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Der bizarre Masken-Streit von Glaubitz

Zwei Frauen ohne Mundschutz werden in einem Einkaufsmarkt von einem Verkäufer körperlich angegriffen. Die Polizei ermittelt.

Bei Facebook kursiert ein Video des Vorfalls, der sich in einem Glaubitzer Einkaufsmarkt ereignete.
Bei Facebook kursiert ein Video des Vorfalls, der sich in einem Glaubitzer Einkaufsmarkt ereignete. © Foto: Maximilian Helm/Quelle: Facebook

Glaubitz. Schlagermusik dudelt, Kunden kommen, um die Sonderangebote zu studieren. Es gibt die erste Weihnachtsdekoration. Überall hängen Schilder, die auf das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes hinweisen. Die Welt scheint völlig in Ordnung in diesem Einkaufsmarkt in Glaubitz.

Doch ein paar Tage zuvor, am Montag, gab es hier einen ernsten Zwischenfall. Videos, die den Vorfall dokumentieren sollen, kursieren in den sozialen Netzwerken. Ein Mann im roten Pullover – offenbar ein Verkäufer – ist zu sehen, der auf zwei Frauen ohne Maske zugeht. Der Mann hat etwas Messerähnliches in der Hand. Die Frauen fordern ihn auf, Abstand zu halten. Der Mann zieht und zerrt an einer der Frauen, die auf ein Mundschutz-Attest hinweist und mit der Polizei sowie einer Anzeige droht. Die Frauen filmen den Vorfall mit dem Handy. Dabei ist zu sehen, dass auch der Verkäufer seine schwarze Maske unkorrekt trägt: die Nase bleibt frei. 

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Die Polizei bestätigt am Donnerstag den Vorfall. Nach bisherigen Erkenntnissen haben am 2. November gegen 15 Uhr zwei Frauen im Alter von 32 und 50 Jahren ohne Mund-Nasenbedeckung wiederholt einen Einkaufsmarkt an der Industriestraße in Glaubitz betreten. Sie seien vom Marktpersonal angesprochen und des Ladens verwiesen worden. Dabei sei es zu Handgreiflichkeiten gekommen. Als die alarmierten Polizeibeamten vor Ort eintrafen, hatten die beiden Frauen den Markt bereits verlassen.

Zwischenzeitlich liegen der Polizei zwei Anzeigen wegen Hausfriedensbruch gegen die beiden Frauen vor. Hinzu kommt eine Anzeige wegen Körperverletzung gegen einen Marktangestellten (61) und eine weitere Anzeige wegen Bedrohung gegen einen weiteren Marktangestellten (65). 

Die Aufregung in den sozialen Medien ist  groß. Unglaublich, so lauten die meisten Reaktionen unter dem von der Meißner Unternehmerin Kathrin Hinz geteilten Facebook-Post. Und eine weitere ist eine Frage, die sich stellt: Wohin driftet unsere Gesellschaft?

Der Angriff oder versuchte Angriff mit einem Messer ist strafrechtlich gefährliche Körperverletzung. Bereits der Versuch ist strafbar. Aber es ist kein Verbrechen, sondern ein Vergehen. 

In Glaubitz kursieren derweil auch noch ganz andere Gerüchte. Was, wenn die beiden Frauen den Vorfall inszeniert haben? Wenn sie das Verkaufspersonal provoziert haben, um die Videos aufzunehmen?

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