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Der Eishockey-Bundestrainer hat Corona

Nach der Absage von Toni Söderholm stellt sich die Frage nach dem Sinn des Deutschland-Cups. Schließlich fehlen auch die Fans und Top-Gegner.

Eishockey-Bundestrainer Toni Söderholm ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.
Eishockey-Bundestrainer Toni Söderholm ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. © dpa/Armin Weigel

Von Jörg Soldwisch

Krefeld. Neun Monate hatte Toni Söderholm auf diesen Moment gewartet – und dann das! Ein positiver Covid-19-Test, Quarantäne statt Deutschland-Cup. „Das ist die größte persönliche Enttäuschung, die ich als Spieler oder Trainer erlebt habe“, sagte der Eishockey-Bundestrainer total frustriert.

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Seine Sars-Cov-2-bedingte Absage passt ins Bild. Das Traditionsturnier von Donnerstag bis Sonntag in Krefeld steht unter keinem guten Stern. Inmitten der zweiten Corona-Welle ereilte die Ausrichter eine schlechte Nachricht nach der anderen. Erst sagten Russland, Schweiz und Slowakei ab. Dann zog auch noch Ersatzkandidat Norwegen aufgrund eines positiven Tests seines Kapitäns Jonas Holös zurück. Schließlich verordneten die Ämter ein Fanverbot.

Jetzt muss der Wettbewerb im geänderten Modus mit drei Mannschaften stattfinden. Außer der deutschen A-Auswahl nimmt auch ein Top-Team Peking des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) teil. Lettland macht den Deutschland-Cup überhaupt möglich. Dennoch stellt sich immer mehr die Frage nach dessen Sinn. Finanziell steht am Ende ein dickes Minus in der Rechnung. Auch der sportliche Mehrwert dürfte sich in Grenzen halten. Eine Absage kommt für den DEB dennoch nicht infrage.

Popiesch und Ziesche stehen an der Bande

„Wenn wir nicht spielen würden“, sagte Organisationschef Mario Hilble, wären „sowohl der wirtschaftliche als auch der sportpolitische Schaden größer“. Es sei „wichtig, präsent zu sein und Eishockey präsentieren zu können“. Seit dem ersten Lockdown im Frühjahr ruht der Puck. Klubs und DEB kämpfen mit massiven wirtschaftlichen Problemen. Der Deutschland-Cup und der Magenta-Sport-Cup vom 11. bis 13. Dezember mit acht Vereinen aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) bringen zwar kein Geld, aber ein bisschen Aufmerksamkeit, Spielpraxis und Hoffnung.

Söderholm forderte daher alle Beteiligten im deutschen Eishockey auf, aus dem Corona-Schlaf aufzuwachen. „Es ist wichtig, dass wir einen mentalen Switch machen“, sagte er. Der Finne wolle auch aus der Quarantäne das Beste aus der Situation holen. Mit U-18-Bundestrainer Steffen Ziesche sowie den dazu geholten Thomas Popiesch von den Fischtown Pinguins Bremerhaven aus der DEL und Ville Peltonen sei er jeden Tag zwei- bis viermal in Kontakt und bespreche die Abläufe und Inhalte. Der 42-Jährige bekommt die Trainings-Einheiten auf Video, und bei den Spielen steht er in der Drittelpause digital mit der Auswahl in Verbindung.

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Die Mannschaften leben in einer Blase ohne Kontakt zur Außenwelt, damit das Turnier nicht noch durch weitere Corona-Fälle in Gefahr gerät. Die Spieler bekommen Geräte, die Kontaktzeiten festhalten und Mindestabstände kontrollieren. Söderholm benötigt sie nicht. Er sitzt daheim fest. Wann der Skandinavier als Eishockey-Bundestrainer wieder bei einem Spiel an der Bande stehen kann, bleibt offen. (sid)

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