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So funktioniert "Click & Meet" ab Montag in Sachsen

Einkaufen mit Termin: Ab Montag bieten das viele Geschäfte in Sachsen an. Wie es funktioniert und was Kunden jetzt wissen sollten.

Immer hübsch einzeln und geschützt – dann ist Shopping außerhalb der Lebensmittelläden wieder möglich. Foto: Imago Images
Immer hübsch einzeln und geschützt – dann ist Shopping außerhalb der Lebensmittelläden wieder möglich. Foto: Imago Images © www.imago-images.de

Mal wieder im Laden stehen, eine Hose vorm Spiegel anprobieren und eine Bluse in die Hand nehmen? Das geht bald wieder! Unter dem Namen "Click & Meet" soll ab Montag, den 8. März das Shoppen per Termin möglich sein. Wie es funktioniert und was das für die Händler bedeutet.

Wie funktioniert Click&Meet?

Das derzeitige Einkaufsmodell „Click & Collect“ wird ab Montag, den 8. März, um ein neues Konzept erweitert. Es heißt „Click & Meet“. Der Name erklärt, wie es funktioniert, denn tatsächlich dürfen sich Kunde und Verkäufer wieder im Geschäft treffen. „Click & Meet“ ist im Prinzip eine Weiterentwicklung des „Click & Collect“-Konzepts. Bisher konnten Kunden die Ware online oder telefonisch bestellen und die Produkte dann vor Ort abholen. Nun soll es wieder möglich sein, sich selbst im Geschäft umzusehen.

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Das geht aber nur mit Vorankündigung. Wer einen persönlichen Termin mit dem Laden seiner Wahl online oder telefonisch ausmacht, kann zum vereinbarten Zeitpunkt vorbeikommen. Dann darf der Kunde die passenden Schuhe anprobieren oder in der Umkleide die Hose seiner Wahl aussuchen. Die Einkaufsdauer kann individuell vom Geschäft festgelegt werden, muss aber begrenzt sein. Hauptsache ist: Die Kundenzahl wird nicht überschritten. Es gilt, ein Kunde oder eine Kundin pro 40 Quadratmeter.

Um die Infektionsketten nachzuvollziehen, müssen die Kontaktdaten im Geschäft hinterlegt werden. Die Maske muss beim Terminshopping getragen werden. Für Verkäufer gilt ab dem 15. März bei „persönlichem Kundenkontakt“ eine Testpflicht – damit weicht Sachsen von der Bund-Länder-Vereinbarung ab. Die Verkäufer müssen sich einmal wöchentlich testen lassen. Die Kosten der Schnelltests trägt der Arbeitgeber. Eine Testpflicht für die Kunden besteht nicht.

Wo ist das Einkaufsmodell möglich?

Während Buchhändler, Baumärkte und Floristen wieder normal öffnen dürfen, gilt für andere Einzelhändler das Einkaufsmodell „Click & Meet“. Dazu gehören Kleidungsgeschäfte, Spielwarenläden und Möbelmärkte. Auch Sportmärkte, Juweliere sowie Küchen- und Bettenfachgeschäfte zählen darunter. Sie dürfen ab kommenden Montag angemeldete Kunden ins Geschäft lassen. Vorausgesetzt, die 7-Tage-Inzidenz liegt seit fünf Tagen unter 100 Neuinfektionen pro 100.0000 Einwohner. Das gilt derzeit für fast alle sächsischen Landkreise.

Im Vogtlandkreis, im Erzgebirge und in Nordsachsen hat die 7-Tage-Marke aber die 100er-Grenze überschritten. Dort sind die Läden weiterhin nur online oder telefonisch erreichbar. Sinkt die Inzidenz in einer Region unter den Wert von 50, und bleibt seit Inkrafttreten der neuen Verordnung fünf Tage lang niedrig, kann der Einzelhandel mit Beschränkungen wieder öffnen.

Das Shoppen per Termin ist im Saarland und in Rheinland-Pfalz bereits seit einer Woche möglich. Um einen Kundentourismus zu verhindern, wollen die anderen Bundesländer nun nachziehen. Eine Notbremse hat sich die Regierung aber vorgehalten:

Steigt die 7-Tage-Inzidenz in einer Region an drei aufeinander folgenden Tagen auf über 100, treten die alten Regeln wieder in Kraft. Der Handelsverband Sachsen konnte noch keine Auskunft darüber geben, welche Läden in Sachsen das Terminshoppen ermöglichen werden.

Nützt es den Händlern?

Inwiefern „Click & Meet“ eine Verbesserung darstellt, ist umstritten. Während große Kaufhäuser pessimistisch bleiben, freuen sich viele kleine Läden über das neue Konzept: „Ich sehe darin eine absolute Verbesserung“, sagt Steffi Kosler. Die Filialleiterin betreibt das Modegeschäft „Atrium“ in Bautzen. „Wir haben schon viele Anfragen bekommen. Man merkt richtig, dass die Leute Lust aufs Shoppen haben. Sie wollen mal wieder was anderes als Lebensmittel und Drogerieartikel kaufen.“

Auch Stefan Wenzel vom Sportfachgeschäft „Görlitzer Muskelkater“ ist optimistisch: „Unser Laden ist aufgeräumt. Es kann losgehen.“ Natürlich fehle der Umsatz von Touristen und spontanen Einkaufsbummlern, die spezielle Beratung vor Ort sei aber so zumindest wieder möglich. Der sächsische Handelsverband hingegen ist vom Corona-Beschluss enttäuscht. Das Terminshopppen lohne sich nur für ausgewählte beratungsintensive Einzelhändler, sagt Geschäftsführer René Glaser.

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Das zeigt sich auch am Beispiel großer Kaufhäuser wie dem Dresdner Elbepark. „Viele Geschäfte haben damit mehr Kosten als Umsatz“, sagt Centermanager Gordon Knabe vom Elbepark. Das Modell sei zwar nett für die Psyche, aber rechne sich nicht. Dennoch sei er gespannt, wie hoch der Kundenansturm nächste Woche sein wird.

Jetzt braucht es also nur noch Mut: Denn wer traut sich, als VIP-Kunde im Laden zu stehen, keinen passenden Pullover zu finden und einfach zu gehen? Eine Pflicht zum Kaufen wurde übrigens nicht eingeführt.

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