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100.000 Corona-Impfungen in Mittelsachsen

Im Impfzentrum sind vier der sechs Strecken in Betrieb. Die Zahl der täglichen Spritzen hat sich fast vervierfacht.

Insgesamt haben die Mitarbeiter des Impfzentrums in Mittweida schon mehr als 100.000 solcher Spritzen gegen das Corona-Virus aufgezogen.
Insgesamt haben die Mitarbeiter des Impfzentrums in Mittweida schon mehr als 100.000 solcher Spritzen gegen das Corona-Virus aufgezogen. © Dietmar Thomas

Mittelsachsen. Das Impfzentrum in Mittweida verzeichnete in den vergangenen Tagen gleich mehrere Spitzenwerte.

Am Dienstag ist die 100.000. Impfung gegen das Corona-Virus erfolgt. „Bereits in der vergangenen Woche hatten wir die einmillionste Impfung in Sachsen“, sagt René Illig vom DRK Döbeln-Hainichen, das das Impfzentrum in Mittweida betreibt. Bei den Zweitimpfungen belegt das mittelsächsische Impfzentrum mit elf Prozent nicht nur einen Spitzenplatz in Sachsen, sondern auch in ganz Deutschland.

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In Sachsen beträgt die Quote bei den Zweitimpfungen derzeit 10,5 Prozent, in Deutschland 8,1 Prozent. Besser als in Sachsen ist die Situation derzeit nur in Thüringen. Dort haben 11,8 Prozent der Geimpften ihre Zweitimpfung erhalten.

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Derzeit sind in Mittweida vier Impfstrecken in Betrieb und zwei weitere in Planung. Wann auch diese genutzt werden können, hängt unter anderem von der Verfügbarkeit des Impfstoffes ab.

Die Zahl der Impfdosen, die täglich verimpft werden, hat sich fast vervierfacht. „Am Tag der Öffnung des Impfzentrums im Januar haben wir rund 400 Spritzen verabreicht und dabei geschwitzt“, sagt Illig und muss bei dem Gedanken lächeln. Denn inzwischen sind es – einschließlich der mobilen Teams – 1.300 bis 1.600 Dosen pro Tag. Am vergangenen Wochenende seien es sogar 2.200 Dosen an einem Tag gewesen.

Weitere Mitarbeiter gesucht

Derzeit beschäftigt das DRK Döbeln-Hainichen 40 Mitarbeiter im Impfzentrum und den drei mobilen Teams. Sie arbeiten in zwei Schichten, insgesamt zwölf Stunden pro Tag, an sieben Tagen in der Woche. „Wir brauchen weiteres Personal“, meint Illig und nennt als Voraussetzung, beim DRK angestellt zu werden, nur eins: einen guten Umgang mit Menschen.

Täglich sind im Impfzentrum Mittweida auch fünf bis sechs Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Sie sollen vor allem Menschen unterstützen, deren Mobilität eingeschränkt ist. Denn das Impfzentrum ist nicht barrierefrei und hat auch keinen Fahrstuhl.

So wurde manche ältere Person von den Soldaten untergehakt oder auch die zahlreichen Treppen nach oben getragen. Dies werde aber immer weniger in Anspruch genommen, da die meisten älteren Menschen, die das möchten, inzwischen geimpft seien.

Temporäre Zentren für Freiberg und Döbeln

In der Kreistagssitzung im März waren temporäre Impfzentren in Freiberg und Döbeln angekündigt worden. Damals waren sie noch in der Genehmigungsphase. Das Freiberger Impfzentrum wurde inzwischen in der Glück-Auf-Sporthalle eröffnet.

Für Döbeln gibt es derweil gegensätzliche Aussagen. Während Döbelns Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU) Ende vergangenen Monats gegenüber dem Döbelner Anzeiger erklärt hat, dass trotz aller Bemühungen in der Stadt kein zeitlich befristetes Impfzentrum eingerichtet werde, gibt es von René Illig eine andere Aussage: „Das wurde vom Landrat angekündigt und wird kommen.“

Konkreter wurde Illig allerdings noch nicht. Zu einem möglichen Standort sagte er, dass sich das DRK die Turnhalle an der Burgstraße zwar angeschaut habe, sie aber eher nicht infrage käme. Zu einem möglichen anderen Standort hielt er sich noch bedeckt.

Auch der Zeitpunkt ist noch unklar. „Zwischen Ende Mai und Mitte Juni“, so Illig. Das hänge davon ab, wie stark die mobilen Teams in den nächsten Wochen ausgelastet sind. Es werde noch in Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen geimpft.

Mobile Teams in Döbeln und Hartha

Döbeln werde eine Außenstelle des Impfzentrums Mittweida und von mobilen Teams betreut. Die seien dann nicht permanent, sondern nur für zwei bis drei Tage für die Erstimpfungen und einige Wochen später ebenso lange für die Zweitimpfungen vor Ort.

Etwas konkreter ist es schon in Hartha. Dort werden Ende des Monats Mai zwei mobile Teams erwartet. Jedoch nicht mit dem Impfbus. „Wir bauen etwas Stationäres auf“, sagt Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos).

Dafür erfolgen derzeit die letzten Absprachen. „Wir freuen uns sehr, dass das DRK, das in Hartha auch schon testet, das so gut organisiert“, meint Kunze. Es sei bemerkenswert, was die Ehrenamtlichen leisten.

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