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Baumarkt-Gartencenter in Sachsen dürfen öffnen

Ob das auch bei den hohen Inzidenzen und der Bundesnotbremse gilt, da herrschte kurzzeitig Verunsicherung.

Auch im Gartencenter im OBI-Baumarkt in Bannewitz kann man wieder fast normal einkaufen.
Auch im Gartencenter im OBI-Baumarkt in Bannewitz kann man wieder fast normal einkaufen. © Daniel Schäfer

Diesen Satz musste der Geschäftsführer des Toom-Baumarktes in Freital in den vergangenen Tagen des Öfteren wiederholen: "Unser Gartencenter ist frei zugänglich, für Kunden gibt es keine Testpflicht und sie brauchen auch keine Anmeldung", sagt Mitko Lessing.

Das ist ein großer Unterschied zum Einkaufen im Baumarkt. Nur Handwerker und Gewerbebetriebe dürfen in den Baumarkt. Alle anderen müssen zuvor die Ware bestellen und dürfen sie dann wie vereinbart abholen. "Das können Kunden online oder auch telefonisch erledigen", sagt Lessing.

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Auch die Gartencenter der Obi-Baumärkte wie etwa in Bannewitz haben geöffnet. So können die Handelsunternehmen wenigstens die blühende Ware loswerden. Mit dem normalen Absatz sei das aber nicht zu vergleichen. Es fehlen ja die meisten Baumarkt-Kunden. Die Besucherfrequenz ist entsprechend niedriger.

Viele hatte die sächsische Regelung verunsichert. Erst wer vor der Eingangstür stand, wusste genau, ob der Markt nun offen hat oder nicht, ob sie einen negativen Corona-Test brauchen oder nicht. Das habe viele Kunden von einem Einkauf abgeschreckt.

Auch bei Toom in Freital hat das Gartencenter regulär geöffnet. Nur das Sortiment des Baumarktes an sich ist für Normalverbraucher nicht zu haben.
Auch bei Toom in Freital hat das Gartencenter regulär geöffnet. Nur das Sortiment des Baumarktes an sich ist für Normalverbraucher nicht zu haben. © Egbert Kamprath

Sächsische Regierung lenkt ein

Sachsen hatte die Bundes-Notbremse in diesem Bereich strenger ausgelegt als andere Bundesländer. So durften Gartencenter öffnen, die Gartenabteilungen in Baumärkten hingegen mussten bei einer Sieben-Tage-Inzidenz über 150 schließen. Dieser Wert wird im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge schon seit Längerem überschritten. Am Sonntag hatten Händler aus Protest sogar Kompost und Blumen vor dem Gesundheitsministerium in Dresden ausgekippt. Außerhalb des Freistaates wurde das mit den Baumarkt-Gartencentern von Anfang an anders gehandhabt.

Nun schaltete sich Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ein und erklärte gegenüber Sächsische.de: Gartenbereiche in den Baumärkten in Sachsen dürfen offen bleiben. Der Blick in andere Bundesländer zeige nun mal, dass das für Gartenbereiche überall möglich ist. "Das wird jetzt in Sachsen auch so gehandhabt", so Kretschmer.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bestätigte die Änderung. "Wir schließen uns der Interpretation des Infektionsschutzgesetzes der anderen Länder an und erlauben die Öffnung der Gartenabteilungen in den Baumärkten", sagte sie nach der Sitzung des Kabinetts am Dienstag. Man habe sich entschieden, die "offensichtliche Ungerechtigkeit" zwischen einem reinen Gartenmarkt und einem kombinierten Bau- und Gartenmarkt zu beenden, so Köpping. "Die Menschen können in ihre Gärten gehen, im Freien ist das Ansteckungsrisiko gering. Wichtig ist, dass wir trotzdem vorsichtig bleiben." Auch in den Baumarkt-Gartencentern wird die Ware oft fast im Freien angeboten.

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