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Bremst Corona die Skisaison aus?

Der Skiclub in Rugiswalde steht in den Startlöchern. Vorbereitet ist alles. Doch ein wichtiges Detail fehlt. Und das ist nicht der Schnee.

Blick auf den Skihang in Rugiswalde.
Corona hat auch Auswirkungen auf den ohnehin gebeutelten Wintersport.
Blick auf den Skihang in Rugiswalde. Corona hat auch Auswirkungen auf den ohnehin gebeutelten Wintersport. © Steffen Unger

Wer in diesen Tag am Skihang im Neustädter Ortsteil Rugiswalde vorbeifährt, wird einigermaßen verwundert sein. Ein wichtiges Detail fehlt: Der Rugi. Die lustige Figur des Skiclubs Rugiswalde kündigte in jedem Jahr die Skisaison an, mal mehr, mal weniger verschneit. Für alle Pistenblitze und Langläufer war das aber zumindest immer der Hoffnungsschimmer auf eine schöne Skisaison. Doch in diesem Jahr steht der Rugi noch immer nicht an seinem gewohnten Platz.

Hans-Jürgen Nitsche der Chef des Skiclubs Rugiswalde bedauert, dass in diesem Jahr nicht einmal das Maskottchen des Vereins aufgestellt werden konnte, coronabedingt. "Für uns ist das immer eine schöne Tradition. Zum Aufstellen sind wir immer vier Mann aus vier verschiedenen Haushalten", sagt er. Und das sind eben derzeit zwei Hausstände zu viel.

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Das waren noch Zeiten. Der Rugi am 12. Dezember 2018.
Das waren noch Zeiten. Der Rugi am 12. Dezember 2018. © Archivfoto: Steffen Unger

Ob der in diesem Jahr fehlende Rugi nun auch ein Zeichen für eine geplatzte Skisaison ist? Immerhin hoffen passionierte Skifahrer, dass zumindest der harte Lockdown am 10. Januar endet und sie dann wenigstens innerhalb Sachsens Wintersport betreiben können. In Tschechien, wie im Iser- und im Riesengebirge, bei vielen Deutsche aus den Grenzregionen beliebte Wintersportgebiete, öffnen die Anlagen zwar. Aber aufgrund der geltenden Regelungen sind sie für Deutsche nicht erreichbar. Eine Alternative vor Ort wäre dann die willkommene Abwechslung.

"Wenn der Lockdown verlängert wird, wäre dass für uns die zweite ausgefallene Saison", sagt Hans-Jürgen Nitsche. Für den Verein ein schwerer finanzieller Verlust. Immerhin wurde in den letzten Jahren einiges investiert, in neue Gebäude, auch in neue Schneekanonen. Denn der Rugiswalder Hang ist in der näheren Umgebung der einzige, der auch künstlich beschneit werden kann. Um das Wasser aus den Teichen ziehen zu können, müssten die Temperaturen etwa eine Woche lang zwischen minus drei bis minus fünf Grad liegen. Ansonsten lohne es nicht, die Schneekanonen anzuwerfen. In der vergangenen Saison hatte es der Skiclub noch versucht. Die Hoffnungen schmolzen vor den Augen der Skifahrer dahin. Nur ganze fünf Tage war der Lift in Betrieb.

Corona bremst alpinen Amateursport aus

Eine Liftanlage und einen Skihang kann man nicht von heute auf morgen in Betrieb nehmen. Und solange wie Sportstätten, zu denen auch ein Skihang gehört, geschlossen bleiben müssen, wird sich auch in Rugiswalde nichts daran ändern können. Allerdings und das ist Hans-Jürgen Nitsche wichtig, Abstand- und Hygieneregeln können eingehalten werden. Deshalb haben sich die Mitglieder des Skiclubs schon Gedanken gemacht. Auf dem Lift dürfte dann nur eine Person sitzen, beim Anstehen am Lift kann man Abstand halten wie auch bei der Skiausleihe. "Das wäre alles kein Problem, zumal man ja an der frischen Luft ist und wir auf die Vernunft der Leute setzen", sagt Hans-Jürgen Nitsche.

Was ihn aber besonders ärgert, ist, dass der ganze Amateursport komplett lahmgelegt ist. Der Nachwuchs kann ebenfalls nicht trainieren und das ist schlecht für die jungen Leute. Denn der Skihang verfügt über Plastmatten und auf denen sie jetzt trainieren könnten. Das Prinzip: "Einer steigt unten in den Lift, während der anderer oben abfährt. Also wir haben uns schon Gedanken gemacht. Immerhin wäre das Training wichtig", sagt der Chef. Denn im Skiverein wird die Nachwuchsarbeit großgeschrieben. Den Kindern wird nicht nur eine aktive Freizeitgestaltung geboten.

Anerkannter Talentestützpunkt im alpinen Skisport

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In mehreren Trainingsgruppen werden die Jüngsten von erfahrenen Übungsleitern betreut und trainiert. Bei Kinder- und Jugendwettkämpfen stellt der Nachwuchs sein Können unter Beweis und das auch richtig erfolgreich. Deshalb ist der Skiclub Rugiswalde seit mehreren Jahren anerkannter Talentestützpunkt des Deutschen Skiverbandes. Zumindest im Kinder- und Jugendsport hofft man auf einige Lockerungen. Denn derzeit kann der Nachwuchs coronabedingt auf überhaupt keinen Pisten trainieren, auch nicht in den Nachbarländern. "Das ist bitter für uns alle. Wir können nur auf bessere Zeiten hoffen und drauf, dass man uns weiter die Treue hält", sagt Hans-Jürgen Nitsche.

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