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Kreis Bautzen: Ärger am Testmobil

Einmal pro Woche kann sich jeder kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Doch nicht überall klappt das reibungslos.

Thomas Schubert fährt mit dem Corona-Testmobil durch den Landkreis. Am Dienstag war er unter anderem in Großnaundorf.
Thomas Schubert fährt mit dem Corona-Testmobil durch den Landkreis. Am Dienstag war er unter anderem in Großnaundorf. © René Plaul

Kamenz. Einen negativen Corona-Schnelltest benötigt man derzeit bei vielen Gelegenheiten. So wird er beim Friseur und bei der Kosmetik verlangt, aber auch in Geschäften, die per Click & Meet öffnen dürfen. Aus diesem Grund gibt es auch im Landkreis Bautzen mittlerweile zahlreiche Teststellen. Auch mobile Testteams sind im Kreisgebiet unterwegs. Derzeit können Bürger 50 feste Standorte aufsuchen, außerdem ist das Mobil in 30 Orten zu bestimmten Zeiten unterwegs.

Doch das funktioniert offenbar nicht so, wie es sollte. Joachim Driesnack (Freie Wähler), der Bürgermeister von Laußnitz, berichtet aus eigenem Erleben: Er wollte sich am Mittwoch vergangener Woche testen lassen. Das Mobil steht an diesem einen Wochentag von 9.15 bis 10.15 Uhr auf dem Parkplatz am Gemeindeamt. Joachim Driesnack kam kurz nach zehn. „Bereits da sagte man mir, dass ich zu spät sei, schließlich müsse man eine viertel Stunde auf das Ergebnis warten“, erzählt er.

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Bürger hätten ihm erzählt, dass das Mobil erst gegen 9.30 Uhr da war. Da hatte sich schon eine lange Schlange gebildet. Einem Testwilligen, der auch erst nach 10 Uhr ans Mobil kam, sei gesagt worden, er könne ja dem Auto zum nächsten Standort hinterherfahren und dann dort sein Ergebnis erfahren. „Das hat er auch gemacht und noch die Ergebnisse für zwei andere Bürger mitgebracht. Aber wie ist es denn da mit dem Datenschutz?“, fragt Joachim Driesnack.

Abfrage-Code fürs Ergebnis funktionierte nicht

Ähnlich erging es einem Mann aus Steina, der sich am Donnerstag auf dem Kroneplatz testen lassen wollte. Auch er kam ziemlich spät - und sollte dem Mobil nach Elstra hinterherfahren oder sein Ergebnis im Internet abfragen. Dafür bekam er einen Abfrage-Code und einen QR-Code. Doch trotz mehrmaliger Versuche funktionierte beides nicht.

Im Landratsamt ist die Situation bekannt. „Diese Woche werden wir den Bedarf prüfen und gegebenenfalls das Angebot an einzelnen Stationen ausbauen. Dies kann durch zusätzliche Teams oder den Ausbau von stationären Testcentern erfolgen“, erklärt Mandy Noack von der Pressestelle des Landratsamtes.

Inzwischen sei auch schon auf vereinzelte Beschwerden reagiert worden, so in Wachau und Haselbachtal. Die Gemeinden Kubschütz und Großharthau hätten auch zusätzlichen Bedarf signalisiert. Das Landratsamt habe vor Ostern die Auslastung der Testmobile abgefragt. „Wir haben eine durchweg gute Resonanz erhalten, die jedoch keine Überlastung zeigte. Aktuell sehen wir jedoch einen steigenden Bedarf, den wir sicher bedienen werden“, sagt Mandy Noack.

Touren sollen dem Bedarf angepasst werden

Organisiert werden die Testmobile vom Caritasverband Oberlausitz. Dessen Geschäftsführer Andreas Oschika erklärt, dass die Kollegen in den Mobilen keine Möglichkeit hätten zu warten, da es ja zeitlich festgelegte Routen gibt. Er wisse, dass die gegenwärtige Situation nicht ideal sei, doch befinde man sich noch in einer Testphase. „Die Touren wurden anfangs mit heißer Nadel gestrickt, um erst einmal die Fläche abzudecken“, sagt er. Jetzt müsse man schauen, wie sich der Bedarf entwickle, um dann Anpassungen vorzunehmen. Das sei auf jeden Fall geplant.

Was die Übermittlung der Test-Ergebnisse angehe, arbeite man mit einer ganz neuen Software. „Außerdem ist das Internet im Landkreis nicht überall gleich gut. Manchmal haben die Mitarbeiter Schwierigkeiten, die Daten gleich einzulesen“, sagt Oschika. Derzeit werden über die Mobile bis zu 100 Leute am Tag getestet.

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