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Schulen zu: So läuft der Unterricht digital

Ab Montag müssen die Schüler wieder zu Hause lernen. Drei Schulleiter aus dem Kreis Bautzen erklären, wie es funktionieren soll.

Ab Montag werden die Klassenräume in Sachsen wieder leer sein. So wie im Frühjahr müssen die Schüler von zu Hause aus lernen.
Ab Montag werden die Klassenräume in Sachsen wieder leer sein. So wie im Frühjahr müssen die Schüler von zu Hause aus lernen. © Archivbild: dpa/Robert Michael

Bautzen. Für Ilke Krebs kam die Nachricht nicht überraschend. „Wir haben mit offenen Augen die Entwicklungen beobachtet. Nun ist es, wie es ist“, sagt die Schulleiterin der Grundschule Sophie Scholl in Kamenz-Wiesa. Ab Montag müssen die Schulen in Sachsen schließen. Der Unterricht wird wie im Frühjahr von den Klassenräumen in die heimischen vier Wände der Schüler verlagert.

Über digitale Kommunikationswege sollen sie an ihre Aufgaben kommen. Ähnlich wie im Frühjahr wird vieles über die Lernplattform LernSax ablaufen; dort können Arbeitsblätter verteilt und erledigte Aufgaben hochgeladen werden. An der Sophie-Scholl-Grundschule sieht man sich dafür gut gewappnet. Ein Vorteil seien die Erfahrungen aus dem ersten Lockdown. „Wir haben unsere Viertklässler seitdem sehr intensiv auf den Umgang mit LernSax vorbereitet. Jetzt müssen sie das Programm zu Hause in der Praxis anwenden“, sagt Ilke Krebs.

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Wilthen: Lehrer wurden intern für LernSax geschult

Auch am Immanuel-Kant-Gymnasium Wilthen wurden die Schüler intensiv geschult, sagt Schulleiter Markus Straube. „Das fand vor allem im Informatik-Unterricht statt.“ Auch Lehrer konnten sich schulintern fortbilden. „Wir haben einen Lehrer, der bereits vor Corona sehr intensiv damit gearbeitet hat. Das war für uns natürlich ein Vorteil“, erklärt Markus Straube.

Aber die Kommunikation laufe nicht nur über digitale Lernplattformen. Es gebe auch noch E-Mail-Verteiler der einzelnen Klassen. Bei den jüngeren Schülern ist dort die Mailadresse der Eltern hinterlegt, bei den älteren die eigene. „Welcher Kommunikationsweg sich am besten eignet, muss man dann sehen“, sagt Markus Straube. Das komme auch auf den Lehrer an.

Seit Anfang des Schuljahres ist Markus Straube Schulleiter am Immanuel-Kant-Gymnasium in Wilthen. Er hat die Leitung in einer schwierigen Phase übernommen.
Seit Anfang des Schuljahres ist Markus Straube Schulleiter am Immanuel-Kant-Gymnasium in Wilthen. Er hat die Leitung in einer schwierigen Phase übernommen. © SZ/Uwe Soeder

Und im Notfall seien diese in den meisten Fällen auch telefonisch zu erreichen. „Für uns kommt die Situation auch unvorbereitet. Wir wollen dennoch, dass sich die Schüler gut betreut fühlen. Das ist aber nicht immer ganz so einfach. Da auch wir Lehrer ein sehr volles Programm haben und vieles zusätzlich anbieten.“

Dennoch seien die Schulschließungen nun eine Entlastung, denn in Wilthen wurde seit zwei Wochen im Wechselmodell unterrichtet. Das heißt: Die Klassen wurden geteilt, ein Teil war vor Ort an der Schule, der andere zu Hause im Heimunterricht. Nach einer Woche wurde gewechselt. „Für die Lehrer war das natürlich eine erhebliche Mehrbelastung. Sie haben 100 Prozent Präsenzunterricht organisiert und mussten noch die Aufgaben für die Schüler, die zu Hause lernen, erstellen.“ Jetzt könne man sich auf den digitalen Unterricht konzentrieren.

Großröhrsdorf: Aufgaben auch in Papierform mitgeben

An der Rödertal Oberschule in Großröhrsdorf sieht man die Schulschließung ebenfalls sehr gelassen. „Da wir das alles schon einmal im Frühjahr durchgemacht haben, sind wir vielleicht entspannter. Wir wissen, was uns erwartet und welche Probleme auftreten können“, sagt Schulleiterin Karla Jantschke.

Auch hier werden die Aufgaben größtenteils über LernSax mitgeteilt. „Seit Anfang des Schuljahres werden die Schüler im TC- (Technik und Computer) sowie im Informatik-Unterricht darauf vorbereitet“, sagt Karla Jantschke. Die letzten Tage vor der Schulschließung habe man genutzt, dieses Wissen noch einmal aufzufrischen und Fragen zu beantworten.

Neben LernSax würden Aufgaben aber auch klassisch in Papierform mit nach Hause gegeben. „Unsere Lehrer sind gerade dabei, diese zu erstellen. Damit die Schüler sie am Freitag mitnehmen können. Sie sollten für zwei Wochen ausreichend sein“, sagt die Schulleiterin. Dabei betont sie, dass die Lehrer danach nicht abtauchen. „Wir sind weiterhin erreichbar für die Schüler und Eltern.“

Kamenz: Kinder auch im Homeschooling fordern

Erreichbar wollen auch die Lehrer der Sophie-Scholl-Grundschule in Kamenz sein. Ilke Krebs weiß, dass die Eltern jetzt wieder oft gefragt sein werden und ihren Kindern mehr helfen müssen. „Die Lehrer sind als erster Ansprechpartner für Fragen nicht mehr da“, sagt die Schulleiterin. „Dennoch sind wir auch auf die Hilfe der Eltern angewiesen.“ Gerade die jüngeren Schüler seien im Umgang mit Computern noch nicht so fit.

Dennoch müssen die Aufgaben an die Schüler übermittelt werden. „Im Gegensatz zu den Viertklässlern werden unsere jüngeren Schüler vor allem per E-Mail neue Aufgaben und Arbeitsblätter erhalten. Da müssen wir auch auf die Hilfe der Eltern zurückgreifen. Sie müssen sicherlich die ersten Fragen dazu beantworten“, sagt Ilke Krebs.

Damit möglichst wenige Fragen entstehen und die Kinder die Aufgaben selbstständig lösen können, hat sich die Kamenzer Grundschule auch ein neues Programm zugelegt. Zukünftig können Lehrer Arbeitsblätter individuell erstellen und so detailliert erklären, wie die Aufgaben zu lösen sind. Worksheet Crafter nennt sich das Programm. Die Idee stammt von einer Grundschullehrerin aus Österreich.

„Das einfache Abarbeiten von Aufgaben aus den Lehrbüchern bringt nichts“, meint Ilke Krebs. „Kinder müssen gefordert sein und Spaß bei den Aufgaben haben. Mit dem neuen Programm können wir die Aufgaben dementsprechend gestalten.“ So spielt jetzt vor allem das Thema Weihnachten eine Rolle – oder eben das Lernen zu Hause.

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