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Politik

Bundesregierung plant Aus für kostenfreie Corona-Test

Teststationen schossen wie Pilze aus dem Boden in der Corona-Krise. Der schnelle Abstrich gehört heute zum Alltag. Doch Tests sollen nicht dauerhaft umsonst sein.

Dresden: Ein Mitarbeiter des Corona-Testzentrums im Parkhotel Dresden bereitet einen Schnelltest vor. Bürgertests sollen bald kostenpflichtig werden.
Dresden: Ein Mitarbeiter des Corona-Testzentrums im Parkhotel Dresden bereitet einen Schnelltest vor. Bürgertests sollen bald kostenpflichtig werden. ©  dpa/Sebastian Kahnert (Symbolfoto)

Berlin. Die derzeit zahlreichen Angebote für kostenlose Coronavirus-Schnelltests sollen früher oder später entfallen. "Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat schon vor Wochen gesagt, dass er es für denkbar hält, die Tests zu einem späteren Zeitpunkt für Ungeimpfte nicht mehr kostenlos anzubieten. Der genaue Zeitpunkt ist noch festzulegen", teilte das Bundesgesundheitsministerium am Samstag auf Anfrage mit. Wie aus Regierungskreisen verlautete, gibt es dazu allerdings noch keine Einigung.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Corona-Tests sollten kostenpflichtig werden, wenn alle sich hätten impfen lassen können - also in wenigen Wochen." Ausnahmen müssten natürlich für die gelten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können sowie für Kinder und Jugendliche. Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) forderte den Bund auf, Corona-Tests so schnell wie möglich kostenpflichtig zu machen.

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WERBUNG FÜR DAS IMPFEN: Politik und Verbände werben massiv für die Corona-Impfungen. SPD-Chefin Saskia Esken sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag): "Ich werbe dafür, Impfmobile an die Schulen zu schicken, um - in Absprache mit den Eltern - den Jugendlichen die Impfung so einfach wie möglich zugänglich zu machen." In der kommenden Woche enden in den ersten Bundesländern die Sommerferien, in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg beginnt der Unterricht dann wieder in Präsenz. Städtetag-Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Um den Unterricht in Präsenz abzusichern, appellieren wir an die Länder, mehr Impfungen in Schulen möglich zu machen." Dies könne ein Beitrag sein zum Schutz junger Menschen und für weniger Infektionen mit dem Coronavirus an Schulen. Teilweise sind solche Aktionen berits geplant.

IMPFRATE: 61,6 Prozent (51,2 Millionen Menschen) in Deutschland sind inzwischen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft, wie Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) am Samstag twitterte. 52 Prozent (43,2 Millionen) sind demnach vollständig geimpft. Unter den Jugendlichen hat jeder Fünfte inzwischen eine erste Impfung bekommen. In absoluten Zahlen sind es 900 000.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna. Für Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission die Impfung bisher jedoch nur Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Als Gründe nannte die Stiko fehlende Daten zur Sicherheit des Impfstoffs.

Nach Ansicht von Experten sind die Impfzahlen viel zu niedrig, um angesichts der grassierenden hochansteckenden Delta-Virusvariante die anrollende vierte Welle flach zu halten. Und das Impftempo lässt nach: Derzeit wird an vielen Tagen noch gut eine halbe Million Impfdosen verabreicht, im Mai/Juni waren es teils an die 1,5 Millionen.

CORONA-ZAHLEN: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen und lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen bei 16,9 - am Vortag betrug der Wert 16,5, am Samstag der Vorwoche 13,6. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 2400 Corona-Neuinfektionen.

TESTS FÜR REISERÜCKKEHRER: Auslandsurlauber ab zwölf Jahren müssen ab diesem Sonntag bei ihrer Rückkehr generell einen negativen Corona-Test vorweisen. Für Geimpfte und Genesene entfällt diese Pflicht - es sei denn, jemand kommt aus einem Gebiet, in dem neue, besorgniserregende Coronavirus-Varianten kursieren.

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CORONA-HILFEN: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) plädiert für eine Verlängerung der Corona-Hilfen mindestens bis zum Jahresende. "Niemand soll kurz vor der Rettung ins Straucheln geraten", sagte der SPD-Kanzlerkandidat den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Hilfen wie die Kurzarbeiter-Regelung und auch die Wirtschaftshilfen seien bis zum 30. September befristet. "Ich will beides bis zum Jahresende verlängern. Möglicherweise müssen wir auch im nächsten Jahr dem einen oder anderen Unternehmen helfen."

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