und die Herausforderungen während der Corona-Pandemie haben sächsische Familien in vielen Fällen einander näher gebracht. © Jude Beck/Unsplash

Home-Schooling, Home-Office, Home-Krise? Hinter vielen Familien liegen harte Monate des Ausharrens, es ging um die eigene Existenz, Doppelbelastungen für viele Eltern und eine Isolation, vor der Experten immer wieder warnten, weil sie häusliche Gewalt und Stress produziere. 

Nun, Mitte Juni, können viele Familien langsam aufatmen, der Alltag normalisiert sich Stück für Stück. Besuche der Großeltern sind teils unter Einschränkungen wieder möglich und auch die Kinder dürfen wieder in Kitas und Schulen. 

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Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

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Aber welche Auswirkungen hatte die Ausnahmesituation Corona wirklich auf Familien in Sachsen? Eine repräsentative exklusive Online-Umfrage von Sächsische.de in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey vom 4. bis 10. Mai kommt zu einem überraschenden Ergebnis.

Auf die Frage, wie der eigene Familienzusammenhalt durch die Corona-Pandemie beeinflusst wurde, gaben 42,9 Prozent der Umfrage-Teilnehmer, das Virus habe einen positiven Einfluss auf die interne Bindung zwischen den Familienmitgliedern gehabt. 13,3 Prozent schätzten den Effekt als sehr positiv ein, während 29,6 Prozent angaben, er sei eher positiv. 

Nur wenige sehen negativen Einfluss

Knapp die Hälfte der Befragten konnte keine konkrete Auswirkung von Corona in die eine oder andere Richtung ausmachen: 44,6 % zeigten sich bei der Frage unentschieden. Im Hinblick auf mögliche Konflikte und Trennungen erfreulich: Lediglich 12,5 Prozent der Teilnehmer aus Sachsen gaben an, Corona habe einen negativen Einfluss auf den Zusammenhalt in ihrer Familie gehabt.

5,6 Prozent schätzten diesen Einfluss sogar als sehr negativ ein, 6,9 Prozent sehen eher negative Auswirkungen auf das Verhältnis der Familienmitglieder untereinander. Die von Experten befürchteten negativen Auswirkungen des wochenlangen Lockdowns auf Familien scheinen weitgehend ausgeblieben zu sein.

Auch andere Umfragen und Statistiken deuten darauf hin, dass die Isolation nicht zu den erwarteten Eskalationen innerhalb vieler Familien geführt hat . So wurden laut einer Studie der Technischen Universität München  in den Monaten März und April 2019 in 6,5 % aller deutschen Haushalte Kinder Opfer von Gewalt.

Dies wäre nach Zahlen des deutschen Kinderschutzbundes im Vergleich zum Gesamtjahr 2018 keine Steigerung. Doch aufgrund der zeitweise strikten Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote befürchten Experten, dass die Dunkelziffer doch deutlich höher ist. "Da nicht alle Opfer Anzeige erstatten oder Hilfsangebote nutzen, bleibt die ganze Dimension im Dunkeln", so die Universität in einer Pressemitteilung. 

Beruf und Kinder noch immer schwierig vereinbar

Etwas negativer fällt die Beurteilung aus, ob Beruf und Familie aufgrund der Erfahrungen von flexiblen Arbeitsmodellen während der Corona-Pandemie zukünftig besser vereinbar sein werden. 39 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, doch nur 9,3 Prozent waren in dieser Frage uneingeschränkt optimistisch und klickten "Ja, auf jeden Fall" an. 

29,7 Prozent hingegen glauben eher, dass Home-Office und andere familienfreundliche Arbeitsmodelle durch Corona schneller den Weg in Wirtschaft und Verwaltung finden werden, während 20,7 Prozent der Teilnehmer aus Sachsen in dieser Frage noch unentschlossen sind.

Wenig Chancen auf nachhaltige Veränderungen zugunsten von Familien sehen 40,2 Prozent der Befragten. So antworteten 14,1 Prozent mit "Nein auf keinen Fall" und 26,1 Prozent mit "Eher nein". 

Familienkompass 2020

  • Was ist der Familienkompass? Der Familienkompass ist eine sachsenweite Umfrage von Sächsische.de, LVZ und Freie Presse, wissenschaftlich begleitet von der Evangelischen Hochschule Dresden.
  • Worum geht es? Wir wollen wissen: Wie kinder- und familienfreundlich sind die einzelnen Gemeinden und Städte im Freistaat? Dafür brauchen wir Ihre Hilfe. Alle Ergebnisse werden wissenschaftlich ausgewertet und nach der Befragungsphase intensiv für unsere Leser aufbereitet.
  • Wann? Die Befragung findet bis zum Beginn der Sommerferien statt.
  • Wie kann ich mitmachen? Den Fragebogen finden Sie unter www.sächsische.de/familienkompass.
  • Was passiert mit meinen Daten? Die Daten der Befragung werden streng vertraulich behandelt und ohne Personenzuordnung wissenschaftlich ausgewertet. Und als Dankeschön für die Zeit wartet ein tolles Gewinnspiel. 

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