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Über 900 Mittelsachsen getestet

Bis zu 90 Minuten mussten manche warten, bis sie ein Ergebnis hatten. Einige mussten anschließend in Quarantäne.

Über den gesamten Parkplatz des Sonderposten-Baumarktes am Simmel-Center in Mittweida standen am Mittwoch diejenigen, die sich einem kostenlosen Schnelltest unterziehen wollen.
Über den gesamten Parkplatz des Sonderposten-Baumarktes am Simmel-Center in Mittweida standen am Mittwoch diejenigen, die sich einem kostenlosen Schnelltest unterziehen wollen. © Maria Fricke

Mittelsachsen. In einer Blitzaktion hat der Landkreis einen Tag vor Weihnachten einen Massentest für die Bevölkerung aus dem Boden gestampft. Der Freistaat hatte dem Landkreis die Tests zur Verfügung gestellt. Fast kein Wunder, dass in der Kürze der Zeit am Mittwochvormittag noch nicht alles perfekt vorbereitet war.

Um 9 Uhr sollten die kostenlosen Schnelltests beginnen. Der Start verzögert sich um knapp 20 Minuten. Bereits ab 8.30 Uhr stehen die ersten Testwilligen am Eingang zum zukünftigen Impfzentrum im Simmel-Center an der Mittweidaer Schillerstraße.

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Ein junger Mann ist der Erste in der Schlange. „Ich bin ein bisschen erkältet, Weihnachten wollen die Großeltern vorbeikommen. Da wollte ich mich absichern“, sagt der 31-Jährige. Geschätzt um die 100 Männer und Frauen aller Altersklassen, zum Teil auch mit kleinen Kindern, haben sich bis gegen 9 Uhr in der Schlange hinter dem Mittweidaer angestellt. Alle mit Abstand. Alle mit Maske.

Unter den Wartenden ist auch ein 66-Jähriger aus Waldheim. „Ich habe seit Tagen die Grippe“, sagt er. Nun will auch er vor Weihnachten Gewissheit haben. Beim Hausarzt sei er nicht gewesen. „Ich habe öfter mal Grippe. Weihnachten wollen aber die Kinder vorbeikommen.“

Testmaterial kommt mit etwas Verspätung

Kurz nach 9 Uhr fährt ein Transporter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) vor. Er ist beladen mit Testmaterial, Biertischen, einem Hand-Desinfektionsspender. Die Kräfte des DRK packen mit an und bringen die Sachen in das Obergeschoss des Simmel-Centers.

Dorthin, wo das Impfzentrum des Landkreises eingerichtet wurde. Mit Leichtbauwänden sind auf einer Freifläche von rund 2.2000 Quadratmetern vier Impfstrecken sowie ein Anmeldebereich entstanden. Ein Teil der Kabinen ist am Mittwoch beim Massentest eingeweiht worden.

Gegen 9.18 Uhr werden die ersten fünf Testwilligen in das Gebäude eingelassen. Koordiniert wird der Ablauf von mehreren Sicherheitskräften. Wie ein Mitarbeiter sagt, seien die Einsatzkräfte kurzfristig noch einmal aufgestockt worden.

Im Bereich des Impfzentrums angekommen, geht es weiter mit der Anmeldung. Die persönlichen Daten werden erfasst, jeder bekommt zwei Masken sowie eine Nummer in die Hand und darf im Wartebereich Platz nehmen. In großzügigem Abstand stehen da fünf Stühle. Nun heißt es warten, bis eine der Kabinen frei wird.

DRK fordert Kräfte nach

Nur nach Aufforderung darf der Nächste in den Testraum. In den Kabinen warten die Kräfte des DRK-Kreisverbandes Döbeln-Hainichen, die die Schnelltests an diesem Mittwoch vor Weihnachten durchführen.

Mit sechs Teams zu je zwei Personen starten die Einsatzkräfte, im Laufe des Tages wird das Personal noch einmal aufgestockt, weil der Ansturm so groß ist. „Wir haben erst einmal mit rund 1.000 Leuten gerechnet“, sagt René Illig vom Kreisverband, der den Einsatz koordiniert.

In einer der Kabinen ist sein Sohn Kevin in Vollschutz anzutreffen. Mit einem Kollegen, der ihm die Schnelltests vorbereitet, nimmt er die Rachenabstriche von den Testwilligen ab. Nach nicht einmal einer Minute verlassen diese die Kabine wieder.

Bis das Ergebnis des Tests vorliegt, dauert es ungefähr 15 Minuten. Diese Zeit verbringen die Getesteten im Wartebereich, der ebenfalls viel Platz, aber zeitweise zu wenige Sitzgelegenheiten bietet. Liegen die Ergebnisse vor, werden die entsprechenden Nummern aufgerufen.

„Ist das Ergebnis positiv, dann müssen diejenigen zum PCR-Test. Bis 12 Uhr wird der im Gesundheitsamt durchgeführt, danach auch mit hier“, informiert Kevin Illig.

Mitarbeiter des DRK beim Ausladen des Test-Materials.
Mitarbeiter des DRK beim Ausladen des Test-Materials. © Maria Fricke
Vor dem Impfzentrum warten immer mehr Menschen.
Vor dem Impfzentrum warten immer mehr Menschen. © Maria Fricke
Kevin Illig gehört zu den Mitarbeitern des DRK, die die Tests durchführen.
Kevin Illig gehört zu den Mitarbeitern des DRK, die die Tests durchführen. © Maria Fricke
Der Wartebereich.
Der Wartebereich. © Maria Fricke
Innen sind Kabinen aufgebaut worden.
Innen sind Kabinen aufgebaut worden. © Maria Fricke

Knapp 50 Tests in der ersten Stunde

Nach der ersten Stunde hat das Team des DRK, zu dem neben Ehrenamtlichen auch einige Hauptamtliche gehören, knapp 50 Tests durchgeführt. „Einer davon war positiv“, sagt Kai Kranich, Sprecher des DRK-Landesverbandes Sachsen. Für ihn ist es der dritte Massentest in Sachsen, den er mit begleitet.

„Bei den anderen waren 300 bis 400 Leute. Hier haben wir eine sehr hohe Resonanz“ so Kranich. Dies sei vor allem aufgrund der Kurzfristigkeit beeindruckend.

Erst am Dienstagnachmittag sei die Entscheidung gefallen, den Massentest in Mittweida durchzuführen, bestätigt René Illig. Möglich sei die schnelle Umsetzung nur gewesen, weil der Standort vorbereitet war und auch das Personal des DRK aufgrund zahlreicher durchgeführter Tests in der Vergangenheit bereits fit in diesem Bereich sei, ergänzte Kai Kranich.

Kai Kranich ist der Sprecher des DRK-Landesverbandes Sachsen. Für ihn war die Testaktion in Mittweida der dritte Massentest in dieser Pandemie.
Kai Kranich ist der Sprecher des DRK-Landesverbandes Sachsen. Für ihn war die Testaktion in Mittweida der dritte Massentest in dieser Pandemie. © Maria Fricke

Knapp 10.000 Tests hatte das DRK laut Illig vom Landkreis erhalten. Die erste Fuhre ist am Mittwoch in Mittweida zur Anwendung gekommen.

Gegen 10.30 Uhr verlässt eine 38-Jährige aus Waldheim die Teststelle. „Ich hatte in der vergangenen Woche Kontakt zu einem positiv Getesteten“, erzählt sie. Gegen 9 Uhr hatte sie sich am Vormittag mit angestellt. Knapp 90 Minuten später hatte sie das Ergebnis und Gewissheit. Der Test fiel negativ aus. „Jetzt bin ich erleichtert."

Bis gegen 18 Uhr haben die Mitarbeiter des DRK, insgesamt waren am Ende 22 Haupt- und Ehrenamtler im Einsatz gewesen, getestet. Am Ende des Tages sind insgesamt 932 Schnelltests durchgeführt worden, wie der Landkreis mitteilte. Von diesen waren 32 positiv ausgefallen. Die Betroffenen wurden anschließend noch einmal mittels PCR-Test getestet und mussten sich in häusliche Quarantäne begeben.

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"Es lief alles sehr diszipliniert und besonnen ab, die Menschen hielten Abstand und hatten auch bei einer längeren Wartezeit Geduld. Sie waren freundlich und dankbar, dass die Aktion stattfindet“, äußerte sich René Illig vom DRK am Abend.

Dieser Beitrag wurde zuletzt am Mittwoch, 23. Dezember, um 19.03 Uhr aktualisiert.

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