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Chance auf Restdosen im Impfzentrum Kamenz?

Die Nachfrage nach Terminen ist weiter hoch, gleichzeitig wollen immer mehr den Termin für die zweite Impfung verschieben. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Eine Corona-Schutzimpfung möglichst noch vor dem Sommerurlaub: Der Ansturm auf die Impfzentren ist weiterhin groß.
Eine Corona-Schutzimpfung möglichst noch vor dem Sommerurlaub: Der Ansturm auf die Impfzentren ist weiterhin groß. © Symbolfoto: dpa-Zentralbild

Radeberg/Kamenz. Die Nachfrage an der Impfhotline des Freistaates ist unvermindert hoch. Angesichts der bevorstehenden Urlaubssaison ist der Druck, einen Termin im Impfzentrum des Landkreises zu bekommen, sogar noch gewachsen. Demgegenüber war in den vergangenen Tagen von ausbleibenden Impfstoff-Lieferungen die Rede. Was Impfwillige jetzt wissen müssen.

Hat das Impfzentrum Kamenz zuletzt weniger Impfdosen bekommen?

Das kann der Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes in Sachsen, Dr. Kai Kranich, nicht bestätigen. Das DRK betreibt die Impfzentren im Freistaat, auch die Einrichtung im Landkreis Bautzen in Kamenz. „Wir haben in Sachsen im Mai sogar etwas mehr Dosen bekommen als in den vergangenen Monaten, 600.000 Dosen. Das hat mit Sonder-Impfungen in besonders betroffenen Kreisen wie dem Erzgebirgskreis zu tun. Für Juni sind rund 490.000 Dosen angekündigt, das entspricht der Menge wie in den vorherigen Monaten.“

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Die Statistik für Kamenz zeigt, dass hier immer mehr Impfungen erfolgt sind. Nach seinen Angaben wurden im März rund 16.500 Impfungen vorgenommen, im April 20.300 und in diesem Monat waren es bis Donnerstag 22.100. „Wir haben im Zentrum in Kamenz über die Zeit die Abläufe optimiert. Außerdem haben wir natürlich mehr Dosen bekommen.“

Habe ich die Möglichkeit, mich mit einer Restdosis impfen zu lassen?

Die Chance, eine überschüssige Dosis zu ergattern, ist sehr gering, sagt der DRK-Sprecher. „Die Mitarbeiter in Kamenz versuchen schon über den gesamten Tag einzuschätzen, wie viele Dosen gebraucht werden, um am Abend kein geöffnetes Fläschchen mit im schlimmsten Fall fünf Dosen übrig zu haben, für die es keinen angemeldeten Interessenten gibt.“

Meist gelänge das sehr gut, so dass es kaum zu überschüssigen Dosen komme. Außerdem gebe es bereits eine lange Liste mit Impfwilligen, die in dem Fall kurzfristig benachrichtigt werden. „Die Chance, über diesen Weg an eine Impfung zu kommen, ist also minimal. Restdosen gibt es ja auch nur bei dem Biontech-Vakzin. Alle anderen Impfstoffe können eine Nacht im Kühlschrank gelagert werden.“

Was passiert, wenn ich den zweiten Impftermin nicht wahrnehmen kann?

Jeder, der an der Impfhotline einen Termin bekommen hat, ist heilfroh darüber. Oft wird dabei nicht geschaut, ob der Termin zur Nachimpfung ebenfalls wahrgenommen werden kann. In Kamenz und anderen Impfzentren kommt es zunehmend vor, dass sich Menschen melden, die ihren zweiten Termin verschieben wollen. Ein Riesenproblem.

„Wir haben in Kamenz und den anderen Zentren nicht das Personal, hier umzubuchen. Das ist ein extrem hoher Aufwand. Die Dosen, die wir bekommen, sind ja bereits eingetaktet, so dass zusätzlich niemand geimpft werden kann. Zudem geben die Hersteller ja auch enge Vorgaben, was ersten und zweiten Termin angeht.“

Nur in sehr dringenden Fällen könnten Ausnahmen gemacht werden, etwa bei einer Krankheit. „Oft werden die Termine aber nicht wahrgenommen, weil der Urlaub dazwischen kommt. Dann muss klar gesagt werden, derjenige muss entscheiden, was wichtiger ist, Urlaub oder voller Impfschutz.“

Kai Kranich richtet den dringenden Appell an alle Interessenten, sich an die angegebenen Impftermine zu halten und bei der Anmeldung zu schauen, ob der erste und auch der zweite Termin wahrgenommen werden kann.

Was passiert mit allen, die sich zum Impfen angemeldet haben, aber nicht berechtigt sind?

Fälle von Impf-Dränglern gibt es immer wieder. „Die Mitarbeiter in Kamenz kontrollieren jedoch vor der Impfung die Berechtigungen. Mitunter kommt es vor, dass sich beispielsweise Begleitpersonen impfen lassen wollen, aber keine Nachweise vorlegen können. Wir weisen sie dann darauf hin, dass keine Impfung möglich ist. Viele sehen das dann ein. Manche vergreifen sich aber auch im Ton. Das sind aber Einzelfälle.“

Wer ist derzeit berechtigt, sich im Zentrum zum Impftermin anzumelden?

Über die Impfhotline des Freistaates können sich derzeit alle anmelden, die zu den Priorisierungsgruppen 1 bis 3 gehören. Das sind Menschen über 60 Jahre, Patienten mit bestimmten Erkrankungen und Beschäftigte in Berufen mit besonderer Gefährdung, etwa Pfleger, Ärzte, Polizeibeamte oder auch Verkäufer im Lebensmittelhandel.

Werden im Kamenzer Impfzentrum künftig auch Kinder geimpft?

Ob Kinder ab zwölf Jahren demnächst auch in den Impfzentren geimpft werden, ist nach Angaben des DRK-Sprechers noch nicht abschließend geklärt. „Das müssen Verbände und die Politik entscheiden. Die Impfärzte brauchen hier klare Empfehlungen. Wir würden als DRK die organisatorischen Voraussetzungen schaffen.“

In der Planung ist auch, wie digitale Impfpässe künftig in den Impfzentren ausgestellt werden. „Es ist unklar, ob zusätzliches Personal oder zusätzliche Technik benötigt werden. Das ist aber lösbar. Komplizierter wird es eher, allen denjenigen einen digitalen Impfpass auszustellen, die schon geimpft wurden.“

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