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Corona: Wie geht es nach Ostern weiter?

Ostern könnte klar werden, ob die Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen Corona wirksam sind. Freie Wähler fordern eine wohlüberlegte Exit-Strategie.

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Am Ortseingang Bärenstein im Erzgebirge verkündet ein Schild "Corona - Wir stehen zusammen!". Bärenstein und der tschechische Ort Vejprty teilen sich ein gemeinsames Zentrum.
Am Ortseingang Bärenstein im Erzgebirge verkündet ein Schild "Corona - Wir stehen zusammen!". Bärenstein und der tschechische Ort Vejprty teilen sich ein gemeinsames Zentrum. © Hendrik Schmidt/dpa

Dresden. Die Freien Wähler (FW) in Sachsen haben angeregt, den wegen der Corona-Krise stark eingeschränkten Alltag nach Ostern wieder Schritt für Schritt zu normalisieren. "Die Unterbrechung der Infektionskette war richtig und ist wochenlang erfolgt. Nicht eine Minute länger als nötig sollte in unsere Freiheitsrechte eingegriffen werden", sagte FW-Chef Steffen Große der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. "Es ist Frühling, die Leute wollen raus, wandern gehen, Rad fahren und nicht länger zu Hause hocken. Isolation ist nicht gesund." 

Die Menschen würden nicht mehr verstehen, dass man zwar im Supermarkt alles anfassen darf, nicht aber in der Natur wandern oder Rad fahren. Große zufolge geht es aber auch darum, das Wirtschaftsleben wieder anzukurbeln: "Und wir müssen auf Mediziner hören, die auf ein maßvolles Anschieben der Grundimmunisierung setzen." Die Freien Wähler würden Corona ernst nehmen und seien keinesfalls leichtsinnig. Doch das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben müsse wieder in Gang kommen. Als Voraussetzung nannte der FW-Landeschef verschärfte Hygienevorschriften, darunter Desinfektionsspender und -Leitlinien an allen öffentlichen Kontaktpunkten. 

Notwendig sei eine "Umkehr in der Strategie, Kommunikation und Betrachtungsweise", sagte Große. Keiner könne genau sagen, was in den bisher genannten Fallzahlen enthalten ist. Vielleicht umfassten diese auch Fälle jeglicher Grippeerreger und bekannter Atemwegserkrankungen. Die bloße Addition von Fallzahlen schüre unnötig Angst. Große erinnerte daran, dass es in der Grippesaison 2017/2018 allein 25.000 Todesfälle durch Influenza gab. 

Der FW-Chef gliederte die Exit-Strategie für die Zeit nach Ostern in mehrere Punkte. Risikogruppen wie ältere Menschen seien durch Einschränkungen der Kontakte und Zutrittbeschränkungen für Alten- und Pflegeheime weiter zu schützen. Auch eine Isolierung Erkrankter und ihrer Kontaktpersonen sei erforderlich. Schulen, Geschäfte, Restaurants sollten aber außer für Risikogruppen wieder geöffnet und Veranstaltungen bis 500 Personen wieder zugelassen werden. (dpa)