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Aus für den Canalettomarkt in Pirna

Aufgrund der neuen Corona-Schutzverordnung kann der Pirnaer Weihnachtsmarkt nicht stattfinden. Bis zuletzt wurde gehofft.

Pirnas Canalettomarkt hat sich in diesem Jahr zerschlagen. Der Weihnachtsmarkt wurde jetzt aufgrund der aktuellen Corona-Schutzverordnung und der hohen Infektionszahlen im Landkreis abgesagt.
Pirnas Canalettomarkt hat sich in diesem Jahr zerschlagen. Der Weihnachtsmarkt wurde jetzt aufgrund der aktuellen Corona-Schutzverordnung und der hohen Infektionszahlen im Landkreis abgesagt. © Daniel Förster

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Jetzt ist sie gestorben. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung Pirna hat die Agentur Plan de Saxe am Freitag die Absage des Canalettomarktes aufgrund der neuen Corona-Schutzverordnung bekannt gegeben. "Nach langem Ringen um Alternativ-Varianten sehen die beauftragte Veranstaltungsagentur Plan de Sax GmbH und die Stadt Pirna keine Möglichkeit mehr, den diesjährigen Canalettomarkt durchzuführen", heißt es in der Presseerklärung. Die ursprüngliche Idee, den Markt mit aufgelockerten Verkaufsständen zu entzerren, hätte ebenfalls keine Aussicht auf eine Genehmigung durch die zuständige Gesundheitsbehörde gehabt.

OB ist enttäuscht, macht aber ein Versprechen

Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke äußert sich enttäuscht: „Wir haben bis zur letzten Minute alles versucht, weihnachtliches Markttreiben in den unterschiedlichsten Varianten durchzuführen. Die hohe Inzidenzzahl und die nun bekannten Regeln der neuen Verordnungen des Freistaates lassen uns keine andere Wahl mehr, als den diesjährigen Canalettomarkt abzusagen." Aber das Stadtoberhaupt möchte Weihnachten in Pirna nicht komplett ausfallen lassen. Der bereits geschmückte hohe Weihnachtsbaum vor dem Rathaus werde pünktlich zur Adventszeit in bunten Farben leuchten. Immerhin ein kleines Trostpflaster.

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Harter Schlag für die Händler

Mit zu den langjährigen Stammhändlern auf dem Canalettomarkt gehört Jan Lorenz. Er ist Inhaber des Miniaturparks "Die Kleine Sächsische Schweiz" in Dorf Wehlen und bietet seit 2016 unter anderem handgefertigte Sandsteinfiguren auf dem Pirnaer Weihnachtsmarkt an. "Damit bricht uns jetzt der letzte Absatzmarkt für unsere Weihnachtsprodukte weg", sagt der Unternehmer. Da bereits auch der Striezelmarkt in Dresden abgesagt wurde, auf dem Lorenz ebenso verkaufen wollte, bliebe ihm jetzt nur noch der Online-Handel und der Verkauf in seinem Geschäft in Dorf Wehlen. Er rechnet mit hohen Umsatzeinbußen im fünfstelligen Bereich. "Meine einzige Hoffnung ist jetzt, dass die angekündigten Hilfen vom Staat schnell und unbürokratisch fließen", sagt Lorenz. Bereits im Frühjahr 2020 hatte er Material eingekauft, seine Mitarbeiter hatten zahlreiche Arbeitsstunden in die Fertigung der Weihnachtspyramiden und Raucherhäuschen aus Sandstein investiert, um diese Produkte auf dem Weihnachtsmarkt an die Kunden zu bringen.

Agentur hat bis zuletzt gekämpft

Niedergeschlagen ist auch Holger Zastrow von der Veranstaltungsagentur Plan de Saxe GmbH. "Wir haben zusammen mit der Stadt Pirna bis zur letzten Minute gekämpft, sämtliche mögliche Maßnahmen und Alternativen geprüft und die Hoffnung trotz aller Hindernisse nie aufgegeben", sagt er. Doch die neuen Verordnungen von Bund und Land und das nun festgeschriebene endgültige Verbot von Weihnachtsmärkten machten zusammen mit dem aktuellen Inzidenzwert des Landkreises die Durchführung des Marktes unmöglich. "Auch abgespeckte Varianten gehen nicht mehr. Deshalb ziehen wir heute einen Schlussstrich", so Zastrow, der wohl wisse, was diese Absage für viele wirtschaftlich bedeutet.

Kulturgesellschaft: Entscheidung schafft Klarheit

Zwar bedauert die Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna (KTP) das Aus für den Canalettomarkt, dennoch wird die Entscheidung als richtig befunden. "Mit dem Entschluss wird nun Klarheit geschaffen für uns und alle Partner, mit denen wir zusammenarbeiten", sagt Karolina Manitz von der KTP. Ganz besonders schade sei, dass mit dem Wegfall des Marktes vor allem die Möglichkeit genommen wird, die beliebten Pirnaer Unikate zu präsentieren, so Manitz weiter. Die KTP arbeite jedoch aktuell bereits an einer Alternative, diese besonderen Geschenkartikel auch im TouristService Pirna und im Museumsshop des Stadtmuseums anzubieten. Sicher ist indes schon jetzt: Auch die geplante Schlossweihnacht in Graupa am 5. Dezember wird die KTP absagen müssen. "Wer einen Weihnachtsspaziergang plant, kann dennoch eine Runde durch den geöffneten Schlosshof mit seinem festlich geschmückten Weihnachtsbaum und durch den Schlosspark Graupa unternehmen", informiert die Mitarbeiterin.

Turmblasen fällt auch aus

Auch die Evangelische Kirchgemeinde Pirna hatte sich bisher immer mit eingebracht und zur Adventszeit Turmblasen von der Marienkirche organisiert, was auf dem Weihnachtsmarkt eine besonders feierliche Stimmung verbreitete. "Das Turmblasen fällt aktuell aus, ein Treffen der Musiker lässt die Corona-Verordnung nicht zu", sagt Pfarrer Cornelius Epperlein. Er nennt die Absage des Canalettomarktes bedauerlich, allerdings wenig überraschend. "Die Zahlen der Neuinfizierten sprechen für sich", so der Pfarrer am Freitagvormittag. Er hält es durchaus für möglich, dass es auch weitere Einschränkungen für die Gottesdienste im Landkreis geben wird.

Keine verkaufsoffenen Sonntage

Nicht nur der Canalettomarkt fällt der Corona-Pandemie zum Opfer. Nach Hinweis der Kommunalaufsicht dürfen auch die in Pirna ursprünglich geplanten verkaufsoffenen Sonntage am 6. und 20. Dezember nicht stattfinden. Diese Aktionstage waren an den Weihnachtsmarkt gekoppelt. Nachdem nun abgesagt wurde, fehlt die entsprechende Rechtsgrundlage, erklärt Stadtsprecher Thomas Gockel. Der geplatzte Canalettomarkt schafft jedoch Platz für den Wochenmarkt, der sonst hätte umziehen müssen. Der Pirnaer Wochenmarkt, der regelmäßig samstags und mittwochs frische Waren anbietet, findet nun auch im Dezember auf dem Obermarkt statt. Am Samstag, 26. Dezember, entfällt der Markt. In diesem Zusammenhang weist die Stadtverwaltung noch einmal auf die gültige Regelung in der Corona-Schutzverordnung zum Tragen des Mund- und Nasenschutzes hin.

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Jeden Samstag öffnen die Geschäfte in der Innenstadt bis 18 Uhr. Der Canaletto-Markt ist aber abgesagt worden.

"Das Citymanagement Pirna bedauert den Wegfall des Weihnachtsmarktes sehr, doch unter den gegebenen Umständen lag die Vermutung nahe", sagt Mitarbeiterin Dina Stiebing. Immerhin: Die Öffnungszeiten der Geschäfte an den Adventssamstagen werden bis 18 Uhr verlängert, um für die Kunden das Zeitfenster für die Weihnachtseinkäufe auszudehnen. Zusätzlich werde die Innenstadt in einen lebendigen Weihnachtskalender verzaubert, der in 24 Geschäften ein Überraschungsgeschenk des Pirna-Unikats bereithält. "Ein Stadtbummel lohnt sich daher definitiv. Die Händler haben wieder Weihnachtsbäume vor den Geschäften dekoriert. Wir machen das Beste aus der Situation", betont die Mitarbeiterin des Citymanagements.

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