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Unfallfahrer positiv auf Corona getestet

Wilsdruffs Einsatzkräfte befreien auf der A4 zwei Männer aus einem umgestürzten Lkw. Beide sind mit dem Coronavirus infiziert. Die Feuerwehr zieht Konsequenzen.

Als Gruppenführer leitete Siegfried Sautner (2. von rechts) die Rettung des Fahrers und seines Beifahrers. Jetzt ist er in Quarantäne.
Als Gruppenführer leitete Siegfried Sautner (2. von rechts) die Rettung des Fahrers und seines Beifahrers. Jetzt ist er in Quarantäne. © Roland Halkasch

Die Wilsdruffer Feuerwehr wurde schon zu vielen schweren Unfällen auf der A4 gerufen. Doch der Einsatz am vergangenen Wochenende war dann doch noch etwas Besonderes. Den Kameraden gelang es, einen verletzten Lkw-Fahrer und seinen Beifahrer aus einem zerquetschten Fahrerhaus zu befreien.

Der Rettungsdienst brachte beide in ein Krankenhaus. Noch während des Einsatzes, der bis in die frühen Morgenstunden dauerte, erfuhren die Einsatzkräfte, dass der Fahrer und sein Beifahrer im Krankenhaus positiv auf Corona getestet wurden. Die Einsatzleitung zog sofort Konsequenzen.

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Fahrzeug desinfiziert

Nach der Rückkehr ins Depot wurde das Fahrzeug desinfiziert. "Jeder von uns ist allein nach Hause gefahren und hat sich sofort in Quarantäne begeben", sagt Siegfried Sautner, der stellvertretender Stadtwehrleiter ist und als Gruppenführer die Rettungsaktion leitete. Er war gegen 4 Uhr zu Hause. Untereinander blieben die Kameraden per Telefon in Kontakt. "Bei keinem von uns zeigen sich bisher irgendwelche Symptome einer Corona-Infektion", sagt der Wilsdruffer. Zum Glück, ergänzt er.

Es habe sich offenbar ausgezahlt, dass die Kameraden die Vorschriften eingehalten haben, sagt Stadtwehrleiter Falk Arnhold. Jeder trug nicht nur seinen Schutzanzug, sondern auch einen Sichtschutz, eine Nasen- und Mund-Bedeckung sowie Handschuhe.

Wobei allen Beteiligten auch klar ist, was das Robert-Koch-Institut auf seiner Internetseite schreibt: "Die mittlere Inkubationszeit wird in den meisten Studien mit 5-6 Tagen angegeben." Mitunter könne es bis zu 14 Tage dauern, dass Symptome auftreten.

Feuerwehrmänner negativ getestet

Montagvormittag wurden alle direkt an der Rettung beteiligten Kameraden beim DRK in Freital zum ersten Mal auf das Coronavirus getestet. "Wir sind negativ", sagt Siegfried Sautner. Er und seine fünf Kameraden fühlten sich gesund, es gibt nichts Auffälliges. Dennoch ist ein zweiter Test für den Mittwoch geplant. Bis dahin bleibe man auf jeden Fall weiter in Quarantäne, sagt Sautner.

Man müsse das Coronavirus ernst nehmen. Leider gebe es immer noch Leugner. Ihm persönlich falle das nicht schwer, in Quarantäne zu bleiben. "Die meisten Geschäfte haben geschlossen", sagt Siegfried Sautner. "Und zuhause gibt es genug Arbeit."

Einsatzbereitschaft ist gesichert

Der Unfall ereignete sich in der Nacht von Freitag auf Sonnabend zwischen der Autobahnauffahrt Wilsdruff und der Raststätte Dresdner Tor. Aus bisher ungeklärter Ursache kam ein mit 20 Tonnen Bananen beladener Sattelzug gegen 0.25 Uhr ins Schleudern. Der Mercedes Benz Actros prallte zunächst gegen die Mittelleitplanke, dann streifte er die rechte Leitplanke, zerstörte eine Notrufsäule, fuhr in den Straßengraben und kippte um.

Der Fahrer und sein Beifahrer - beide Rumänen - wurden dabei verletzt und mussten von der Feuerwehr aus dem Fahrerhaus geholt werden. Parallel dazu reinigten die Wilsdruffer, die von der Feuerwehr Klipphausen unterstützt wurden, die Fahrbahn und sicherten die Unfallstelle ab. Der Verkehr wurde an der Unfallstelle vorbeigeleitet. Die Polizei nahm die Ermittlungen zum Unfallhergang auf.

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