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Britischer Corona-Typ breitet sich im Kreis Görlitz aus

Bereits sechs Neuinfektionen sind auf die Mutation zurückzuführen. Derweil werden weitere 13 Todesfälle gemeldet. Sechs Gemeinden sind ohne Corona.

Symbolfoto
Symbolfoto © Claudia Hübschmann

Der britische Coronavirus-Typ breitet sich im Landkreis aus. Wie das Kreis-Gesundheitsamt am Freitag mitteilte, wurden erneut zwei Neuinfektionen in Neißeaue und Herrnhut mit dem neuen Typ festgestellt, der ansteckender ist als die bisherigen. Die beiden Fälle stehen in Zusammenhang mit den zwei Neuinfektionen mit dem mutierten Virus in Herrnhut und im Schöpstal, über die der Kreis am Donnerstag berichtete. Damit sind bislang sechs Infektionen mit der Mutation im Kreis Görlitz registriert worden. Die ersten beiden Fälle waren am vergangenen Sonnabend in Bad Muskau aufgetreten.

Die ansteckenderen Corona-Varianten dürften nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) eine immer größere Rolle in Deutschland spielen. Bislang dominierten sie aber noch nicht das Infektionsgeschehen, wie RKI-Chef Lothar Wieler am Freitag in Berlin sagte. Der Anteil der in Großbritannien entdeckten Variante B.1.1.7 liege nun bei knapp sechs Prozent. In 13 der 16 Bundesländern sei sie inzwischen nachgewiesen. "Die Situation ist noch lange nicht unter Kontrolle", sagte Wieler. Insgesamt sei das Coronavirus durch die Varianten gefährlicher geworden. "Das Virus ist noch nicht müde, im Gegenteil, es hat gerade nochmal einen Boost bekommen", so Wieler, also einen Auftrieb.

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Inzidenz sinkt auf 131

Insgesamt meldeten Labore und Praxen bis Freitagmittag 38 nachgewiesene Neuinfektionen mit dem Coronavirus, darunter ein Kind. Am Freitag vor einer Woche waren es 54. Der Kreis gibt die 7-Tage-Inzidenz mit 131 an, vor einer Woche lag sie bei 148. Die Politik strebt mit den jetzt bis 14. Februar verhängten Corona-Auflagen an, die Inzidenz auf höchstens 50 Fälle binnen sieben Tage und 100.000 Einwohnern zu drücken. Am kommenden Mittwoch beraten die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Anlage Merkel, wie es weitergehen soll.

Die höchsten Inzidenzen auf Ebene der Kommune wiesen am Donnerstag Kreba-Neudorf (467), Herrnhut (445) und Großschweidnitz (397) nach Angaben des Freistaates Sachsen auf. Unter den großen sechs Städten sieht es folgendermaßen aus: Weißwasser mit Inzidenz 88, Görlitz 93, Niesky 107, Löbau 111, Zittau 132 und Ebersbach-Neugersdorf 219.

Keine Neuinfektionen seit einer Woche verzeichneten am Freitag laut der Kreis-Statistik die sechs Gemeinden Beiersdorf, Lawalde, Mücka, Waldhufen, Oppach und Schönbach. Allerdings ist das nur eine Momentaufnahme: So hatten Dürrhennersdorf, Hohendubrau, Oybin und Quitzdorf am See am Donnerstag eine Inzidenz von 0, doch wurden dann Einwohner dieser Dörfer bis Freitagmittag positiv getestet. Zudem enthalten die Statistiken nur durch einen Test nachgewiesene Infektionen.

Rückläufig ist die Zahl der unter Quarantäne stehenden Pflegeeinrichtungen, die zu Hotspots der Pandemie im Landkreis Görlitz geworden sind. So stünden noch sechs unter Quarantäne und seien von Corona betroffen. Dazu zählen zwei Einrichtungen der Behindertenhilfe in Herrnhut und Zittau sowie vier Einrichtungen der Altenhilfe in Oderwitz, Görlitz, Großschönau und Ebersbach-Neugersdorf.

Momentan sind im Landkreis Görlitz geschätzt 412 Personen mit dem Coronavirus infiziert.

Allein sechs von 13 Todesfällen in Weißwasser

166 Menschen werden derzeit stationär in den Kliniken des Landkreises Görlitz behandelt, 16 benötigen eine intensivmedizinische Betreuung. Nach Angaben des bundesweiten Intensivregisters divi werden acht Personen beatmet.

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Für den Zeitraum 27. Dezember bis 27. Januar sind dem Landkreis weitere 13 Todesfälle gemeldet worden. Es handelt sich dabei um fünf Frauen und acht Männer im Alter von 61 bis 89 Jahren. Sie stammen aus Weißwasser (6), Zittau (2) sowie Bad Muskau, Gablenz, Ebersbach-Neugersdorf, Löbau, Trebendorf (je einer). Damit erhöht sich die Zahl der im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion verstorbenen Personen auf 819. (mit dpa)

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