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Vorerst kein Biontech-Impfstoff mehr in Sachsen

Ausbleibende Biontech-Lieferungen sorgen für einen Impfstoff-Engpass in Sachsen. Für Erstimpfungen wird laut DRK ab Samstag nur noch Astrazeneca angeboten.

Wegen eines Engpasses bei der Belieferung, können derzeit keine Erstimpfungen mehr mit Biontech angeboten werden.
Wegen eines Engpasses bei der Belieferung, können derzeit keine Erstimpfungen mehr mit Biontech angeboten werden. © Daniel Schäfer

Tausende geplante Impfungen mit Biontech können nicht durchgeführt werden. Wie das DRK Sachsen am Freitagnachmittag mitteilte, steht für Erstimpfungen kein Biontech-Impfstoff mehr zur Verfügung. In der Bestätigung tausender Impftermine für die nächsten Tage ist zwar noch Biontech als Impfstoff vermerkt, das können die Impfzentren aber nicht mehr garantieren.

"Wir haben eine Impfstoff-Delle bei der Belieferung mit Biontech", sagt der Pressesprecher des DRK Sachsen, Kai Kranich. Wer ab Sonnabend, 13. März, seinen Impftermin wahrnehmen möchte, wird darauf hingewiesen, dass stattdessen der Impfstoff von Astrazeneca abgegeben wird. Dessen Wirksamkeit sei ebenso erwiesen, versichert das DRK.

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Neue Dokumente erforderlich

Wer allerdings trotzdem auf Biontech besteht, hat in den nächsten Tagen keine Chance auf eine Erstimpfung, so Kranich. Selbst wenn die nächste Lieferung Sachsen erreicht, dauert es noch Tage, bis die Impfdosen verteilt sind. Die Lagerbestände von Biontech werden jetzt ausschließlich für die nötigen Zweitimpfungen verwendet.

Der Wechsel der schon geplanten Erstimpfungen von Biontech zu Astrazeneca hat erhebliche Auswirkungen in der Logistik. Impfwillige müssen sowohl eine neue Einwilligungs-Erklärung als auch einen neuen Anamnesebogen ausfüllen. Die können auf der Corona-Website des Freistaates heruntergeladen werden. Sollten viele das Ausfüllen erst vor Ort im Impfzentrum erledigen, könnte es zu Verzögerungen und damit ungeplanten Wartezeiten kommen. Deshalb bittet das DRK, das in Sachsen für die Logistik in den Impfzentren zuständig ist, gut vorbereitet zum Impftermin zu erscheinen. Außerdem könnte es passieren, dass nun die von den Ärzten geführten Beratungsgespräche länger dauern.

Mehr Impfangebote - weniger Impfstoff

Die Nachricht vom Engpass mit dem Impfstoff kommt zur Unzeit. Denn gerade haben die Impfzentren ihre Betriebszeiten fast überall um zwei Stunden täglich ausgeweitet. Außerdem ist in Grimma eine neue Einrichtung hinzugekommen und in Sachsen beginnen 40 Hausärzte, in ihren Praxen Coronaschutzimpfungen durchzuführen.

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In letzteren soll bislang ausschließlich Astrazeneca angeboten werden. Mit der größeren Impfgeschwindigkeit sind auch bei diesem Impfstoff weitere Lieferungen nötig, um die längerfristigen Impftermine abzusichern. Mindestens für die nächste Woche ist aber genügend Astrazeneca vorrätig, um alle Impfungen abzusichern, heißt es vom DRK. Das gelte auch, wenn bei jeder Erstimpfung von Biontech zu Astrazeneca gewechselt werden würde.

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