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Erst Corona-Abitur, dann Corona-Studium

Florian Merzdorf aus Pirna hat 2020 sein Abi gemacht. Der Start ins Studentenleben war nicht schwerer, doch anders als gedacht.

Vor einem Jahr noch Abiturienten in Pirna, jetzt Studenten in Leipzig: Florian Merzdorf und Josefine Güttler.
Vor einem Jahr noch Abiturienten in Pirna, jetzt Studenten in Leipzig: Florian Merzdorf und Josefine Güttler. © Daniel Schäfer

Eine Sorge hat sich nicht bestätigt. Dass das Abitur 2020 den Beigeschmack des Notabiturs hat. Florian Merzdorf gehörte zum ersten Corona-Abitur-Jahrgang. Der Pirnaer und seine Freundin studieren mittlerweile im ersten Semester Jura in Leipzig. Weil das schon im Mai 2020 klar war und sich zusammen die Kosten teilen können, fanden sie auch rasch eine Wohnung. Das war vor knapp einem Jahr noch eine der Ungewissheiten. Jetzt haben sie die ersten Klausuren geschrieben. Strafrecht, privates Recht. "Alles online", sagt Florian und hat - was die Ergebnisse betrifft - ein gutes Gefühl.

Studentenleben bleibt auf der Strecke

Vom Homeschooler zum Homestudent: Florian fühlt sich trotz der Einschränkungen als "richtiger" Studierender. Er hat viele Freiräume, kann sich das Lernen einteilen. Das Studium ist anspruchsvoll, aber zu meistern. Was fehlt, ist: in den Hörsaal gehen, sich austauschen, in Gruppen Themen diskutieren. Und klar, das, was man Studentenleben bezeichnet. Statt in einer Kneipe oder bei einem Konzert trifft man sich jetzt per Skype vorm Computer. Besser als nichts, aber es ersetzt eben nicht das Direkte. Das ist nicht nur bei Studenten so.

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Für Erstsemestler wie Florian machen die Umstände es grade besonders schwer, soziale Kontakte zu knüpfen. Wenn man in einer neuen Stadt einen neuen Lebensabschnitt beginnt, geht man eigentlich raus - dorthin, wo Leute sind und das Leben stattfindet. Florian und seine Freundin haben noch den Vorteil, dass sie zusammen sind, sich helfen, gegenseitig unterstützen. Andere sitzen irgendwo in ihren Studentenzimmern ganz allein. Sie alle hoffen, sich irgendwann im wirklichen Leben zu treffen und dann auch als Studenten leben zu können.

Florian nimmt sich neben dem Studium noch Zeit, einem Freund in Mathe, der jetzt vor dem Abitur steht, zu helfen. Dieses Jahr ist es wohl schwerer für die Abiturienten, sagt Florian. Weil es ein ganzes Corona-Schuljahr ist, weil irgendwann die Motivation fehlt und weil so viel allein zu Hause erarbeiten "echt kräftezehrend" ist. Florians kleine Schwester geht in die sechste Klasse. Da sieht Florian die Nachteile der Generation Homeschooling bei allem Bemühen von Eltern und Lehrern.

Nach dem Studium fragt keiner nach dem Abitur

Florian schreibt jetzt eine Hausarbeit zum Strafrecht. Bis 9. April muss sie fertig sein. Dann ist auch schon fast das erste Semester zu Ende. Obwohl die Hürden extrem hoch sind, könnte sich Florian eine Karriere als Richter vorstellen. Immerhin werden in den nächsten fünf bis zehn Jahren etwa 60 Prozent der Richter und Staatsanwälte in Rente gehen. Aber auch Fachanwalt wäre eine Option. Jura ist ein hartes Studium, doch es öffnet viele Türen und bietet zahlreiche Möglichkeiten. Wer sich bewährt und die Herausforderungen besteht, den fragt später keiner nach dem Abitur. Und wenn doch, könnten die erschwerten Corona-Bedingungen sogar "zugunsten des Angeklagten" ausgelegt werden.

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Florian geht bisher schnurstracks seinen Weg. Er wollte das Abitur und hat es geschafft. Er wollte Jura studieren und macht es jetzt. Corona hat seinen Weg zwar gekreuzt, ihn aber nicht davon abbringen lassen. Vor knapp einem Jahr wusste er manches noch nicht, wie es laufen wird, doch schon damals sagte Florian: "Ich denke, wir kriegen das hin."

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