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Ade, Du schöne Glühwein-Zeit

Nun sind Ausschank und Genuss auf den Straßen und Plätzen der Stadt verboten. Das ist einerseits traurig, andererseits aber auch gut so. Unsere Lockdown-Kolumne.

Mitarbeiter der Polizeibehörde kontrollieren in der Innenstadt.
Mitarbeiter der Polizeibehörde kontrollieren in der Innenstadt. © Christoph Springer, Montage: SZ

Dresden. Am Ende musste das Ordnungsamt doch noch massiv eingreifen. Als am Freitagabend die Glühwein-Zeit auf den Straßen endete, hatten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung alle Hände voll zu tun. Sie mussten durchsetzen, dass ab sofort kein Glühwein "to go" mehr draußen getrunken werden darf. Sie mussten sich sogar Diskussionen gefallen lassen über das Getränk im Becher - Glühwein oder Kinderpunsch? Nicht-Alkoholisches ist auch weiterhin nicht verboten. Um Punkt 20 Uhr endete das zweifelhafte Vergnügen, das nicht nur manchen Virologen zu der Warnung veranlasste, diese Adventsbeschäftigung könnte zur Corona-Verbreitung beitragen.

Schon Tage zuvor gab es Berichte von Menschentrauben vor den Ausschankorten. Etwa vom Wasaplatz. Aus der Neustadt. Vom Altmarkt. Dort musste die Polizei mehrfach eingreifen, weil zu viele Menschen dicht an dicht vor dem Lokal einer bayrischen Biermarke tranken. Letztlich führten diese Bemühungen weder dort noch an anderen Orten dazu, dass es wirklich weniger Leute wurden, die zusammenstanden mit dem alkoholischen Heißgetränk in der Hand.

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Der Gipfel war der Freitagabend. Da hatten sich offenbar viel mehr Menschen als an allen Abenden zuvor noch einmal vorgenommen, diesem durchaus zweifelhaften Vergnügen zu frönen. Dabei wurde die Regelung schon zuvor kritisiert. Erlaubt waren das Draußen-Trinken bis 22 Uhr, der Ausschank dagegen nur bis 20 Uhr. Wer wollte, konnte sich also um 20 Uhr noch einmal ordentlich Nachschub besorgen und den Abend so um zwei Stunden verlängern. Besser wäre gewesen, auch für den Glühweingenuss eine frühere Aus-Zeit zu definieren. Vielleicht ebenso um 20 Uhr.

Jetzt ist es vorbei mit dieser Art des Adventsvergnügens auf den Straßen und Plätzen der Stadt. Das ist bitter, denn Glühwein gehört nun mal zur Einstimmung auf das Weihnachtsfest. Doch die Dresdner Corona-Zahlen sind ein deutlicher Beleg dafür, dass es so nicht weitergeht. Höchstwerte am Freitag, keine Aussicht auf Besserung. Der verschärfte Lockdown kann helfen und es gibt nicht wenige, die ihn gut finden. Ganz sicher gehören viele Glühwein-Gastronomen nicht zu dieser Gruppe und man kann es ihnen nicht verübeln. Doch damit wir uns möglichst bald wiedersehen können, ist das vorläufige Ende dieses Vergnügens wohl ein einzige Lösung. Das ist schade. Hoffentlich hilft es wirklich.

An dieser Stelle schreiben Redakteure der Dresdner Stadtredaktion aus ganz persönlicher Sicht über Gedanken, Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Alltag im Lockdown.

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