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Corona: Sind Schulen der neue Hotspot?

An fünf Schulen im Landkreis Bautzen gibt es Erkrankungen, eine Schule musste schließen. So geht das Landratsamt jetzt vor.

In der Bautzener Frédéric-Joliot-Curie-Grundschule haben sich drei Kinder mit dem Coronavirus infiziert, zudem eine Lehrerin und eine Hortbetreuerin. Noch bis zu den Herbstferien bleibt die Schule geschlossen.
In der Bautzener Frédéric-Joliot-Curie-Grundschule haben sich drei Kinder mit dem Coronavirus infiziert, zudem eine Lehrerin und eine Hortbetreuerin. Noch bis zu den Herbstferien bleibt die Schule geschlossen. ©  dpa/Sebastian Gollnow (Symbolbild)

Bautzen.  Am Sonnabend eilte Schulleiterin Heidrun Schönwälder in das leere Schulgebäude. Doch verlassen ist das Haus derzeit nicht nur am Wochenende: Weil es Corona-Fälle gab, bleibt die Frédéric-Joliot-Curie-Grundschule noch bis zu den Herbstferien geschlossen. Zuletzt gab es eine Notbetreuung in der Schule – doch auch die ist jetzt nicht mehr möglich. In dem Schreiben, dass Heidrun Schönwälder an diesem Sonnabend in der Schule verfasste, informiert sie die Eltern darüber. Denn weil sich auch eine Hortbetreuerin mit dem Coronavirus infiziert hat, kann die Notbetreuung nun nicht mehr stattfinden. „Ich wollte, dass die Eltern schnellstmöglich informiert sind“, sagt Heidrun Schönwälder. Ihre Schule ist jedoch nicht die einzige im Landkreis Bautzen, an der es Corona-Fälle gibt.

Wie viele Schüler und Lehrer im Landkreis Bautzen haben sich mit dem Virus infiziert?

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An insgesamt fünf Schulen im Landkreis Bautzen gibt es derzeit Lehrer oder Schüler, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Am BSZ Bautzen betrifft das einen Lehrer und eine Umschülerin. Fünf Schüler haben sich am BSZ Hoyerswerda angesteckt. Jeweils ein Schüler des Humboldt-Gymnasiums in Radeberg und der Oberschule Ottendorf-Okrilla sind positiv auf das Virus getestet worden. Und an der Curie-Grundschule in Bautzen betrifft es eine Lehrerin, drei Schüler und eine Horterzieherin. Die Grundschule Frankenthal und das Schulzentrum Gaußig sind hingegen nicht mehr betroffen.

Insgesamt elf der rund 29.500 Schülerinnen und Schüler im Kreis sind damit zum jetzigen Zeitpunkt nachweislich mit dem Virus infiziert. Wie viele Schüler nun insgesamt in häusliche Quarantäne versetzt worden sind oder noch versetzt werden müssen, ist noch unklar – derzeit laufen noch Kontaktermittlungen, teilt das Landratsamt mit.

Welche Maßnahmen sind an den Schulen ergriffen worden?

Die Curie-Grundschule ist die einzige im Kreis, die geschlossen worden ist. Für 253 Schülerinnen und Schüler an der Schule findet deshalb kein Präsenzunterricht statt. Lernblätter können Eltern im Internet herunterladen oder in der Schule abholen. An anderen Schulen sind nur einzelne Schüler oder Klassen oder Jahrgänge in Quarantäne versetzt worden. Das betrifft zum Beispiel das Gymnasium in Radeberg, an dem 95 Schüler der 12. Jahrgangsstufe vorsorglich in häusliche Lernzeit geschickt worden sind, teilt das Landratsamt Bautzen mit.

Warum wurde eine Schule geschlossen, eine andere mit ähnlich vielen Fällen aber nicht?

Dass die Curie-Grundschule geschlossen worden ist und das BSZ Hoyerswerda nicht, obwohl es dort ähnlich viele Fälle gibt, liegt unter anderem am Alter der Schülerinnen und Schüler, erklärt Vincent Richter vom Landesamt für Schule und Bildung in Bautzen. Während bei kleineren Kindern schwer nachzuvollziehen ist, welches Kind wann wie engen Kontakt mit anderen hatte, gehe das in höheren Klassen leichter. Dort können auch einzelne Kontaktpersonen in Quarantäne versetzt werden.

Dennoch reagiert Schulleiterin Heidrun Schönwälder mit Verständnis; nennt die Entscheidung des Gesundheitsamtes „sinnvoll“. Es sei eine wichtige Maßnahme, damit sich nicht noch mehr Schüler oder Lehrer anstecken.

An welchen Schulen finden derzeit noch Corona-Tests statt?

Derzeit werden insbesondere die engen Kontaktpersonen der Infizierten getestet. Vor allem Schülerinnen und Schüler sowie das Personal des Humboldt-Gymnasiums in Radeberg und der Oberschule Ottendorf-Okrilla wurden beziehungsweise werden an diesem Montag und Dienstag getestet. Auch von Kindern, die durch die Notbetreuung an der Curie-Schule mit dem Virus in Kontakt gekommen sein könnten, werden gerade noch Abstriche genommen.

So viele Corona-Fälle an Schulen – was bedeutet das jetzt?

Als Corona-Hotspots müssen Schulen trotz der Fallzahlen nicht betrachtet werden, teilt das Bautzener Landratsamt mit. Am BSZ Hoyerswerda und an der Curie-Schule hätten sich einige Kinder oder Lehrkräfte explizit in der Schule mit dem Virus angesteckt, alle anderen Betroffenen hätten sich außerhalb infiziert. Dennoch gelte es nun, schnell zu handeln: Kontaktpersonen müssen ermittelt, Tests vorgenommen und Quarantänen ausgesprochen werden.

Auch in anderen Landkreisen gibt es Corona-Fälle an Schulen. Im Landkreis Görlitz zum Beispiel gibt es derzeit Quarantäne-Maßnahmen an mindestens zwei Schulen: An einer Oberschule in Görlitz ist eine neunte Klasse in Quarantäne, in Olbersdorf eine fünfte. Fest steht: Die Bautzener Curie-Schule ist mit der Schließung bislang eher die Ausnahme; sie ist eine von drei Schulen in ganz Sachsen, die seit dem Schuljahresstart vorübergehend komplett geschlossen werden mussten.

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