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CDU-Chef fordert digitale Hilfe fürs Gesundheitsamt

Viele Bundesländer prüfen die Einführung von Handy-Apps im Kampf gegen Corona. Auch der Kreis Görlitz. Das geht Florian Oest nicht schnell genug.

So sieht die Luca-App im Google Play Store auf einem Android-Smartphone aus.
So sieht die Luca-App im Google Play Store auf einem Android-Smartphone aus. © dpa

Seit es Corona gibt, ist die Nachverfolgung von Kontakten Hauptaufgabe der Gesundheitsämter, um die Infektionsketten zu durchbrechen. Doch häufig genug können oder wollen sich Infizierte nicht daran erinnern, wo sie in den zurückliegenden Tagen waren. "Beim Großteil der Fälle ist der Infektionsort nicht bekannt", hieß es erst am Sonnabend im täglichen Situationsbericht des Robert-Koch-Instituts in Berlin.

Luca-App: Gelobt und kritisiert gleichermaßen

Doch wird die Kontaktermittlung gerade wichtig, wenn wieder mehr Möglichkeiten des öffentlichen Lebens zugelassen werden. Die Corona-Warn-App des Bundes kann aber aus Datenschutzgründen diese Aufgabe nicht übernehmen.

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Das schriftliche Hinterlassen der privaten Kontakte in Geschäften oder beim Friseur ist dagegen vielen lästig. Deswegen gibt es mittlerweile digitale Anwendungen, die die Corona-Kontakte erfassen. Die bekannteste ist die Luca-App, die der Chef des Berliner Musikclubs Weekend, Marcus Trojan, und der Gründer der IT-Sicherheitsfirma Nexenio, Patrick Hennig, im Spätsommer entwickelten.

Luca gibt Namen und Kontaktdaten der Nutzer an Gesundheitsämter weiter. Seit der Rapper Smudo sie in der Talkshow "Anne Will" zur besten Sonntagabend-Sendezeit in der ARD vorstellte, wollen auch viele Behörden diese oder andere Apps einsetzen. Nach Medienberichten setzen die Länder Bremen und Niedersachsen, Hamburg, Sachsen-Anhalt, das Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen, Brandenburg, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und zuletzt auch Bayern auf Luca. Zuletzt aber gab es Kritik von Datenschützern an der Luca-App: Sie sei schlampig programmiert und eine Datenschleuder.

Kreis prüft elektronische Systeme

Im Landkreis Görlitz prüft man gegenwärtig ebenso, welches elektronische System eingesetzt werden kann. Im Görlitzer Stadtrat erklärte jüngst Oberbürgermeister Octavian Ursu, dass "Luca" im Kreis Görlitz wohl nicht eingesetzt werden könnte. Problematisch gestalteten sich die elektronischen Schnittstellen zu den System im Kreis-Gesundheitsamt. Der Kreis geht so weit auf Anfrage der SZ nicht und erklärte nur: "Der Kreis Görlitz arbeitet gegenwärtig an einem Konzept für eine technische Lösung. Detailliertere Auskünfte sind jedoch noch nicht möglich".

Oest drängt auf lokale Lösung

Das reicht dem CDU-Kreischef und Bundestagskandidaten Florian Oest aus Görlitz nicht. Er drängt auf einen schnellen Einsatz einer Handy-App im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Sie soll das Vorlegen eines Schnelltestergebnisses aus einem Testzentrum und die Kontaktnachverfolgung durch das Gesundheitsamt erleichtern. Da die Corona-Warn-App des Bundes weder das Vertrauen der Menschen gewonnen noch die Gesundheitsämter entlastet hätte, müssten nach Auffassung von Oest nun langfristig lokale Lösungen gefunden werden. "Viele Landkreise haben sich deutschlandweit schon auf den Weg gemacht und den Einsatz der ,Luca-App' oder von ,sicher-offen' vorbereitet, um langfristig alle Wirtschaftsbereiche wieder öffnen zu können. Ich finde es wichtig, dass wir Kultur, Tourismus und Gastronomie in unserer Region jetzt eine Perspektive geben.“

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