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SOE: Hier gibt es den digitalen Impfausweis

Neben dem gelben Impfausweis gibt es jetzt auch den fürs Handy. Der ist kein Muss, aber gefragt. Wie man ihn bekommt und was zu beachten ist.

Vom gelben Impfausweis-Papier zum weißen und dann ins Handy: Sina Lindemann zeigt ein solches Zertifikat, dass dann abgerufen und gespeichert werden kann.
Vom gelben Impfausweis-Papier zum weißen und dann ins Handy: Sina Lindemann zeigt ein solches Zertifikat, dass dann abgerufen und gespeichert werden kann. © Karl-Ludwig Oberthür

Kaum war der digitale Impfpass angekündigt, wollten ihn auch schon die Leute. In der Sebnitzer Hirsch-Apotheke klingelte ständig das Telefon. Ab wann und wie und was, wollten die Leute wissen, sagt Mitarbeiterin Sina Lindemann. Seit Montag ist es nun möglich, den papiernen Impfnachweis in eine digitale Form zu verwandeln. "Und es läuft sehr gut", sagt Sina Lindemann. Die Technik hat zwar ihre Tücken, doch schon am Dienstagfrüh waren in der ersten halben Stunde nach Öffnung wieder vier Leute da.

Die Erfahrungen der ersten Tage:

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Dresdens beliebtes eintrittsfreies Festival für Kunst, Kultur und Bildung geht weiter und hat wieder viele Veranstaltungen in der ersten Augustwoche im Gepäck.

  • Großes Interesse und große Nachfrage.
  • Mehr ältere Kunden als gedacht.
  • Technische Anlaufschwierigkeiten.

Und die sind in der Regel geduldig und verständnisvoll, auch wenn sie warten müssen oder die Technik aussteigt. So wie in der Pirnaer Scheele-Apotheke am Montagnachmittag. Etwa 15 Leute mussten deshalb wieder weggeschickt werden, sagt Assistent Thomas Kurze. Das Verständnis hängt auch damit zusammen, dass - anders als beim Impftermin - der Druck gering ist. Zwar ist der Nachweis im Handy komfortabel, aber er ist nicht dringlich oder gar notwendig. Der gedruckte gelbe Impfausweis ist genauso anerkannt und bleibt es auch.

Um Wartezeiten zu vermeiden, gibt es in der Freitaler Stern-Apotheke Abholscheine. Das entlastet die Kunden und auch die Mitarbeiter, sagt Matthias Lorenz. In Pirna hingegen haben auch schon Leute angerufen, um sich einen Termin geben zu lassen. Auch das hilft, den Prozess für beide Seiten effektiv zu organisieren. Im Schnitt dauert das Digitalisieren etwa fünf bis zehn Minuten, sagt Thomas Kurze.

Das ist beim digitalen Impfausweis zu beachten:

  • Impfausweis mit dem Nachweis von beiden Coronaschutzimpfungen und ein Dokument mit Lichtbild (Pass, Personalausweis, Führerschein) mitbringen.
  • Wartezeit einplanen.
  • Der Service in den Apotheken ist kostenlos.

In der Dippoldiswalder Löwen-Apotheke warten die Kunden geduldig, sagt Inhaber Göran Donner. Immerhin wollten hier schon am Montag rund 70 Leute die papierlose Variante ihres Impfnachweises. Dabei bekommt man in der Apotheke auch erst einmal nur zwei Zettel, die man dann zu Hause ins Handy einlesen und hochladen kann. Man kann auch als Zwischenlösung diese Zettel bei sich führen und vorzeigen. Das ist für diejenigen eine Alternative, die das mit dem Handy (noch) nicht wollen und gleichzeitig Sorge haben, den "richtigen" Impfausweis zu verlieren. Der Pirnaer Apotheken-Mitarbeiter Thomas Kurze will persönlich erst einmal abwarten und vertraut bis dahin auf den Impfausweis aus Papier.

Welche Impfnachweise werden in Deutschland akzeptiert?

  • Gelber Impfausweis.
  • Digitaler Impfpass.
  • Ausgedruckte Nachweise mit dem aufgedruckten QR-Code und den textlichen Aussagen. Das sind die Ausdrucke, die man in der Apotheke erhält und die man dann im Handy hochladen und speichern kann.

Für Kunden in den Apotheken ist der Digitalisierungsservice kostenlos. Apotheken erhalten pro Vorgang 18 Euro. Dieser Betrag wird aber sicher reduziert, sagt Thomas Kurze. Die Apotheken bekommen die Rückerstattung über das Bundesamt für soziale Sicherung. Sie können sich selbst für die Teilnahme an der Aktion melden. Schon jetzt machen relativ viele Apotheken im Landkreis mit. Eine Liste dieser findet man im Internet unter www.mein-apothekenmanager.de.

Warum so viele Ältere zu den Ersten gehören

Dass schon an den ersten Tagen viele Ältere kamen, erstaunt nur auf den ersten Blick. Es ist schließlich die Altersgruppe, die am ehesten schon beide Impfungen erhalten hat. Ein weiterer Grund ist die Reisefreudigkeit der Senioren. Insbesondere für das Reisen ins Ausland ist der Impfnachweis im Handy eine praktische Sache.

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Die technischen Probleme gingen bei einigen Apotheken auch am Dienstag noch weiter. Die letzten Informationen hatte die Pirnaer Scheele-Apotheke erst am Montag kurz vor dem Start des digitalen Impfausweises erhalten. Trotzdem sind die befragten Apotheker zufrieden. "Erstaunlich, wie so eine komplexe Sache doch so schnell und gut funktioniert", sagt zum Beispiel Göran Donner von der Dippoldiswalder Löwen-Apotheke. Und wie alles werde es sich einspielen. Wer in Zukunft seine zweite Impfung im Impfzentrum erhält, soll dort den digitalen Impfpass erhalten.

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