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Wenzelsmarkt in Bautzen fällt aus

Die Stadt Bautzen sagt den Weihnachtsmarkt wegen der Corona-Auflagen ab. Vor allem zwei Punkte gaben den Ausschlag.

Wegen Corona: Bautzen sagt den Wenzelsmarkt 2020 ab.
Wegen Corona: Bautzen sagt den Wenzelsmarkt 2020 ab. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Erst Umzug, jetzt Absage. Seit Dienstagabend steht fest: 2020 wird es in Bautzen keinen Wenzelsmarkt geben. Die Stadtverwaltung traf diese Entscheidung nach einem Gespräch mit Vertretern der Händler. Hintergrund sind die gestiegenen Corona-Infektionszahlen im Landkreis.

Diese führten laut Stadtverwaltung zu deutlich schärferen Hygieneauflagen, als zunächst absehbar war. Zudem habe jederzeit eine Schließung des Marktes gedroht, wenn die Zahl der Coronafälle weiter steigt. Darauf habe das Gesundheitsamt des Landkreises ausdrücklich hingewiesen. Unter diesen Umständen sei die Absage alternativlos.

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Ohnehin war klar, dass der Markt nicht wie gewohnt stattfinden kann. Ende September kündigte die Stadt eine Verlegung auf den Schützenplatz an. Durch eine Einzäunung des Geländes sollte die Besucherzahl auf 999 begrenzt werden. Zudem waren größere Abstände zwischen den Ständen und eine zentrale Erfassung der Kontaktdaten der Besucher geplant. Am gewohnten Platz auf Hauptmarkt, Reichenstraße und Kornmarkt sei all dies nicht möglich, begründetet die Stadtverwaltung damals den geplanten Umzug. Trotzdem gab es unter den Bautzenern neben Verständnis auch viel Unmut über die Idee.

Ständiges Risiko der Schließung

Ebenfalls im September reichte die Stadt nach eigener Aussage ein umfangreiches Konzept beim Gesundheitsamt ein. Doch seitdem hat sich die Situation verändert. Die Corona-Infektionszahlen im Landkreis Bautzen steigen seit etwa drei Wochen wieder an. Mittlerweile überschritten sie auch die Grenze von 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einem Zeitraum von sieben Tagen. Die Folge waren zusätzliche Auflagen für den Weihnachtsmarkt.

Vor allem zwei Punkte sind aus Rathaus-Sicht schwer umzusetzen: Zum einen die deutliche Aufstockung des Sicherheitspersonals. Denn die Stadt hätte auf dem gesamten Festgelände eine Einbahnstraßen-Regelung und Sicherheitsabstände durchsetzen müssen. Zum anderen die Erfassung der Besucherdaten. Diese hätte nicht nur zentral am Eingang erfolgen müssen, sondern auch an jedem einzelnen Stand, der Speisen oder Getränke verkauft. Das notwendige elektronische System hätte die Stadt kurzfristig anschaffen müssen.

Alle drei Punkte zusammen – Einzäunung, mehr Sicherheitskräfte und das elektronische System für die Besucherdaten– hätten laut Stadt 150.000 Euro zusätzlich gekostet.

Die Absage des Marktes sei „eine niederschmetternde Nachricht“, sagte Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) in einem Videostatement nach der Entscheidung. Die Händler hätten aber viel Verständnis gezeigt. Ahrens ist zudem überzeugt: Auch die Besucher hätten einen solchen Weihnachtsmarkt nicht gewollt. Auf einem eingezäunten Gelände, möglichweise mit Masken und mit ständigen Ermahnungen der Security – „Ich glaube unter diesen Bedingungen will keiner einen Wenzelsmarkt erleben“, sagte der OB.

Weihnachtsbaum wird aufgestellt

Für ein wenig Adventsstimmung will die Stadt trotzdem sorgen: Der Weihnachtsbaum auf dem Hauptmarkt wird trotz der Absage aufgestellt. Außerdem soll der Kreisverkehr an der Schliebenstraße mit Herrnhuter Sternen erleuchtet werden.

Der Wenzelsmarkt sollte nach ursprünglicher Planung vom 27. November bis zum 22. Dezember stattfinden. Mit fast 100 Händlern und Gastronomen zählt er zu den größten Weihnachtsmärkten der Region.

Auch in anderen Städten der Oberlausitz ist die Unsicherheit angesichts der Corona-Entwicklung groß: Der Pulsnitzer Pfefferkuchenmarkt Anfang November wurde bereits abgesagt. In Görlitz geht man hingegen aktuell davon aus, dass der Schlesische Christkindelmarkt stattfinden kann - auf einem größeren Gelände und mit mehr Abstand als sonst.

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