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Kreis Meißen: 180 Einwohner wegen Corona im Krankenhaus

Die meisten Todesfälle gibt es in Riesa, vor Meißen und Radebeul. Die Inzidenz im Landkreis Meißen ist weiter angestiegen.

Von Ulf Mallek
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Mit Sorge blicken die Gastronomen und Händler auf ihr Weihnachtsgeschäft. Kommt auch in Sachsen - so wie in Mecklenburg-Vorpommern (Foto) und ab Mitte der Woche in Niedersachsen - die 2G+ Regel? Die Inzidenz im Landkreis Meißen erreicht am Montag 1.273
Mit Sorge blicken die Gastronomen und Händler auf ihr Weihnachtsgeschäft. Kommt auch in Sachsen - so wie in Mecklenburg-Vorpommern (Foto) und ab Mitte der Woche in Niedersachsen - die 2G+ Regel? Die Inzidenz im Landkreis Meißen erreicht am Montag 1.273 ©  Stefan Sauer/dpa

Meißen. Die Inzidenz steigt weiter, aber etwas langsamer. Das Robert-Koch-Institut berechnet am Montag für den Landkreis Meißen einen Sieben-Tage-Inzidenzwert von 1.273,9 (Vortag: 1.250,2). Weitere 318 positiv getestete Personen meldet das Landratsamt. Damit gibt es seit Beginn der Pandemie im Landkreis Meißen 30.133 positiv getestete Fälle, wobei gegenüber Sonntag ein Fall korrigiert wurde. 5.432 positiv getestete Personen befinden sich gegenwärtig in behördlich angeordneter Quarantäne, zudem 14 Kontaktpersonen.

Unabhängig vom Status der Quarantäne sind aktuell 180 Einwohner des Landkreises Meißen stationär aufgenommen. Davon werden 49 Personen auf der Intensivstation behandelt. Von den 180 hospitalisierten Personen sind 32 geimpft und 148 ungeimpft, bei den ITS-erfassten Personen sind sieben geimpft und 42 ungeimpft. Mit drei weiteren verstorbenen Personen erhöht sich die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 707.

Foto: Gesundheitsamt Meißen
Foto: Gesundheitsamt Meißen © Gesundheitsamt Meißen
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Die meisten aktiven Infektionen meldet das Gesundheitsamt jetzt für Riesa (690), das Radebeul (687) überholt hat. Dahinter folgen Großenhain (542) und Meißen (502). Am anderen Ende liegen Käbschütztal mit 52 aktiven Infektionen sowie Stauchitz (55) und Lommatzsch (55). Die meisten Sterbefälle seit Pandemiebeginn gab es in Riesa, wo laut Gesundheitsamt mittlerweile 128 Menschen an oder mit einer Corona-Infektion verstorben sind. Dahinter liegen Radebeul (108) und Meißen (97).

Impfstatus kein Kriterium für eine Triage

Wiederholt wurde zuletzt vorgeschlagen, den Impfstatus als Entscheidungskriterium für die Priorisierung bei knappen medizinischen Mitteln anzuwenden. Die Frustration über den Verzicht mancher Menschen auf eine wirksame Impfung sei zwar nachvollziehbar, doch die Fachgesellschaften der Notfallmediziner haben klargestellt, dass eine fehlende Impfung kein legitimes Kriterium für Triage-Entscheidungen darstellen kann. Die Hilfspflichten im Gesundheitswesen bestehen bei lebensbedrohlichen Erkrankungen unabhängig vom Auslöser beziehungsweise dem Verhalten des bedürftigen Patienten, heißt es in den aktualisierten Leitlinien.

Der Medizinethiker und Präsident der Akademie für Ethik in der Medizin, Prof. Georg Marckmann, ergänzt, dass Leistungsansprüche in unserem solidarischen Gesundheitssystem aus guten ethischen Gründen nicht von Kriterien wie "Selbstverschulden" oder "Eigenverantwortung" abhängig gemacht werden. Erstens sei im Einzelfall nicht hinreichend sicher nachzuweisen, dass die Erkrankung auf ein gesundheitsschädigendes Verhalten des Patienten zurückzuführen ist. Zweitens beruhe das Verhalten häufig nicht auf einer freien, selbstbestimmten und damit selbst zu verantwortenden Entscheidung. Drittens fehlen allgemein akzeptierte Standards. Dies gilt nicht nur für Übergewicht, Rauchen oder Risikosportarten, sondern auch für die Entscheidung zum Verzicht auf eine Sars-CoV-2-Impfung. Deshalb ist eine Priorisierung knapper akutmedizinischer Ressourcen nach dem Impfstatus nicht akzeptabel.

Die zweite wesentliche Änderung der Leitlinie zielt auf die klinisch-ethischen Grundlagen der Ressourcenverteilung angesichts des gestiegenen Bedarfs für Covid-19-Patienten. Zeichnet sich eine Ressourcenknappheit ab, sollten Krankenhäuser den Regelbetrieb einschränken, um damit Kapazitäten für die zunehmende Anzahl Schwerkranker mit Covid bereitstellen zu können. Hierzu sollten zunächst solche Behandlungen aufgeschoben werden, bei denen durch die zeitliche Verzögerung keine Verschlechterung der Prognose, keine irreversiblen Gesundheitsschädigungen oder gar der vorzeitige Tod zu erwarten sind.