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Wo es im Kreis Bautzen Corona-Schnelltests gibt

Pendler, Heimbesucher, Reiserückkehrer: Alle brauchen Corona-Tests, die zügig ein Ergebnis zeigen. Doch bisher gibt es nur wenige Angebote.

Apothekerin Nicole Noack entnimmt für einen Corona-Schnelltest eine Speichelprobe. Seit Anfang Januar kann man sich in der Eichen-Apotheke in Großdubrau auf Corona testen lassen.
Apothekerin Nicole Noack entnimmt für einen Corona-Schnelltest eine Speichelprobe. Seit Anfang Januar kann man sich in der Eichen-Apotheke in Großdubrau auf Corona testen lassen. © Steffen Unger (Symbolbild)

Bautzen. Vor dem Besuch der Oma oder nach einer Auslandsreise einen Corona-Schnelltest zu machen, kann das Risiko einer Ansteckung minimieren. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wollte deswegen ab dem 1. März allen Bürgern einen solchen Test kostenfrei anbieten. Schnell- und Selbsttests würden Schritt für Schritt helfen, „wieder ein Stück mehr Freiheit zu haben“, sagte er am Mittwoch im Bundestag in Berlin.

Doch voraussichtlich erst in zwei Wochen wird es ein kostenfreies Angebot geben. Wer sich vorher testen lassen möchte, muss in der Regel selbst bezahlen. Im Landkreis Bautzen werden kostenpflichtige Schnelltests derzeit von wenigen Apotheken, Hausärzten und privaten Unternehmen angeboten. Wo man sich sonst noch testen lassen kann und wie viel die Tests kosten ­– die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Welche Apotheken haben die Schnelltests im Angebot?

Im Landkreis Bautzen bieten derzeit nur wenige Apotheken einen kostenpflichtigen Schnelltest an, da meist die räumlichen und personellen Voraussetzungen nicht gegeben sind. Der Test kostet für Privatpersonen zwischen 35 und 40 Euro. Für Firmen gibt es bei allen Apotheken einen Rabatt. Das Testergebnis liegt innerhalb von 15 Minuten vor. Termine können in den meisten Fällen telefonisch oder per E-Mail vereinbart werden.

In Bautzen haben bisher nur die Stadt-Apotheke und die Ahorn-Apotheke die Voraussetzungen für das Testangebot geschaffen, ebenso die Eichen-Apotheke in Großdubrau. In Bischofswerda testet seit einer Woche die Sonnen-Apotheke auf Sars-CoV-2. „Wir sind gerade in der Anlaufphase. Bisher wird das Angebot gut angenommen“, sagt Inhaberin Cordula Grüber.

In Kamenz bietet bisher keine Apotheke einen Schnelltest an. In Radeberg gibt es zwei Apotheken mit dem Angebot. „Wir haben uns gegenseitig abgesprochen, welche Apotheke es in Radeberg anbieten kann, da die Voraussetzungen nicht überall gegeben sind“, sagt Thomas Köhler, Inhaber der Löwen-Apotheke. „Der gesellschaftliche Bedarf ist da, viele sind dankbar, dass es hier ein Angebot gibt.“ Außerdem bieten die Elefanten-Apotheke in Radeberg und die Arnoldis-Apotheke in Arnsdorf einen Antigen-Schnelltest an.

Welche Hausärzte bieten Antigen-Schnelltests an?

Das kann die Kassenärztliche Vereinigung Sachsens nicht sagen. „Wir haben keine Übersicht darüber, welcher Hausarzt oder -ärztin im Landkreis Bautzen Schnelltests anbietet“, sagt Pressesprecherin Katharina Bachmann-Bux. Sie appelliert an die Eigenverantwortung der Bürger. „Jeder, der sich testen lassen möchte, sollte vorher kurz beim Hausarzt anrufen und fragen, ob und zu welchen Konditionen er einen Schnelltest anbietet.“ Wenn Symptome auftreten, sollte ohnehin ein genauerer PCR-Test gemacht werden, meint die Sprecherin.

Gibt es auch Schnelltests im Gesundheitsamt?

Ja, und dort sind sie sogar kostenfrei. An mehreren Tagen in der Woche können sich Einwohner des Landkreises im Gesundheitsamt auf der Taucherstraße 23 in Bautzen testen lassen. Dafür müssen sie sich online einen Termin reservieren. Für Grenzpendler und Grenzgänger sowie Einwohner anderer Landkreise ist der Test kostenpflichtig. Wie das Landratsamt Bautzen mitteilt, ist die Nachfrage für dieses Angebot aber sehr gering.

Was ist mit den geplanten Testzentren in Bautzen?

Gleich zwei Anbieter wollten in Bautzen ein Corona-Schnelltest-Zentrum einrichten. Aber sowohl die bayrische Firma Modl Medical als auch die hessische Firma Covimedical UG sind von diesen Plänen vorerst wieder abgerückt. „Wir konzentrieren uns derzeit mehr auf das Grenzgebiet in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Testzentrum in Bautzen ist deswegen in absehbarer Zeit nicht geplant“, sagt David Timm, der bei Covimedical verantwortlich für die Neueröffnung der Zentren ist. Das Testzentrum an der A 4 am Rasthof Kodersdorf wird aber weiter betrieben.

Die Firma Modl Medical betreibt in Deutschland bisher zehn Testzentren, unter anderem eines auf dem Görlitzer Birkenstock-Gelände. Helge Rupprich hatte die Idee dazu. Er stammt aus Reichenbach und stellte den Kontakt mit der bayrischen Firma her. „In Bautzen war ein weiteres Testzentrum geplant, von der Idee sind wir aber wieder abgerückt. Wir konzentrieren uns mehr auf Grenzpendler und ganze Firmen, die sich testen lassen wollen“, sagt er.

Wo kann man sich sonst noch testen lassen?

In Sohland an der Spree bietet eine Dresdner Firma im ehemaligen Grenzhaus am Übergang ins tschechische Rožany (Rosenhain) Schnelltests an. Montag und Donnerstag, jeweils zwischen 9 und 15 Uhr, können sich hier seit Anfang Februar Grenzpendler, Firmenangestellte und Privatpersonen testen lassen. Eine vorherige Terminabsprache ist während dieser Zeiten nicht notwendig. 30 Euro muss man für den Test bezahlen.

Vorher war das private Testteam bereits mit einem Testbus vor Ort. Dieser kam auch dreimal in Radeberg auf dem Markplatz zum Einsatz. „Anfangs wurde das Angebot nur verhalten angenommen, aber bei den anderen beiden Terminen war der Zulauf größer. Wir planen deshalb, wieder nach Radeberg zu kommen“, sagt Mitarbeiter Silko Oppitz.

Außerdem soll der Testbus auch regelmäßig nach Bischofswerda auf den Markplatz kommen. „Wir haben die Zusagen vom Oberbürgermeister. Wir wollen am liebsten freitags am Markttag testen. Da laufen derzeit noch die Gespräche mit dem Marktbetreiber“, sagt Silko Oppitz. Wann es soweit ist, könne er deswegen noch nicht sagen.

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