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Masken-Verweigerer: Bäckerfamilie reicht's

Kunden, die sich weigern, im Laden Mund-Nasen-Schutz zu tragen, machen der Bäckereifamilie Claus das Leben schwer. Deshalb gibt es jetzt eine klare Ansage.

Das Schild haben Steffi und Lutz Claus vor der Filiale am Dresdner Hubertusplatz aufgestellt. Es spricht Bände.
Das Schild haben Steffi und Lutz Claus vor der Filiale am Dresdner Hubertusplatz aufgestellt. Es spricht Bände. © Bildstelle

Dresden. Acht Filialen, acht Schilder, achtmal die unmissverständliche Regel, den Laden nur mit Mund-Nasen-Bedeckung zu betreten. Als Unternehmer haben Steffi und Lutz Claus zusammen mit ihrem Sohn Lukas in diesen komplizierten Zeiten genug Herausforderungen zu bewältigen. Was es da überhaupt nicht braucht, finden sie, sind ewige Diskussionen mit uneinsichtigen Kunden, die ohne Schutz in die Geschäfte der Bäckerei Claus spazieren. Vier davon gibt es in Coswig, drei in Dresden und eines in Radebeul.

"Wir werden bedroht!!! Wir werden beleidigt!!!", steht nun in Handschrift Blau auf Weiß vor der Filiale am Dresdner Hubertusplatz. Ansonsten weist die Bäckerfamilie mit Schildern auf die geltenden Hygienevorschriften hin. Kleine Bildchen, die Hygieneregeln erklären, genügen offensichtlich nicht. "Das sieht doch keiner", sagt Steffi Claus. Leider machten sie und vor allem die Verkäuferinnen immer wieder die Erfahrung, dass selbst ihre freundliche Bitte, Mund und Nase zu bedecken, auf Ignoranz stößt. Im besseren Falle. 

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Steffi und Lutz Claus entwickeln ihre Bäckerei seit der Gründung 1985 kontinuierlich weiter, inzwischen unterstützt von ihrem Sohn Lukas.
Steffi und Lutz Claus entwickeln ihre Bäckerei seit der Gründung 1985 kontinuierlich weiter, inzwischen unterstützt von ihrem Sohn Lukas. © privat

Schlimmer seien Beschimpfungen der Mitarbeiter, die dafür sorgen müssen, dass offizielle Hygieneverordnungen umgesetzt werden. Schließlich täten sie das für die Gesundheit aller Kunden und zu ihrem eigenen Schutz. Nicht zuletzt seien Geschäftsinhaber dem Gesundheitsamt Rechenschaft schuldig. "Wir hatten die Behörde schon häufig im Haus", erzählt Steffi Claus. Die kontrolliere regelmäßig und sei nicht zimperlich, wenn sie mit etwas nicht hundertprozentig einverstanden sei. 

Zwischen Dankbarkeit und Stress im Laden

"Zum Glück haben wir sehr viele sehr freundliche Kunden. Sie weisen sogar von sich aus andere darauf hin, wenn die Maske fehlt", erzählt die Chefin, die zusammen mit ihrem Mann das Unternehmen 1985 gegründet und kontinuierlich ausgebaut hat. Das passiere ja nicht immer mit Absicht. Erfahrungsgemäß vergäßen manche Menschen nur, die Maske aufzusetzen und seien eher peinlich berührt, sobald sie daran erinnert würden. 

"Es ist aber auch schon zu Handgreiflichkeiten in einem unserer Geschäfte gekommen, als Kunden wegen fehlender Masken aneinander gerieten." Zum Glück passiert das nicht oft. Überwiegend erlebt Familie Claus ihre Kundschaft einsichtig und dankbar dafür, dass die Chefs und Mitarbeiter die gebotenen Schutzmaßnahmen so ernst nehmen. "Sie bedanken sich bei uns und sagen, dass sie sich deshalb wohl und sicher bei uns fühlen.

Fakt ist: Die Clausens bedienen keine Maskenmuffel. Ihre Mitarbeiter haben das Hausrecht und dürfen zur Not davon Gebrauch machen, indem sie Querulanten die Tür weisen, erinnert Steffi Claus. Menschen mit Mundschutz-Attest sind damit nicht gemeint. Für alle anderen gilt: Ohne Maske keine Brötchen. 

Was die Filiale am Dresdner Hubertusplatz betrifft, so erklärt Firmenchefin Steffi Claus: "Für ihr Schild haben die Mitarbeiter von einigen Kunden Blumen und Pralinen bekommen." (mit SZ/ul)

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