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Ab Oktober zahlt der Bund für eine Corona-Auszeit

Die Bundesregierung fördert eine "Corona-Auszeit". Familien mit wenig Einkommen können auch in Sachsen Urlaub buchen – fast umsonst.

Endlich erholen nach den schweren Zeiten mit Kindern in der Pandemie.
Endlich erholen nach den schweren Zeiten mit Kindern in der Pandemie. © dpa/Benjamin Nolte

Familien blicken auf eine lange Zeit mit harten Einschränkungen während der Corona-Pandemie zurück. Sie brauchen jetzt nicht nur Unterstützung, sondern auch Erholungsangebote, um wieder Kraft für den Alltag tanken zu können. „Corona-Auszeit“ nennt sich deshalb ein Programm, mit dem die Bundesregierung Familien mit kleinen und mittleren Einkommen einen vergünstigten Urlaub ermöglichen möchte. 50 Millionen Euro stehen dafür bis Ende 2022 bereit. Gebucht werden kann ab sofort. Aber es gelten gewisse Kriterien.

Zwischen 63 gemeinnützigen Familienferienstätten können Interessierte im ganzen Bundesgebiet wählen – vom Bodensee über den Harz bis zur Ostsee. In Sachsen sind das zum Beispiel die Sächsische Bildungs- und Begegnungsstätte Windmühle Seifhennersdorf, die Jugendherbergen Bad Lausick und Schöneck sowie die Herberge Burkhardtsgrün. Maximal sieben zusammenhängende Übernachtungen können Berechtigte in diesem und noch einmal im kommenden Jahr buchen. Zahlen müssen sie lediglich einen Eigenanteil von zehn Prozent für die Übernachtungs- und Verpflegungskosten, sofern diese im Preis inbegriffen sind. Den Rest übernimmt der Bund. Kosten für An- und Abreise sowie Kurtaxe kommen obendrauf. Wer eine passende Unterkunft ausgesucht hat, muss sich zunächst dort erkundigen, ob es freie Plätze gibt. Gültiger Reisezeitraum: 1. Oktober 2021 bis 31. Dezember 2022. Erst im nächsten Schritt muss die Berechtigung nachgewiesen werden.

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Corona-Auszeit: Welche Familien teilnehmen können

Teilnehmen können Familien, die eine gewisse Einkommensgrenze nicht überschreiten. Bei einem alleinerziehenden Elternteil mit einem Kind unter sechs Jahren liegt diese zum Beispiel bei 40.344 Euro. Bei einem Ehepaar oder einer Lebenspartnerschaft mit Kind unter sechs Jahren liegt die Bemessungsgrenze bei 52.080 Euro. Je nach Anzahl oder Alter der Kinder variiert der Wert. Zum Einkommen zählen sämtliche Einkommensarten aller im Haushalt lebenden Personen – auch das Kindergeld, eine Rente und der Unterhalt.

Sozialleistungsempfänger sind automatisch berechtigt. Familien mit einem schwerbehinderten Kind oder Familien mit einem minderjährigen Kind, bei denen ein Elternteil schwerbehindert ist, ebenso. Wichtig ist, dass die Familie ihren Hauptwohnsitz in Deutschland hat und ein Kindergeldanspruch besteht.

Wer sich unsicher ist, ob seine Familie die Kriterien erfüllt, kann als erste Orientierungshilfe den Einkommensrechner der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung nutzen. Dieser fragt allerdings nicht alle relevanten Voraussetzungen ab. Aktuell entwickelt das Bundesfamilienministerium deshalb noch einen brauchbareren Online-Check, der in Kürze zur Verfügung stehen soll.

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Die Corona-Auszeit gilt explizit für alle Familienformen, die die Voraussetzungen erfüllen – also zum Beispiel auch für Stief- oder Pflegeeltern. Ein Rechtsanspruch auf den vergünstigten Urlaub besteht indes nicht. Die Mittel und die Plätze in den Unterkünften sind begrenzt. Das Bundesfamilienministerium kann nicht abschätzen, für wie viele Familienurlaube das Fördergeld reicht. Auf Nachfrage heißt es, das hänge davon ab, wie viele Personen je Urlaub anreisten und wie lange sie blieben. Familien können den Zuschuss zweimal in Anspruch nehmen: einmal für einen Aufenthalt im Jahr 2021 und einmal für einen Aufenthalt im Jahr 2022.

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