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Über 20 neue Todesfälle in Mittelsachsen

Die Zahl der Todesfälle steigt am Dienstag sprunghaft auf 88 an. Ab 2021 kommt deutlich mehr Personal ins Gesundheitsamt.

Am Dienstag gibt es 197 neue Nachweise des Virus. Der Inzidenzwert ist auf unter 600 gesunken. Der Kreis belegt damit bundesweit Platz fünf.
Am Dienstag gibt es 197 neue Nachweise des Virus. Der Inzidenzwert ist auf unter 600 gesunken. Der Kreis belegt damit bundesweit Platz fünf. © dpa/Tom Weller (Symbolbild)

Mittelsachsen. Wie der Statistik des Landratsamtes am Dienstag zu entnehmen ist, haben 24 weitere Mittelsachsen in Verbindung mit einer Covid-19-Infektion ihr Leben verloren. Die Zahl der Todesfälle ist von Montag auf Dienstag sprunghaft von 64 auf 88 angestiegen.

Wie Peggy Hähnel, Pressereferentin am Landratsamt Mittelsachsen informierte, handelt es sich bei den Betroffenen um 18 Frauen zwischen 73 und 99 Jahren sowie sechs Männer zwischen 68 und 94 Jahren. Die Referentin wies noch einmal auf den zeitlichen Versatz bei der Erfassung der Todesfälle hin, der mitunter wenige Wochen betragen könne.

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"Grundsätzlich benötigen wir für die Erfassung der Fälle, den Totenschein. Der wird uns von den jeweiligen Gemeinden in Mittelsachsen zugestellt und dann vom Gesundheitsamt geprüft. Entscheidend für die Erfassung ist zudem ein nachgewiesen positiver PCR-Test. Ein positiver Schnelltest oder der Verdacht werden nicht bewertet", erklärte Hähnel. Erfasst würden zudem nur die Fälle, bei denen im Totenschein angeführt sei, dass Corona in der Kategorie „unmittelbar zum Tode führende Krankheiten“ eingetragen wurde.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Insgesamt vermeldet die Behörde am Dienstag 197 neue Nachweise des Virus im Landkreis. Die Gesamtzahl der Infektionen ist damit auf 8.800 gestiegen.

Im Bereich Döbeln wurden 35 neue Fälle erfasst (1.360), in der Region Freiberg 68 (4.286). Den größten Anstieg gab es im Raum Mittweida. Dort gab es 94 neue positive Testergebnisse (3.152). Der Inzidenzwert, der sich auf die Werte von Montag bezieht, ist auf 581,7 gesunken. Damit liegt der Landkreis bundesweit auf dem fünften Platz.

Immer mehr Patienten in Leisniger Klinik

Nahezu unverändert ist weiterhin die Lage in den mittelsächsischen Kliniken. Die Zahl derjenigen, die aufgrund einer Infektion mit dem Coronavirus stationär behandelt werden müssen, ist um vier auf 185 gesunken. Wie bereits am Montag sind 14 Betroffene auf eine Beatmung angewiesen.

Erneut stark gestiegen ist die Zahl der Corona-Patienten, die in der Leisniger Helios-Klinik behandelt werden. Waren es am Montag noch 27 Betroffene, so ist die Zahl am Dienstag laut dem Tagesbericht von Helios auf 44 gestiegen. Für fünf Erkrankte ist eine intensivmedizinische Behandlung notwendig.

Damit nähert sich nun auch die Helios-Klinik in Leisnig den Patientenzahlen, wie sie in der Vorwoche von den Einrichtungen in Mittweida, in der zu jener Zeit täglich über 50 Covid-19-Patienten behandelt worden sind, in Freiberg, täglich zwischen 40 und 60 Patienten, sowie in Döbeln, in der in der vergangenen Woche 46 Betroffene stationär aufgenommen waren, genannt worden waren.

Klinik legt Stationen zusammen

Derzeit seien alle plan- und verschiebbaren Eingriffe in der Klinik auf unbestimmte Zeit verschoben, informierte Stefan Möslein von der Unternehmenskommunikation. "Alle übrigen Maßnahmen und Eingriffe, die aus medizinischer Sicht unserer Ärzte keinen Aufschub erlauben, nehmen wir nach wie vor mit größter Sorgfalt vor."

Sollten die Klinik an ihre räumlichen oder personellen Kapazitätsgrenzen zur Behandlung von an Corona-erkrankten Patienten gelangen und temporär keine neuen Covid-19-erkrankten Patienten mehr aufnehmen können, dann sei es möglich, Patienten innerhalb des regionalen und überregionalen Netzwerkes zu verlegen, ergänzte Möslein.

"Durch die Zusammenlegung einzelner Stationen in unserer Klinik können wir die Personalsituation auf der Intensiv- und Isolierstation etwas entlasten", sagte der Helios-Sprecher. "Unsere Kolleginnen und Kollegen meistern die herausfordernde Situation mit einem enormen persönlichen Engagement. Dank dieses Zusammenhaltes und der Flexibilität jedes Einzelnen ist es uns gegenwärtig möglich, Personalausfälle ausgleichen und für unsere Patienten als wichtiger Grund- und Regelversorger in der Region da zu sein."

80 zusätzliche Mitarbeiter für das Gesundheitsamt

Im kommenden Jahr soll das Personal am Gesundheitsamt in Mittelsachsen deutlich aufgestockt werden. Darüber informierte Landrat Matthias Damm am Dienstag im Jahrespressegespräch.

Geplant sei, 80 Personen zusätzlich im nächsten Jahr hinzuzuziehen. Dies könne jedoch nur Schritt für Schritt erfolgen, da eine Einarbeitung notwendig sein und auch die technischen und räumlichen Voraussetzungen erst geschaffen werden müssten.

Ziel sei es, die Kräfte in der Kontaktnachverfolgung einzusetzen, um damit der Forderung des Freistaates nachzukommen, dass Kontaktpersonen von Infizierten innerhalb von 48 Stunden ermittelt werden.

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Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 22. Dezember, um 17.15 Uhr aktualisiert.

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