SZ + Bischofswerda
Merken

Lebendiger Adventskalender wird Corona-konform

Auf dem Marktplatz in Bischofswerda ist im Advent normalerweise an jedem Abend etwas zu erleben. Dieses Jahr ist nichts normal - aber trotzdem was los.

Von Timotheus Eimert
 3 Min.
Teilen
Folgen
Lena Gäbler hat in diesem Jahr den lebendigen Adventskalender in Bischofswerda organisiert. Er findet als Online-Variante statt. Dafür wurden neun Videos produziert.
Lena Gäbler hat in diesem Jahr den lebendigen Adventskalender in Bischofswerda organisiert. Er findet als Online-Variante statt. Dafür wurden neun Videos produziert. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Das erste Video ist seit dem ersten Advent online, berichtet Lena Gäbler vom Verein Regenbogen in Bischofswerda. Die 21-Jährige studiert Soziale Arbeit in Görlitz und absolviert derzeit ihr Praxissemester beim Offenen Treff B28 in Bischofswerda. Im Rahmen dessen hat sie in diesem Jahr den lebendigen Adventskalender organsiert, der in diesem Jahr nur online stattfinden kann. „Ich wusste vorher nicht, was das eigentlich ist, ein lebendiger Adventskalender“, gibt die Studentin zu.

Die Idee für so einen Kalender in Bischofswerda sei vor mehreren Jahren entstanden, berichtet Robert Geburek, Vorstandsvorsitzender des Regenbogen-Vereins. Es sei damals eine Initiative der Stadtverwaltung gewesen, damit sich die Vereine und Organisationen der Stadt präsentieren können und gleichzeitig der Handel rund um den Markt belebt wird.

„Die Aktionen fanden immer vor dem Rathaus statt, danach konnte man noch in den Geschäften am Markt verweilen, die besondere Atmosphäre in der Adventszeit genießen“, erklärt Geburek, der für die Fraktion Bürger für Bischofswerda auch im Stadtrat sitzt.

Verein hat die Organisation übernommen

Über die Jahre sei der lebendige Adventskalender dann immer größer geworden, sodass die Verwaltung einen Verein gesucht hatte, der sich um die Organisation kümmert. „Wir konnten uns das sehr gut vorstellen und organisieren ihn jetzt das vierte Jahr“, berichtet der Vorsitzende weiter. Im vergangenen Jahr jedoch musste der außergewöhnliche Adventskalender kurzfristig wegen Corona abgesagt werden.

„2019 fand also der letzte richtige lebendige Adventskalender statt. Damals hatten wir an 24 Tagen eine kleine Aktion auf dem Marktplatz“, berichtet Geburek. Es sei anschließend auch Zeit zum Zusammenkommen gewesen. Dafür habe immer ein großes Zelt auf dem Marktplatz gestanden. „Wir haben dann gegrillt, Glühwein und Kinderpunsch ausgeschenkt. Es gab unter anderem ein Bastelangebot und Kinderschminken“, erzählt Robin Stachowski, stellvertretender Vorsitzender des Vereins.

Mit diesem Angebot war der lebendige Adventskalender Bischofswerdas längster und kleinster Weihnachtsmarkt. An 23 Abenden jeweils um 17 Uhr war eine Aktion geplant. Nur zu Heiligabend gab es eine Ausnahme. Dann wurde das Kalendertürchen schon 9.30 Uhr geöffnet. „Die Freiwillige Feuerwehr hatte etwas vorbereitet, die Funkengarde, jeder durfte sich einbringen“, sagt Robert Geburek.

Einladung zum virtuellen Tierparkbesuch

Lena Gäbler habe deswegen schnell gefallen an der Organisation gefunden. Nach der Corona-bedingten Absage im vergangenen Jahr plante sie von vornherein zweigleisig. „Es gab zwei Varianten, eine davon in Präsenz. Dabei war jeweils eine Aktion am Mittwoch, Sonnabend und Sonntag geplant“, erläutert die Studentin. Doch auch in diesem Jahr lassen die Corona-Zahlen das nicht zu. „Wir haben uns deswegen für unsere Online-Variante entschieden“, sagt sie.

Dafür habe sie gemeinsam mit den Kindern des Offenen Treffs an der Belmsdorfer Straße insgesamt neun Videos produziert. Diese werden nun jeden Mittwoch und Sonntag in der Adventszeit auf der Website sowie auf dem Facebook- und dem Instagram-Kanal des Regenbogen-Vereins gepostet. Im ersten Video lesen vier Kinder das Märchen vom gestiefelten Kader.

„Mein absolutes Highlight ist das Video mit der Freiwilligen Feuerwehr. Die Kinder durften unter anderem die Geräte testen und bekamen eine exklusive Führung“, sagt Gäbler. Wann das Video erscheint, will sie aber noch nicht verraten. Die Zuschauer erwarten außerdem ein virtueller Tierpark-Besuch, Bastelanleitungen und Rezepte zum Plätzchenbacken. In diesen Videos sind Buchstaben versteckt, die am Ende ein Lösungswort ergeben. „Wer uns das richtige Wort am Ende schickt, kann großartige Preise gewinnen“, gibt Simone Reck, die den Adventskalender ebenfalls mit organisiert hat, einen kleinen Anreiz.