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Bischofswerda: So haben Freiwillige in Heimen geholfen

Die Stadt hatte im Dezember wegen der Corona-Lage Helfer gesucht. Die Resonanz hat die Heimbetreiber überrascht.

Anna-Maria Harnisch, Manuela Lehmann und Kathrin Jordan (von links) haben in den vergangenen Wochen im Altenpflegeheim "Zur Heimat" in Bischofswerda ausgeholfen.
Anna-Maria Harnisch, Manuela Lehmann und Kathrin Jordan (von links) haben in den vergangenen Wochen im Altenpflegeheim "Zur Heimat" in Bischofswerda ausgeholfen. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Robert Geburek ist voll des Lobes. "Sie waren mit die Emsigsten", sagt der Leiter des Altenpflegeheims der Diakonie „Zur Heimat“ in Bischofswerda. Er meint Anna-Maria Harnisch, Manuela Lehmann und Kathrin Jordan. Die drei Frauen aus Bischofswerda und Uhyst haben in den vergangenen Wochen freiwillig in seiner Einrichtung bei der Arbeit in der Küche und der Betreuung der Bewohner geholfen.

Mitte Dezember hatte die Stadt Bischofswerda einen Aufruf veröffentlicht, mit dem sie nach Freiwilligen für die Arbeit in den beiden lokalen Pflegeheimen suchte. Wie Robert Geburek sagt, lief das schnell und unkompliziert über das Büro des Oberbürgermeisters. Interessierte konnten sich direkt bei ihm oder Sascha Bock melden, dem Geschäftsführer der Oberlausitz Pflegeheim und Kurzzeitpflege-Gesellschaft, die das Seniorenwohnheim „Am Belmsdorfer Berg“ betreibt.

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Auch Sven Urban war und ist bereit zu helfen. Der Schiebocker Stadtrat (SPD) und Lehrer im BSW-Bildungszentrum ist auch Mitglied des Kuratoriums der Diakonie Bautzen. Dadurch habe er vergangenes Jahr von der Situation in den Pflegeheimen erfahren, noch bevor der Aufruf der Stadt Bischofswerda veröffentlicht worden sei.

Sven Urban hat ebenfalls im Pflegeheim der Diakonie geholfen. Er begründet sein Engagement mit seiner Verantwortung als Christ und Sozialdemokrat.
Sven Urban hat ebenfalls im Pflegeheim der Diakonie geholfen. Er begründet sein Engagement mit seiner Verantwortung als Christ und Sozialdemokrat. © Archiv/Steffen Unger

„In diesem Kontext habe ich natürlich sofort meine Hilfe dem Heimleiter Robert Geburek zugesagt. Dies ging recht unkompliziert, da wir beide in unserer Funktion als Stadträte schon eng zusammenarbeiten.“

Fast täglich im Einsatz gewesen

Sven Urban begann am 21. Dezember im Diakonie-Heim und „übernahm nun ehrenamtlich und täglich den Hol- und Bringedienst für die Essensversorgung des Hospizes sowie der Kindertagesstätten der Diakonie“, wie er berichtet. Bis auf Heiligabend und den ersten Weihnachtsfeiertag sei er täglich im Einsatz gewesen.

Seine Hilfe sei dankbar angenommen worden. Er berufe sich auf seine Botschaft als Sozialdemokrat und Christ. „Liebt nicht mit Worten, sondern auch mit Taten.“ Gerade in Zeiten von Fake News, Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretikern müsse man klare Zeichen setzen und sich um den Schutz der Menschen kümmern, die geschützt werden müssen, ist Sven Urban überzeugt. Anfang Januar endete seine Zeit als Helfer vorerst.

Fast die Hälfte des Personals fiel aus

Pflegeheimleiter Robert Geburek sagt, dass sich nach dem Aufruf der Stadt 15 bis 20 Freiwillige gemeldet hätten. „Die Resonanz war richtig gut, und ich war positiv überrascht.“ Das habe geholfen, gerade in einer Zeit, in der einige Bewohner mit dem Coronavirus infiziert gewesen seien und es auch Todesfälle gegeben habe.

Zudem sei in der Einrichtung zeitweise die Hälfte der Mitarbeiter wegen Corona-Infektionen ausgefallen. Eigentlich hätte er in dieser Situation zusätzliches Personal organisieren müssen, sagt Geburek. Aufgrund der Freiwilligen sei das nicht nötig gewesen.

Außer bei der Auslieferung des Essens wie im Fall von Sven Urban hätten die Helfer etwa in der Küche gearbeitet. Gerade zur Mittagszeit falle immer viel Abwasch an, erklärt Robert Geburek. Andere hätten in den Wohnbereichen geholfen, vor allem in der Nachmittagsbetreuung. „Sie haben Essen ausgeteilt, Getränke gereicht oder mit unseren Bewohnern gesprochen.“

Aktuell kein Bedarf an Helfern

Vielen Bewohnern hätte der Antrieb gefehlt, und die Lust aufs Essen und Trinken sei nicht da gewesen. Die freiwilligen Helfer hätten hier die wichtige Aufgabe der Motivation und Unterstützung übernommen.

Mittlerweile ist die Zeit der Helfer im Pflegeheim „Zur Heimat“ vorbei. Bis zum 10. Januar seien sie im Einsatz gewesen, sagt Robert Geburek. „Das war sehr gut und hilfreich. Der Bedarf ist jetzt aber nicht mehr gegeben, weil unsere Mitarbeiter fast komplett wieder da sind.“

Allerdings sei etwa 20 Prozent des bislang infizierten Personals wegen anhaltender Symptome länger ausgefallen. Derzeit gebe es aber keine Infektionen in der Einrichtung. „Ich kann trotzdem nicht sagen, wie lange wir sicher sind“, erklärt der Heimleiter. Mit regelmäßigen Schnelltests habe man zumindest das Infektionsgeschehen im Blick.

Robert Geburek überlegt, ob und wie man die freiwilligen Helfer bei weiteren möglichen Notfällen einbinden kann. „Vielleicht lässt sich daraus etwas für die Zukunft machen.“ Sobald es die Corona-Schutzmaßnahmen wieder zulassen, würde er gern ein Treffen seiner Ehrenamtlichen organisieren.

Hilfe in Wohngruppe und bei Schnelltests

Im gesamten Landkreis Bautzen wurden Ende des vergangenen Jahres Mitarbeiter für verschiedene Einrichtungen gesucht. Auch beim Seniorenwohnheim „Am Belmsdorfer Berg“ konnten sich Freiwillige melden. „14 Menschen haben uns kontaktiert. Dafür waren wir sehr dankbar und haben uns darüber gefreut“, sagt Geschäftsführer Sascha Bock.

In der Einrichtung mit 390 Betten habe bislang keine Notsituation bestanden, weswegen der Einsatz von Freiwilligen überschaubar blieb. „Wir haben es zu einem Großteil mit unserem eigenen Personal geschafft, aber man weiß nie, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt.“ Auch hier gab es Infektionen bei Bewohnern, aber auch hier versuche man die Situation mit Schnelltests zu kontrollieren.

Zwei Helfer seien im Seniorenwohnheim über die Weihnachtsfeiertage im Einsatz gewesen, beide mit medizinischer Fachausbildung. Eine Person habe in einer Wohngruppe gearbeitet und die andere bei den Schnelltests für Besucher geholfen.

Aktuell benötige das Heim keine Helfer, aber allein das Angebot sei toll gewesen, führt Sascha Bock aus. „Es haben sich junge und alte Menschen mit und ohne Pflegebezug gemeldet. Das war ein gutes Signal von außen, Hilfe bekommen zu können.“

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