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Ansturm auf das Booster-Impfen in Sachsen

Die Arztpraxen erhalten jetzt bis zu 500 Terminanfragen. Die Hausärzte haben eine dringende Bitte an die Landesregierung.

Von Karin Schlottmann & Stephanie Wesely
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Jeder Erwachsene kann sich boostern lassen. Das Interesse in Sachsen hat in den vergangenen Tagen spürbar zugenommen.
Jeder Erwachsene kann sich boostern lassen. Das Interesse in Sachsen hat in den vergangenen Tagen spürbar zugenommen. © Matthias Balk/dpa

Leipzig. Die Zahl der täglichen Auffrischungsimpfungen in Sachsen nimmt zu. Laut Robert-Koch-Institut haben am Mittwoch 7.252 Menschen ihre dritte Corona-Schutzimpfung erhalten. Das ist der bisher höchste Tageswert. Am Dienstag waren es 5.545 Booster-Impfungen, in der letzten Oktoberwoche lag die Zahl zwischen rund 1.900 und 2.700.

Dr. Torben Ostendorf, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Sachsen, sagte, die Praxen erhielten bis zu 500 Terminanfragen. Nach der Empfehlung der Sächsischen Impfkommission können sich alle Erwachsenen boostern lassen. Davon werde rege Gebrauch gemacht.

Um chaotische Zustände wie Anfang des Jahres zu vermeiden, müsse ein zentrales Einladungssystem auf der Grundlage der Daten der sächsischen Einwohnermeldeämter geschaffen werden. „Das ist unsere Forderung an die politisch Verantwortlichen“, sagte Ostendorf. Bis dahin müsse wieder priorisiert werden. „Das heißt, Risikogruppen werden vorgezogen.“

Ebenso wie der Wunsch nach Booster-Impfungen steigt auch die Nachfrage nach Antikörpertests. Denn viele wollen wissen, wie gut sie noch vor Corona geschützt sind. „Doch wir raten derzeit nicht dazu, die Entscheidung für eine Booster-Impfung vom Antikörperstatus abhängig zu machen“, sagt Dr. Jakob Arman, Infektiologe an der Uni-Kinderklinik Dresden. „Es gibt keine einheitlichen Grenzwerte für gute oder schlechte Antikörperspiegel.“ Die zugelassenen Antikörpertests legten zum Teil unterschiedliche Messwerte zugrunde.