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Ab Montag wird im Landkreis SOE geimpft

In Pirna wurde ein Impfzentrum in einem ehemaligen Aldi-Markt eingerichtet. Zuerst kommt medizinisches Personal dran.

Im ehemaligen Aldi auf der Radeberger Straße in Pirna ist eine Impfstation eingerichtet worden.
Im ehemaligen Aldi auf der Radeberger Straße in Pirna ist eine Impfstation eingerichtet worden. © Daniel Schäfer

Ein Freitaler Rentner meldete sich am Donnerstag am SZ-Telefon und bat darum, hartnäckig dran zu bleiben, dass es möglichst schnell mit dem Impfen gegen das Corona-Virus geht. Er ist 83 Jahre alt und pflegt seine Ehefrau zu Hause. Sie gehören damit zur Gruppe der höchsten Priorität. Sie würden sich gern so schnell wie möglich impfen lassen. "Wir haben kein Smartphone und werden uns auch kein Internet mehr anschaffen. Wie kommen wir zu einem Impftermin?", fragt der Freitaler.

Die SZ hat auf diese und andere Fragen Antworten gesucht.

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Enorme logistische Herausforderung

In der Theorie wird es eine telefonische Termin-Hotline geben. Die hat das Sozialministerium geplant, aber noch nicht eingerichtet. Das ist nun für kommende Woche angekündigt worden.

Welche Arbeit auf diese Hotline zukommen könnte, machen folgende Zahlen deutlich: In Sachsen umfasst die Gruppe der höchsten Impf-Priorität rund 457.000 Personen. Bis Ende Januar hat der Freistaat nach bisheriger Planung aber nur Impfdosen für rund 51.000 Personen. Die sind auch schon verplant. Etwa 100.000 Menschen leben und arbeiten in Pflegeheimen, die auch zur höchsten Kategorie zählen. Deren Impfung wird zentral organisiert.

Bleiben immer noch etwa 300.000 Personen der ersten Gruppe, die sich selbst um eine Impfung kümmern müssen, so wie das genannte Ehepaar aus Freital, das seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Selbst wenn die Impfbereitschaft "nur" bei 50 Prozent liegen würde, wären das etwa 10.000 Kontaktaufnahmen für jedes der 13 Impfzentren. Die logistische Herausforderung ist enorm. Von allen anderen Bevölkerungsgruppen ist da noch nicht mal die Rede.

Impfstoff kommt erst nächste Woche nach Pirna

Weil es bisher so wenig Impfstoff gibt, müssen sich selbst Betroffene aus der Gruppe der höchsten Priorität weiter gedulden. Der erste Transport von Impfdosen ist zwar noch unterwegs. Am Montag soll er aber das Impfzentrum des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge erreicht haben. "Dann wird sofort mit den ersten Impfungen begonnen", sagt Oliver Wehner, Präsident des DRK Pirna.

Das Rote Kreuz wurde mit der Einrichtung des Impfzentrums beauftragt. Dazu wurde der ehemalige Aldi-Markt an der Radeberger Straße in Pirna-Copitz umgebaut. Das DRK ist jedoch nur für die Logistik verantwortlich. Für das eigentliche Impfen und für die dafür erforderlichen Ärzte ist die Kassenärztliche Vereinigung zuständig.

Impfbereitschaft im Landkreis SOE noch unklar

Das DRK übernimmt auch nur für die ersten zwei Wochen die telefonische Koordination der jetzt schon fest vereinbarten Impfungen. "Dabei handelt es sich um das Berufsfeld der Rettungsdienste und Pflegeeinrichtungen", erklärt Wehner. Krankenhäuser zählen allerdings nicht dazu. Die Kliniken organisieren die Impfungen ihrer Beschäftigten selbstständig.

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Für vorerst sechs Monate wurde der ehemalige Aldi-Markt in Jessen am Stadtrand angemietet. Bis der Impfstoff vorliegt, wird getestet.

Wie groß die Impfbereitschaft unter den Menschen ist und damit der Ansturm auf die Impfzentren, ist noch völlig unklar. Viele müssten dazu quer durch den Landkreis reisen. Das Landratsamt plant zwar, ein weiteres Impfzentrum bei Glashütte zu eröffnen. Solange es aber nicht mehr Impfdosen gibt, braucht man keine weitere Einrichtung eröffnen, heißt es.

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