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Sachsen

Sächsische Krankenhäuser machen Verlust

Wegen der Pandemie werden noch viele Betten für Notfälle freigehalten. Die Kosten dafür sind höher als die Bundeshilfen.

Die Corona-Pandemie bedeutet für die sächsischen Krankenhäuser finanzielle Einbußen.
Die Corona-Pandemie bedeutet für die sächsischen Krankenhäuser finanzielle Einbußen. © Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. Die Corona-Pandemie hat die wirtschaftliche Lage von Krankenhäusern in Sachsen verschärft. Bei einer Umfrage bei Krankenhäusern war von Verlusten in Höhe von mehreren Millionen Euro die Rede. Diese seien unter anderem entstanden, weil die Häuser viele Betten für Corona-Patienten freigehalten hatten, die Ausgleichszahlungen des Bundes die Einbußen jedoch nicht voll gedeckt hätten, hieß es.

Einem Beschluss von Bund und Ländern von Mitte März zufolge waren in den Krankenhäusern alle planbaren Operationen, Aufnahmen und Eingriffe sofern medizinisch vertretbar verschoben worden. Für freigehaltene Betten zahlt der Bund seitdem eine Pauschale von täglich 560 Euro, 50 Euro für Materialmehraufwand, 50.000 Euro für die Schaffung eines neuen Intensivbetts mit Maschinenbeatmung.

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Auslastung unter Normalniveau

Durch das Pandemiegeschehen sind laut der Krankenhausgesellschaft Sachsen Häuser in „massive Liquiditätsengpässe“ geraten. Zwar hätten die Zahlungen aus dem „Krankenhausschutzschirm“ Insolvenzen zunächst verhindert. Dennoch schreibe ein nicht unerheblicher Teil rote Zahlen – „trotz aller Anstrengungen der Politik“. So sei die Finanzierung der Budgetjahre 2020 und 2021 nicht geklärt, den Krankenhäusern fehle eine planbare wirtschaftliche Perspektive.

„Unsere Auslastung ist noch unter dem Normalniveau von vor Corona“, sagte die Sprecherin des Klinikums Sankt Georg in Leipzig, Manuela Powollik. Vor allem bei den Operationen gebe es einen deutlichen Rückgang und bis Oktober werde der Normalzustand nicht wieder erreicht sein, zumal das Haus wegen der Pandemie im Notfall in der Lage sein müsse, schnell Kapazitäten freizumachen. Die Ausgleichszahlungen liefen jedoch nur bis Ende September.

Ausgleichszahlungen nicht ausreichend

Im Städtischen Klinikum Dresden liegt die Auslastung aktuell bei 77 Prozent. Um für die Corona-Pandemie gewappnet zu sein, war laut Sprecherin Viviane Piffczyk zeitweise nur etwa jedes zweite Bett belegt. Während der Hochzeit der Pandemie, als die Zahl der Operationen zurückgefahren wurde, seien etwa bei Gelenkersatz etwa 70 Prozent weniger Eingriffe vorgenommen und in der Gynäkologie fast ausschließlich Tumoroperationen durchgeführt worden. Der Rückgang dort lag bei etwa 10 Prozent.

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Noch immer würden Betten für Corona-Patienten freigehalten. Die zusätzlichen Belastungen haben demnach in der Hochzeit der Pandemie bei monatlich etwa zwei Millionen Euro gelegen. Die Auswirkungen für das Jahresergebnis 2020 hänge vom Infektionsgeschehen der nächsten Wochen ab. Die Ausgleichszahlungen seien nicht ausreichend gewesen. (dpa)

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