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Görke kritisiert Impfzentrum-Schließung

Der Bürgermeister von Kottmar sagt zum Ende der zentralen Anlaufstelle in Löbau: Wieder einmal gerät der ländliche Raum dadurch ins Hintertreffen.

Kottmar-Bürgermeister Michael Görke kritisiert die Schließung des Löbauer Impfzentrums.
Kottmar-Bürgermeister Michael Görke kritisiert die Schließung des Löbauer Impfzentrums. © Matthias Weber

Ab Juli soll es in Sachsen nur noch drei Impfzentren geben. Das bedeutet auch die Schließung für das Löbauer Impfzentrum im Messegelände. Nur noch bis zum 30. Juni soll das DRK hier gegen das Coronavirus impfen. Daran gab es bereits Kritik, zum Beispiel auch aus ärztlicher Sicht.

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Auch Kottmar-Bürgermeister Michael Görke, der flächenmäßig größten Gemeinden in der Umgebung mit sieben Ortsteilen, kritisiert die Entscheidung. "Wieder stellt sich mir die Frage: Sieht so die von Ministerpräsident Kretschmer versprochene besondere ländliche Förderung aus?", fragt der Bürgermeister. "Ich halte es für einen großen Fehler, jetzt die Impfzentren zu schließen." Zu Beginn konnten sie nicht genutzt werden, weil kein oder nur wenig Impfstoff vorhanden war, so Görke weiter. Jetzt, wo sich alles eingespielt habe und nur wenige Termine zu bekommen sind, weil der Andrang so groß ist, werden die Zentren geschlossen. "Dabei sollten wir alle nicht vergessen, wer für fehlenden Impfstoff am Jahresanfang die Verantwortung trug."

Die Impfzentren hätten in den letzten Wochen und Monaten Großartiges geleistet, schätzt Görke ein. Mit der Schließung werde man ganz bestimmt die Impfziele nicht erreichen.

Das Argument zu bringen, mit mobilen Impfteams und den Hausärzten würden die Zentren nicht mehr benötigt, hält Görke für schlichtweg falsch. "Die Wahrheit ist, dass es einfach zu teuer ist." Die Hausärzte hätten mit ihren täglichen Aufgaben genug zu tun. Dass sie sich bereit erklärt haben, zusätzlich selbst zu impfen, sei nicht hoch genug einzuschätzen. "Aber es geht doch hier schlicht um die Gesundheit der Bevölkerung und um ein schnelles Wiederherstellen der Grundrechte und eines normalen Lebens. Es geht um Millionen von Arbeitsplätzen und sehr vielen Existenzen. Jetzt zählt offenbar nur noch das Geld und nicht mehr der Mensch, so Görke."

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