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Advent: Von Furzkissen bis Ringelsocken

Es gibt in diesen Tagen Wichtigeres zu tun als im Frust zu versinken. Zum Beispiel Adventskalender füllen. So viel Zeit war nie dafür! Unsere Kolumnistin hat einige Ideen.

Während des Lockdowns ist Zeit zum Basteln.
Während des Lockdowns ist Zeit zum Basteln. © dpa-tmn

Von Susanne Kippenberger

Weihnachten retten, heißt das Gebot der Stunde. Manches ist derzeit noch unklar. Nur so viel ist gewiss: In diesem November werden wir alle zu Hause hocken. Feiern ist verboten, aber Schenken – Schenken ist erlaubt. Ja, sogar das Geschenkekaufen. Basteln, häkeln, malen, backen sowieso.

Also los! Positiv Denken, das geht leichter als gedacht. Wer sich überlegt, wie er – ja, auch Männer dürfen darüber nachdenken – anderen eine Freude machen kann, bekommt automatisch bessere Laune. Jetzt gibt es wichtigeres zu tun als im Frust zu versinken. Zum Beispiel Adventskalender füllen. So viel Zeit gab’s nie dafür.

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Lakritzmäuse sind perfekt für den Adventskalender

Meine erwachsenen Nichten und Neffen bestehen bis heute darauf, alle Jahre wieder einen personalisierten Adventskalender von ihrer Mutter gefüllt zu bekommen. Da habe ich mich mal beschwert: Und warum krieg’ ich keinen? Daraufhin hat meine Schwester Freunde und Verwandte mobilisiert, mir ein Päckchen zu packen, manche sogar zwei, mein Neffe hat sie eingesammelt und geliefert. Albern fand meine andere Schwester die Aktion, ich sei doch erwachsen. Aber wozu ist Weihnachten denn sonst da als dazu, wieder Kind zu sein? Gerade in dieser Zeit.

Selig, wer im Frühjahr nicht wie alle anderen ausgemistet hat. Ostern hätte man garantiert weggeschmissen, was man jetzt gut gebrauchen kann. Stoffreste etwa, aus denen man Adventskalenderbeutelchen in beliebiger Größe nähen kann. Als wir noch klein waren, lagen die Gaben in Streichholzschachteln. Viel mehr als Radiergummis, Anspitzer und flache Bonbons passten da nicht rein.

Ein bisschen üppiger könnte es schon sein. Butterbrottüten zum Beispiel – mit so einem Adventskalender hat mich eine Freundin vor einigen Jahren überrascht.Zur Ehrenrettung meiner protestierenden Schwester muss ich sagen, dass sie erstens bei der Aktion mitgemacht und mir zweitens zum Geburtstag Lakritzmäuse geschenkt hat.

Graue Schaumwesen mit leuchtend roten Augen, die ich mir trotz meiner Liebe zum Lakritz nie selbst gekauft hätte, irgendwo ist selbst bei Süßigkeiten eine Junk-Food-Grenze erreicht. Aber geschenkt kriegen darf man sowas. Diese köstlichen, realistischen Mäuse steckten, wie früher, in einer spitzen Tüte und stammten aus der 99 Jahre alten Berliner Manufaktur Aseli. Perfekte Adventskalenderfüllmasse!

Scherzartikel können auch Erwachsene gerade gut gebrauchen

In die Hüllen könnte man ja auch das ein oder andere selbst beklebte Streichholzschächtelchen stecken. Und am nächsten Tag eine glimmende Jux-Zigarette von Deko Behrendt. Dem Laden an der Schöneberger Hauptstraße sollte man dringend noch einen Besuch abstatten, bevor er endgültig dicht macht. Dort habe ich einst für besagte Neffen und Nichten Furzkissen und Niespulver besorgt. Große Freude! Scherzartikel können auch Erwachsene gerade gut gebrauchen. Überhaupt alles, was lustig ist. Wie wär’s mit einem selbst gemachte Daumenkino? Außerdem alles, was wärmt, ob von innen (scharfe Gewürze!) oder außen.

Neulich zum Beispiel, als man es noch durfte, habe ich mich mit Kolleginnen auf der Terrasse eines Italieners getroffen. Mit Skiunterwäsche drunter und Daunenmantel drüber ging das ganz gut. Nur die Füße waren noch Stunden später tiefgefroren. Also bin ich mit Ringelsocken ins Bett gegangen, die hat vor Jahrzehnten die Schwiegermutter meiner Schwester gestrickt. Das sind ja die besten Geschenke: die man in keinem Laden kaufen kann.

So, damit wäre die Vorweihnachtszeit schon mal gerettet, erst für den Adventskalenderfüller, dann für den Empfänger – jeden Tag eine Überraschung! Für Heiligabend überlegen wir noch. (tsp)

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