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Wirtschaft

Nur wenige Bußgelder gegen Airlines

Die zögerlichen Geld-Rückerstattungen für ausgefallene Flüge führten in diesem Jahr bislang zu keinen nennenswerten Bußgeldern.

Ein Ryanair-Flieger startet von Dresden nach Mallorca.
Ein Ryanair-Flieger startet von Dresden nach Mallorca. © Archivbild: Ronald Bonß

Berlin. Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) hat in diesem Jahr bislang in 84 Fällen Bußgelder gegen Fluggesellschaften verhängt, die Ticketkosten für coronabedingt stornierte Flüge nicht fristgerecht zurückgezahlt haben. Das teilte eine Sprecherin der Behörde dem "Handelsblatt" (Samstag) mit. Im gesamten Vorjahr waren es demnach 51 Bescheide. Dem Bericht zufolge machte das LBA keine Angaben zur Höhe der Bußgelder und zu den betroffenen Airlines.

Der tourismuspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Markus Tressel, kritisierte den Umgang mit der zögerlichen Erstattungspraxis der Fluggesellschaften. "Das Vorgehen des LBA ist dem Ausmaß des Problems in keiner Weise angemessen", sagte Tressel dem "Handelsblatt". Die Airlines müssten kaum Konsequenzen fürchten, während die Verbraucher auf ihren Kosten sitzenblieben. Die FDP-Verbraucherschutzpolitikerin Katharina Willkomm verwies auf personelle Grenzen bei der Behörde: "Wir können aber auch nicht wegen eines Jahrhundertereignisses wie Corona ein Heer von neuen Beamtenstellen schaffen."

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Angesichts Tausender gestrichener Flüge infolge der Corona-Krise registrierte das LBA eine Vielzahl von Verbraucherbeschwerden über Airlines. Allein in diesem Jahr waren es demnach 649 Beschwerden - davon 462 über Verstöße gegen die gesetzlich vorgeschriebene Frist von sieben Tagen für die Rückerstattung bei gestrichenen Flügen.

Die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) registrierte dem Bericht zufolge im ersten Quartal 2021 einen Anstieg der Beschwerden um rund 27 Prozent im Vorjahresvergleich. Über 70 Prozent der Schlichtungsanträge stünden im Zusammenhang mit Covid-19 und der Rückerstattung der Ticketkosten bei annullierten Flügen, sagte SÖP-Geschäftsführer Heinz Klewe dem "Handelsblatt". "Hatten die Verbraucher anfangs noch viel Verständnis, dass die Rückerstattung länger als die gesetzliche Frist von sieben Tagen dauerte, wich zunehmend ihr Verständnis großem Unmut."

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Ab dem zweiten Quartal 2021 geht die Zahl der Schlichtungsanträge laut Klewe allmählich zurück. In den Monaten April und Mai habe sich das Fallaufkommen im Vergleich zu den Vorjahresmonaten nahezu halbiert. Klewe wertete dies als "Zeichen, dass die Airlines das Problem der Rückzahlungen bald vollständig gelöst haben und die Verbraucher ihr Geld endlich zurückbekommen werden". (dpa)

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