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Nur wenige Apotheken testen auf Corona

Seite Ende 2020 dürfen Apotheken Schnelltests anbieten. Im Landkreis Bautzen wird das aber kaum genutzt. Das sind die Gründe dafür.

Apothekerin Nicole Noack entnimmt eine Speichelprobe. Seit Anfang Januar führt die Eichen-Apotheke in Großdubrau Corona-Schnelltests durch.
Apothekerin Nicole Noack entnimmt eine Speichelprobe. Seit Anfang Januar führt die Eichen-Apotheke in Großdubrau Corona-Schnelltests durch. © Steffen Unger

Bautzen. Corona-Tests, die zügig ein Ergebnis zeigen, sind weiter gefragt. Besonders Pendler, Heimbesucher und Reiserückkehrer müssen häufig auf Schnelltests zurückgreifen. Neben Testzentren – in Bautzen wollten zwei Anbieter ein Corona-Schnelltest-Zentrum einrichten – können auch Apotheken in Sachsen seit dem 21. Dezember 2020 die Antigen-Schnelltests durchführen. Doch wie eine Umfrage von Sächsische.de am Montag ergeben hat, bieten nur wenige Apotheken im Landkreis Bautzen diesen Service auch tatsächlich an.

Das hat viele Gründe. In der Pluspunkt Apotheke im Kornmarkt-Center in Bautzen gebe es derzeit viele andere Aufgaben zu tun. Damit würde man an die Grenzen stoßen, teilt ein Mitarbeiter auf Nachfrage mit. In Kamenz werden in der Ost-Apotheke und der Apotheke am Forst ebenfalls keine Schnelltest angeboten. Eine Mitarbeiterin der Ost-Apotheke erklärt, dass es derzeit ein Kapazitätsproblem gebe. Die entsprechenden Räume seien nicht vorhanden.

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Es fehlt an Räumen und Personal

Das ist auch das größte Problem von Sabine Höfgen. Die Inhaberin der Löwen-Apotheke in Pulsnitz erklärt: „Wir haben keine zwei Eingänge und können so die Kunden nicht voneinander trennen. Die räumlichen Voraussetzungen sind bei uns also nicht vorhanden.“

Ähnlich sieht die Situation in der Marien-Apotheke in Elstra aus. Neben den nicht vorhandenen Räumen fehlt vor allem auch das Personal. „Ich finde es dennoch wichtig, dass getestet wird“, sagt Inhaberin Ulrike Finger. Bei ihr hätten sich vor allem Firmen nach Schnelltest für deren Mitarbeiter erkundigt.

Andreas Keller, Inhaber der Adler-Apotheke in Neukirch, kann dem nur zustimmen. Er würde auch sehr gern Antigen-Schnelltest in der Apotheke durchführen und habe auch die Berechtigung dazu. Doch auch bei ihm seien die entsprechenden Räume nicht vorhanden, und das Personal habe mit anderen Aufgaben reichlich zu tun. „Meine Mitarbeiter könnten zwar die Tests durchführen, aber ich müsste mindestens zwei abstellen. Mir fehlen sie dann aber in der Apotheke“, sagt er. Zudem müssen die Räume nach jedem Schnelltest gereinigt und desinfiziert werden. Auch das erfordert wieder einen Mitarbeiter.

Hoffung auf Schnelltest für zu Hause

Schwierig ist die Personalsituation auch in der Robert-Koch-Apotheke in Pulsnitz. Deswegen biete man derzeit keine Schnelltests an. „Wir sind auch von Corona gebeutelt gewesen. Hinter dem Test steckt ein größerer personeller Aufwand. Ich müsste zwei Mitarbeiter abstellen, die dann in der Apotheke fehlen“, erklärt Inhaberin Ines Philipp.

Hoffnung stecken viele Apotheken dagegen in Schnelltests für zu Hause, so die Gesundbrunnen-Apotheke in Bautzen. „Tests für zu Hause gibt es bereits, doch noch fehlt die Zulassung“, erklärt Inhaberin Regina Wirth.

Karsten Drobny von der Stadt-Apotheke in Kamenz habe bereits eine Information vom Großhandel erhalten, dass, sobald die Zulassung vorhanden ist, auch sognannte Spucktest im Sortiment sind. „Ich habe schon Tests vorbestellt“, sagt er. Bis die neuen Selbsttests in Apotheken verfügbar sind, werde es aber wohl noch dauern.

Die Stadt-Apotheke in Großröhrsdorf überlegt deswegen, ob sie doch noch Antigen-Schnelltest anbietet. „Wir sind in einer Pandemie. Da muss man schauen, wo man unterstützen und helfen kann. Und sei es nur durch ein Testangebot. Das ist für mich selbstverständlich“, erklärt Inhaber Thomas Dittrich seine Überlegungen. Er prüfe derzeit die räumlichen Voraussetzungen. Außerdem müsse er noch das Personal schulen.

Angebot wird "mittelmäßig angenommen"

Das alles hat Patrick Hofmann schon gemacht. Der Inhaber der Eichen-Apotheke in Großdubrau und der Ahorn-Apotheke in Bautzen bietet seit dem 11. Januar in beiden Apotheken einen Antigen-Schnelltest an. „Wir haben dafür Schutzkleidung besorgen müssen. Das heißt: Kittel, Haube, Maske, Schutzvisier, Handschuhe und Desinfektionsmittel. Außerdem haben wir einen Luftentkeimer mit Aktivkohlefilter angeschafft. Ich möchte den bestmöglichen Schutz für meine Mitarbeiter“, erklärt er.

Bisher wurde das Angebot „mittelmäßig angenommen", berichtet der Inhaber. Der Test kostet 35 Euro und kann nur nach telefonischer Anmeldung (Eichen-Apotheke: 035934 6270; Ahorn-Apotheke 03591 6770017) durchgeführt werden.

„Wichtig ist auch, dass die Personen symptomfrei sind. Falls man Symptome hat, die auf Corona hindeuten, sollte man zum Arzt gehen. Wir testen vor allem Reiserückkehrer, Pendler und Seniorenheimbesucher“, sagt Patrick Hofmann.

Falls ein Test positiv sein sollte, dann werde die Infektion beim Gesundheitsamt gemeldet. „Corona ist eine meldepflichtige Krankheit“, sagt Patrick Hofmann. Der Antigen-Schnelltest sei aber nur eine Momentaufnahme, deswegen müsse ein PCR-Test das positive Ergebnis bestätigen. „Dennoch müssen sich positiv getestete Personen in Quarantäne begeben.“

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