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Bautzen

Bautzener Initiative ruft zu stillem Lichterzug auf

Am 28. Januar soll in ganz Deutschland ein Zeichen für Solidarität, Vernunft und Empathie in der Corona-Pandemie gesetzt werden. Was in Bautzen geplant ist.

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Mit Kerzen in den Händen sollen Menschen am 28. Januar durch Bautzen ziehen, um ein Zeichen für Solidarität, Vernunft und Empathie zu setzen. Dazu ruft die Initiative "Bautzen gemeinsam" auf.
Mit Kerzen in den Händen sollen Menschen am 28. Januar durch Bautzen ziehen, um ein Zeichen für Solidarität, Vernunft und Empathie zu setzen. Dazu ruft die Initiative "Bautzen gemeinsam" auf. © Symbolfoto: SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Mit einer Kerze in der Hand soll am 28. Januar im ganzen Land ein sichtbares Zeichen für Solidarität, Vernunft und Empathie gesetzt werden. Mitmacher sind in allen Städten willkommen. Aus diesem Grund ruft die Initiative „Bautzen gemeinsam“ zur Teilnahme an der deutschlandweiten Aktion „Zusammenstehen. #Deutschland gemeinsam“ auf.

„Wir haben in den vergangenen Wochen unzähligen Reaktionen auf unsere Bautzener Erklärung erhalten. Zahlreiche ähnliche Gruppe aus der Mitte der Zivilgesellschaft haben sich in dieser Zeit mit einem Plädoyer für ein solidarisches Miteinander in der Pandemie zusammengetan, auch um sich von den zunehmend eskalierenden ,Spaziergängen‘ der selbst erklärten Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen abzugrenzen. Jetzt gehen wir einen Schritt weiter“, sagt Initiativ-Mitglied Heinrich Schleppers.

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Lichterzug zieht vom Dom aus durch die Innenstadt

So plant „Bautzen gemeinsam“ für Freitag, den 28. Januar, einen stillen Lichterzug vom Bautzener Petri-Dom über die Reichenstraße zum Kornmarkt und wieder zurück. Beginn ist um 18.30 Uhr. „Wir wollen ein gemeinsames Signal ins Land schicken. Wir müssen als Mehrheit wieder sichtbarer werden. Wir würden uns freuen, wenn sich zahlreiche Initiativen dieser Aktion anschließen würden“, sagt Christian Tiede, der ebenfalls zu den Initiatoren gehört.

Die Kerzen stehen dabei als Symbol für Hoffnung und Zusammenhalt. Sie können von den Teilnehmern selbst mitgebracht werden, die Initiative stellt aber auch windsichere Kerzen zur Verfügung. Wer möchte, kann bereits um 18 Uhr im Dom St. Petri an einem ökumenischen Friedensgebet teilnehmen. Den 28. Januar haben die Initiatoren bewusst für die Aktion „Zusammenstehen. #Deutschland gemeinsam“ gewählt. An dem Tag gab es vor zwei Jahren in Deutschland den ersten Corona-Fall.

Petition und Impfaktion finden große Resonanz

„Über 45.000 Menschen haben die Bautzener Erklärung inzwischen unterschrieben, ein großer Teil kommt aus der Stadt selbst oder aus der Region. Mit der Aktion wollen wir Mut machen. Es wäre schön, wenn viele unserer Einladung folgen würden“, sagt Katja Gerhardi von "Bautzen gemeinsam".

Die Initiative ist eine breit aufgestellte Gruppe aus der Zivilgesellschaft. Mitte Dezember hatte sie mit der „Bautzener Erklärung“ einen Appell für Vernunft, Empathie und Sachlichkeit veröffentlicht. Der Aufruf gehört zu den meistgezeichneten Petitionen auf der Plattform change.org. Allein in Sachsen gibt es inzwischen 15 vergleichbare Initiativen, die für Respekt und Solidarität in Zeiten der Pandemie eintreten. Geplant ist eine Vernetzung der Gruppen.

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Neben der „Bautzener Erklärung“ hat die Gruppe schon während der montäglichen Corona-Demonstrationen Bilder von Corona-Kranken auf der Intensivstation sowie Kommentare von Unterzeichnern der Petition auf den Reichenturm projiziert. Weitere Kunstaktionen sind geplant. Darüber hinaus wurden bei der Gemeinschaftsaktion „Bautzen impft: für mich, für Dich, für alle“ mit dem Deutsch-Sorbischen Volkstheater sowie drei niedergelassenen Ärztinnen und ihren Teams am 8. Januar 337 Corona-Schutzimpfungen verabreicht. (SZ)

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