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Landkreis verschärft die Corona-Regeln

Am Montag sind 55 neue Corona-Infektionen im Kreis registriert worden. Bei der 7-Tage-Inzidenz bleibt ein Hotspot sogar außen vor. Der Landrat reagiert.

© Archiv/Peter Steffen/dpa

Die Corona-Situation im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge verschärft sich weiter. Nach Angaben des Landratsamtes gab es am Montag insgesamt 220 positiv getestete Personen, das sind 55 mehr im Vergleich zur letzten Meldung vom 17. Oktober. 

Nach Aussage des Landratsamtes wurden in den vergangenen sieben Tagen 98 Neuinfizierte gemeldet. Aus der Zahl ergeben sich 39,9 Infektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Diese Inzidenz wurde sogar ohne die Fallzahlen im Seniorenheim "Jochhöh" in Freital-Pesterwitz berechnet, das sich am Wochenende zu einem Corona-Hotspot entwickelt hat. 

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Das Landratsamt erließ am Montagabend eine neue Allgemeinverfügung, weil der Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten worden ist. Diese Regeln gelten ab Dienstag. Darin steht unter anderem:

  • Veranstalter und Betreiber von Betrieben, Sportstätten, Gastronomie, Hotels, Beherbergungsstätten sowie Ansammlungen im öffentlichen Raum müssen personenbezogene Daten zur Nachverfolgung von Infektionen erheben und  speichern. 
  • Das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung ist in allen Einrichtungen des öffentlichen Raumes sowie an Bus- und Bahnhöfen verpflichtend. Gäste in Schank- und Speisewirtschaften sowie in Übernachtungsbetrieben müssen beim Betreten und Verlassen der Lokalität, in den Gängen und beim Aufsuchen von Gemeinschaftseinrichtungen eine Mund-Nasenbedeckung tragen.
  • Für private Zusammenkünfte in eigener Häuslichkeit wird die Personenzahl auf 25 beschränkt.
  • Familien- sowie Betriebs- oder Vereinsfeiern sind mit bis zu 50 Personen zulässig.
  • Von 23 Uhr bis 6 Uhr des Folgetages sind Schank- und Speisewirtschaften zu schließen. Die Abgabe von Alkoholika und alkoholischen Getränken ist während dieses Zeitraumes untersagt.
  • In Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern darf aus privaten Gründen maximal eine Person pro Tag besucht werden.

Unabhängig davon sind Besuche von nahen Angehörigen auf Geburts-, Kinder- und Palliativstationen sowie in Hospizen gestattet. Zulässig sind zudem Besuche zur Sterbebegleitung.

Corona-Hotspot in Freital-Pesterwitz

Möglicherweise nähert sich der Landkreis aber schon der nächsten kritischen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Darauf lassen die Zahlen des sächsischen Gesundheitsministeriums schließen, die von den Zahlen des Landratsamtes abweichen. Nach Informationen des Gesundheitsministeriums gab es am Montag 61 Neuinfektionen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, der Inzidenzwert liegt danach bei 43,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. 

Ob dabei die Zahlen aus dem Freitaler Seniorenheim "Jochhöh" einflossen, war am Montagabend noch unklar. Ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen gilt ein Gebiet offiziell als Corona-Risikogebiet.

Nach Angaben des Landratsamtes Pirna werden derzeit acht Corona-Patienten stationär behandelt, insgesamt 669 Personen befinden sich in Quarantäne. 

Schwerpunktmäßig von den Neuinfektionen betroffen ist das Gebiet in und um Freital. Dabei hat sich das Seniorenheim "Jochhöh" zu einem Corona-Hotspot entwickelt. Nach Angaben des Landratsamtes gab es am Wochenende in der Einrichtung weitere Fälle, aktuell sind dort 43 Personen - 33 Bewohner und zehn Mitarbeiter - positiv getestet worden. Das Landratsamt prüft derzeit, ob das Personal des Heimes durch Kräfte der Bundeswehr unterstützt werden kann.

Betroffen von der Pandemie sind unterdessen auch zwei Dialysezentren in Sebnitz und in Freital. In Sebnitz wurde am Wochenende eine Person positiv auf Covid-19 getestet, in Freital waren es zwei. 

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Ebenso gab es in der "Bavaria Klinik" Kreischa weitere Fälle, insgesamt wurden dort acht Mitarbeiter - von denen zwei nicht aus dem Landkreis stammen - sowie zwei Patienten positiv getestet. 

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