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Müssen die Schulen im Rödertal bald wieder schließen?

Der Inzidenzwert im Kreis Bautzen steigt über den Wert von 100. Ein Radeberger Schuldirektor ist besorgt. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Seit Wochenbeginn können Mädchen und Jungen weiterführender Schulen wieder in den Klassenräumen lernen. Jetzt steigt der Infektionswert im Landkreis jedoch an. Wann droht eine Schließung?
Seit Wochenbeginn können Mädchen und Jungen weiterführender Schulen wieder in den Klassenräumen lernen. Jetzt steigt der Infektionswert im Landkreis jedoch an. Wann droht eine Schließung? © Guido Kirchner/dpa

Radeberg. Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus steigt wieder an. Offenbar setzt sich die ansteckendere britische Variante immer mehr durch. Was bedeutet das für die Schulen? Mädchen und Jungen höherer Klassen konnten am Montag nach wochenlanger Schließung erstmals wieder ihre Schulen besuchen. Müssen sie bald wieder zu Hause bleiben? Die SZ klärt die wichtigsten Fragen.

Wie hoch liegen die Infektionszahlen momentan?

Die Zahl der Infektionen weist nach oben. Am Freitag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner im Landkreis Bautzen noch bei 73,1 gelegen. Zu Wochenbeginn stieg die Zahl laut Robert-Koch-Institut (RKI) auf 105,8. Die Zahlen des RKI sind maßgeblich für mögliche Einschränkungen oder Lockerungen.

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Welche Auswirkungen haben die Zahlen auf den Schulbetrieb?

Vorerst keine. Sollte allerdings der Inzidenzwert an fünf aufeinanderfolgenden Tagen überschritten werden, dann könnte die Schließung der Schulen angeordnet werden. „Das gilt auch für Grundschulen“, sagt Vincent Richter vom Landesamt für Schule und Bildung. Laut Cynthia Thor vom Landratsamt Bautzen ist das nicht zu verwechseln mit der Drei-Tage-Frist, die in anderen Bereichen gilt. „Wenn die Inzidenz drei Tage lang über 100 liegt, müssen beispielsweise Museen schließen oder Click&Meet-Angebote von Händlern unterbleiben, auch treten wieder strengere Kontaktregeln in Kraft. Bei Schulen können Einschränkungen erst nach fünf Tagen beschlossen werden.“ Außerdem gilt: Der Präsenzunterricht an Schulen und die Kindertagesbetreuung können wieder aufgenommen werden, wenn der 100-er-Inzidenzwert an fünf Tagen unterschritten wird.

Gibt es Ausnahmen von der Fünf-Tage-Regel bei Schulen?

Ja. Neu ist eine so genannte Hotspotregelung. Eine Schließung aller Schulen im Landkreis muss nicht erfolgen, wenn beispielsweise die hohe Inzidenzzahl aufgrund eines räumlich eng begrenzten Ausbruchs zustande kommt. „Auch wenn absehbar ist, dass es sich bei der Zahl um einen Ausreißer nach oben handelt und der Wert schnell wieder unter die Hundert sinkt, muss nicht unbedingt eine Schließung erfolgen“, sagt Vincent Richter. Landesregierung und Landkreis entscheiden gemeinsam über das Vorgehen.

Die Ausbreitung des Coronavirus soll durch Schnelltests eingedämmt werden. Stehen genug zur Verfügung?

Unterschieden werden muss zwischen zwei Testvarianten. Einmal gibt es den freiwilligen Corona-Schnelltest. Er wird im Raum Radeberg von Helfern des DRK angeboten. In Radeberg wird in der Sporthalle des Humboldt-Gymnasiums getestet. Das Angebot hier richtet sich an Gymnasiasten, Berufsschüler und Oberschüler. Für jede Schule sind bestimmte Zeiten vorgesehen. An die Oberschule Ottendorf kommt ein DRK-Team zum Testen. Nach Angaben von Vincent Richter reicht das Angebot aus, um alle Schüler einmal pro Woche testen zu lassen. Dieses Angebot ist freiwillig.

Außerdem soll es den Selbsttest für Schüler und Lehrer geben. Diese Tests sind noch nicht an den Schulen eingetroffen. Laut Richter laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Sobald die Selbsttests eingetroffen sind, werden sie schnell an die Schulen verteilt, so der Mitarbeiter des Landesamtes.

Können Schüler ohne negativen Test vom Unterricht ausgeschlossen werden?

Ja. „Wenn die Selbsttests an den Schulen in ausreichender Menge vorliegen, besteht die Pflicht zu einem solchen Test“, sagt Vincent Richter. „Wer sich einem solchen Test nicht unterziehen will und auch sonst kein negatives Ergebnis vorlegen kann, kann am Präsenzunterricht nicht teilnehmen.“ Diese Schüler müssen zu Hause lernen. Eine umfassende Betreuung wie im Lockdown könne sicher nicht erfolgen.

Wie beurteilt der Direktor des Humboldt-Gymnasiums die Situation?

„Der Anstieg macht uns große Sorge“, sagt Andreas Känner, Direktor des Gymnasiums in Radeberg. „Wir beobachten die Lage genau.“ Er hofft, dass die Schulen zumindest bis zu den Osterferien in knapp zwei Wochen geöffnet bleiben können. Etwas Mut macht der freiwillige Schnelltest bei einem Teil seiner Schüler. „Wir hatten keinen einzigen positiven Fall.“

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