SZ + Sebnitz
Merken

Corona: Bundeswehr hilft in Sebnitzer Klinik aus

In den Asklepios-Kliniken wird es eng. Orthopädische Operationen in der Hohwaldklinik müssen verschoben werden.

Von Anja Weber
 3 Min.
Teilen
Folgen
Die Bundeswehr hilft in der vierten Corona-Welle im Krankenhaus Sebnitz, im Bild v.l. Stabsunteroffizier Florian H., Oberstabsgefreiter Sebastian G.
Die Bundeswehr hilft in der vierten Corona-Welle im Krankenhaus Sebnitz, im Bild v.l. Stabsunteroffizier Florian H., Oberstabsgefreiter Sebastian G. © Steffen Unger

Die Asklepios Sächsische-Schweiz-Klinik in Sebnitz bekommt Unterstützung von der Bundeswehr. Anders ist die derzeitige Situation nicht mehr zu bewältigen. An die 20 Soldatinnen und Soldaten helfen aus. Außerdem wurde Personal umgesetzt. In Abstimmung mit den sächsischen Landesbehörden und der zentralen Krankenhausleitstelle Corona Dresden/Ostsachsen werde seit dieser Woche medizinisches Personal sowie klinische Ausstattung aus dem Hohwald in Sebnitz eingesetzt.

"Wir nutzen damit wieder einmal die regionale Stärke der drei Kliniken hier in Sachsen, um in Sebnitz sowohl die Kapazitäten der ITS-Station, auf der sich Covid-Patienten und Patientinnen befinden, als auch die der Normalstation zu erhöhen", sagt Klinikgeschäftsführer Johannes Biesold. Natürlich habe dies für die Orthopädische Klinik im Hohwald zur Folge, dass dort weniger Operationen stattfinden können. "Im Moment operieren wir ausschließlich Patienten und Patientinnen, die danach keine intensivmedizinische Versorgung benötigen", so der Geschäftsführer.

Im Vergleich zum letzten Jahr habe man definitiv mehr Patienten mit einer Covid-19-Infektion und dementsprechend auch einen höheren Bedarf an Personal. Die Personalsituation habe sich aber deutlich stabilisiert, der Krankenstand sei deutlich niedriger als im letzten Jahr. Die Soldatinnen und Soldaten entlasten die Beschäftigten in der Klinik und unterstützen bei einfacheren Aufgaben, beispielsweise bei der Essensauslieferung oder beim Begleiten zu Untersuchungen. Für das Klinikpersonal ist das bereits eine enorme Erleichterung.

Proteste vor der Klinik gegen Impfpflicht

In den sozialen Netzwerken kursieren seit Tagen Fotos von Beschäftigten, die vor der Klinik gegen eine Impfpflicht demonstrieren. Das war auch auf einem Banner auf dem zweiten Klinikparkplatz zu lesen. Die Versammlung vor der Klinik habe ohne das Wissen oder Zutun der Klinikleitung stattgefunden, so der Geschäftsführer. "Asklepios ist seit Beginn der Pandemie seiner gesellschaftlichen Verantwortung nachgekommen. Wir haben uns frühzeitig an der Bevölkerungsimpfung beteiligt und setzen beim Thema Impfen auf Information und Aufklärung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", sagt Johannes Biesold.

Er richtet aber auch klare Worte an die neue Bundesregierung. "Dass eine berufsbezogene Impfpflicht für Einrichtungen des Gesundheitswesens überhaupt diskutiert werden muss, ist nicht zuletzt die Folge einer politisch gemachten Verunsicherung der Bevölkerung über die Wirksamkeit und Risiken der Impfstoffe, die ihren Höhepunkt im zwischenzeitlichen Impfstopp für Astra Zeneca fand", sagt er.

Am Freitag wurde die berufsbezogene Impfpflicht für Gesundheitspersonal von Bundestag und Bundesrat beschlossen. Bis Mitte März müssen die Mitarbeitenden nun nachweisen, geimpft oder genesen zu sein. Eine Ausnahme gilt nur für diejenigen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.