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Coronavirus: Zwei Tote in Italien 

In Italien besteht zurzeit große Sorge vor einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Auch Südkoreas meldete einen zweiten Todesfall.

im Krankenhaus der italienischen Kleinstadt Codogno hatten sich fünf Angestellte infiziert.
im Krankenhaus der italienischen Kleinstadt Codogno hatten sich fünf Angestellte infiziert. © AP

Rom. In Italien ist ein weiterer Mensch gestorben, der als Verdachtsfall einer Coronavirus-Infektion galt. Es handele sich um eine Frau in der nördlichen Region Lombardei, teilte ein Sprecher des italienischen Zivilschutzes am Samstag mit. Am Vorabend hatten die Behörden den Tod eines Mannes in Venetien vermeldet, der sich mutmaßlich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt hatte. Der 78-jährige Rentner war zuvor wegen Beschwerden, die nicht im Zusammenhang mit einem Coronavirus-Verdacht standen, in ein Krankenhaus in der Provinz Padua gekommen. Beide Fälle wurden als Coronavirus-Todesfälle behandelt, auch wenn eine finale Bestätigung erster positiver Tests auf das Virus noch ausstand.

In Italien lag die Zahl der Infizierten bei 29 am Samstag: 27 in der Lombardei sowie zwei Fälle in Venetien, darunter der tote 78-Jährige. In zehn Gemeinden der Lombardei wurden Schulen und ein Großteil der Geschäfte vorübergehend geschlossen und Bewohner aufgerufen zuhause zu bleiben. Großveranstaltungen wie Gottesdienste, Karnevalsfeste oder Sportevents wurden verboten. Auch in Venetien wurden ähnliche Maßnahmen vorbereitet, die eine mögliche Ausbreitung des Virus verhindern sollten.

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Passagiere gelandet

Währenddessen breitet sich die Lungenkrankheit Covid-19 in China rasant aus. Auch nebenan auf der koreanischen Halbinsel spitzt sich die Lage zu: Wie die Gesundheitsbehörden am Samstag mitteilten, kamen in Südkorea über Nacht 142 neue Ansteckungen mit dem Erreger Sars-CoV-2 hinzu. Damit stieg die Zahl der erfassten Fälle auf 346 - so viele wie nirgendwo außerhalb Chinas, wo Covid-19 im Dezember ausgebrochen war. 

Die aus China gemeldeten Zahlen liegen nach wie vor um ein Vielfaches höher als die aller anderen Länder zusammengerechnet: Wie die Gesundheitskommission in Peking am Samstag mitteilte, fielen dem Virus in der Volksrepublik weitere 109 Menschen zum Opfer. Insgesamt forderte die Epidemie demnach schon rund 2350 Menschenleben in der Volksrepublik. Zudem sei die Zahl der neu bestätigten Infektionen um 397 auf nun 76 288 Fälle gestiegen.

Die mit Abstand meisten Todesfälle und Infektionen wurden erneut aus der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei gemeldet, wo Covid-19 ursprünglich in der Millionenstadt Wuhan ausgebrochen war. Außerhalb des chinesischen Festlands sind bislang 15 Todesfälle durch den Coronavirus und mehr als 1300 Infektionen bestätigt worden, 16 davon in Deutschland.

An Bord einer italienischen Maschine landeten am Samstagmorgen mehrere Ex-Passagiere der "Diamond Princess" im militärischen Teil des Flughafens Tegel, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Dort sollten sie von einem Amtsarzt im Empfang genommen und untersucht werden. Laut Behörden sollten die Rückkehrer zwei Wochen lang zu Hause isoliert werden. Über die Berliner Passagiere hatte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Donnerstag gesagt, diese seien negativ auf das neuartige Coronavirus Sars CoV-2 getestet worden.

In Baden-Württemberg werden Rückkehrer zu einer Quarantänestation gebracht.
In Baden-Württemberg werden Rückkehrer zu einer Quarantänestation gebracht. © dpa

Die Rückkehrer waren auf der "Diamond Princess" gewesen, die wegen des Virus bis Mittwoch unter Quarantäne gestanden hatte. Mehrere Hundert Passagiere erkrankten und wurden in Krankenhäuser gebracht, wo zwei von ihnen starben. 970 negativ getestete Passagiere haben seit Ende der Quarantäne das Schiff verlassen. Von den rund 750 bestätigten Infektionen in Japan entfallen allein 634 auf Menschen, die sich an Bord des Schiffs befanden - und die Zahlen steigen weiter an. Zählt man die erkrankten Schiffspassagiere mit, liegt Japan bei den Fallzahlen noch vor Südkorea an zweiter Stelle hinter China.

Südkoreas Behörden meldeten einen zweiten Todesfall in Verbindung mit dem Virus. Demnach handelt es sich um eine 54-jährige Frau, die am Freitag nach dem Transfer vom Daenam-Krankenhaus im südöstlichen Cheongdo in eine Klinik der Küstenmetropole Busan starb. Einen Tag zuvor war bei einem Mann, der in derselben Klinik in Cheongdo behandelt worden war, das Virus nach dem Tod nachgewiesen worden.

Die Mehrheit der neuen Fälle in Südkorea konzentriert sich weiterhin auf die südöstliche Großstadt Daegu und deren Umgebung. Mehr als 100 Infizierungen standen nach den Angaben der Behörden in Verbindung mit der Daenam-Klinik und einer christlichen Sekte. 38 weitere Mitglieder der Shincheonji-Kirche von Jesus in Daegu und anderen Orten hätten sich angesteckt. Die Behörden vermuten, dass die rasante Verbreitung des Virus unter den Mitgliedern von einer infizierten 61-jährigen Sektenanhängerin ausging. Sie habe trotz Krankheitssymptomen zunächst einen Virustest verweigert.

Parlamentswahl im Iran überschattet

Unterdessen werden die Auswirkungen der Epidemie auf die chinesische Wirtschaft immer sichtbarer. Wie der chinesische Autoverband CPCA mitteilte, brachen die Verkäufe vom 1. bis 16. Februar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 92 Prozent ein. Waren 2019 in den ersten beiden Februarwochen noch 59 930 Autos verkauft worden, konnten die Händler jetzt nur noch 4909 Fahrzeuge absetzen.

Große Teile der chinesischen Wirtschaft sind wegen der Ausbreitung des Coronavirus sowie den damit verbundenen Maßnahmen in den vergangenen Wochen praktisch zum Erliegen gekommen. Für deutsche Hersteller wie Mercedes-Benz, Audi, BMW, Volkswagen und Porsche ist China der wichtigste Markt. Bei VW steht die Volksrepublik für gut 40 Prozent der Auslieferungen. Und bei der Umstellung auf Elektro-Autos sind die Konzerne auf Batteriezellen aus China angewiesen.

Eine Studie der Beratungsgesellschaft BCG hatte diese Woche davor gewarnt, dass das Coronavirus der globalen Autoindustrie empfindlich schaden könnte. Allein in der besonders betroffenen Provinz Hubei würden an gut einem Dutzend Standorte fast zwei Millionen Autos pro Jahr gefertigt.

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Im Iran, wo Berichten zufolge binnen 48 Stunden vier Patienten an den Folgen der Lungenkrankheit gestorben sein sollen, überschattete die Furcht vor dem Virus auch die Parlamentswahl am Freitag In den Wahllokalen trugen viele Wähler sowie Wahlbeobachter Masken. Es gab auch Spekulationen, dass die Wahlbeteiligung aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Erreger niedriger ausfallen könnte. (dpa)

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