merken
PLUS Meißen

Kreis Meißen: 23 Neuinfizierte übers Wochenende

Der Inzidenzwert ist am Sonntag aber leicht gesunken. Neue Corona-Studie: Frühzeitige Reisebeschränkungen helfen das Virus einzudämmen.

Polizisten an einer Kontrollstelle an der Grenze zu Österreich: Insbesondere die verpflichtende Quarantäne von Einreisenden hilft sehr, das Virus zu bekämpfen, so eine Berliner Studie. Die Corona-Situation im Landkreis Meißen ist noch ernst.
Polizisten an einer Kontrollstelle an der Grenze zu Österreich: Insbesondere die verpflichtende Quarantäne von Einreisenden hilft sehr, das Virus zu bekämpfen, so eine Berliner Studie. Die Corona-Situation im Landkreis Meißen ist noch ernst. © Foto: Sven Hoppe/dpa

Meißen. Das Virus ist auch am Wochenende nicht zu stoppen.  Im Landkreis Meißen gibt es am Sonntag insgesamt 466 positiv auf Sars-Cov-2 getestete Personen. Das sind sieben Personen mehr als gegenüber Samstag, meldet das Landratsamt.  Der Anstieg am Samstag betrug 16 Personen. 170 der bislang positiv getesteten Personen befinden sich aktuell in behördlich angeordneter Quarantäne. Für 334 Kontaktpersonen von positiven Fällen ist ebenfalls Quarantäne angeordnet. 

Der Inzidenzwert für den Landkreis Meißen liegt am Sonntag bei 37,3. Das ist etwas weniger als am Samstag (38,9). Unabhängig vom Status der Quarantäne sind aktuell 16 Personen stationär aufgenommen, vier davon werden auf der Intensivstation behandelt. 23 Personen sind insgesamt verstorben. 

Der Anstieg geht weiter.
Der Anstieg geht weiter. © Gesundheitsamt Meißen
Beide Kurven steigen an.
Beide Kurven steigen an. © Gesundheitsamt Meißen
Radebeul vorn, gefolgt von Coswig.
Radebeul vorn, gefolgt von Coswig. © Gesundheitsamt Meißen
Die mittlere Altersgruppe ist am stärksten betroffen.
Die mittlere Altersgruppe ist am stärksten betroffen. © Gesundheitsamt Meißen
Der Inzidenzwert ist gefallen, liegt aber  immer noch oberhalb der gelben Linie.
Der Inzidenzwert ist gefallen, liegt aber  immer noch oberhalb der gelben Linie. © Gesundheitsamt Meißen

Schlechte Nachricht für alle, die in den Herbstferien gern ins Ausland verreisen möchten: Frühzeitige Reisebeschränkungen können die Ausbreitung des Virus verlangsamen. Noch im Frühjahr waren die WHO, die EU und auch die Behörden in Deutschland der Annahme, dass sich das Virus durch Grenzschließungen nicht aufhalten lasse. „Diese Annahme war ein fataler Irrtum“, sagt der Berliner Sozialoge Ruud Koopmans und fordert: „Reisebeschränkungen sollte ein viel größeres Gewicht beigemessen werden. Das gilt  auch für ähnliche Pandemien in Zukunft.“

In seiner neuen Studie wendet er soziologische Theorien auf die Verbreitung von Covid-19 an und liefert eine Erklärung für die zum Teil erheblichen internationalen Mortalitätsunterschiede. Länder, die stark dem internationalen Reise- und Tourismusverkehr ausgesetzt sind – wie Frankreich, Italien und die USA – haben deutlich mehr Todesfälle in Folge von Covid-19 zu verzeichnen. Länder mit einem niedrigen Reiseverkehrsaufkommen sowie Inselstaaten haben dagegen wesentlich niedrigere Sterblichkeitsraten.

Mortalität (Sterberate) an Covid-19 der einzelnen Länder pro 100.000 Einwohner. (Stand: 30. Juni 2020).
Mortalität (Sterberate) an Covid-19 der einzelnen Länder pro 100.000 Einwohner. (Stand: 30. Juni 2020). © Wissenschaftszentrum Berlin

Die Studie untersucht die Wirkung von Einreiseverboten und Quarantänen für Reiserückkehrer auf die Zahl der Todesfälle durch Covid-19. Diese Maßnahmen waren umso wirksamer, je früher ein Land reagierte. Entscheidend war, dass Reisebeschränkungen zu einem Zeitpunkt erfolgten, als die lokale Verbreitung des Virus noch überschaubar war. 

Zu den Ländern, die frühzeitig Reisebeschränkungen einführten und dadurch die Todesfälle erheblich begrenzen konnten, gehören zum Beispiel Australien, Israel und Tschechien. Länder, die spät reagierten, sind etwa Großbritannien, Frankreich und Brasilien. Deutschland führte Reisebeschränkungen eher spät ein, allerdings nicht zu spät. 

Weiterführende Artikel

Corona: Ärztepräsident für Lockdown ab 20.000 Fällen

Corona: Ärztepräsident für Lockdown ab 20.000 Fällen

Bundesweit mehr als 11.000 Neuinfektionen, auch Spahns Ehemann positiv getestet, Dresden will Bundeswehr anfordern - unser Newsblog.

Herbstferien und Corona: Das müssen Sie jetzt wissen

Herbstferien und Corona: Das müssen Sie jetzt wissen

Risikogebiete, Beherbergungsverbot, Quarantäne: Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Urlaub in den Herbstferien.

Protestaufruf landet in Riesaer Briefkästen

Protestaufruf landet in Riesaer Briefkästen

Auf einem Flugblatt wird die Corona-Politik hinterfragt und eine Einladung ausgesprochen. Letztere hat offenbar auch die Behörden auf den Plan gerufen.

Werden wegen Corona die Krankenhausbetten knapp?

Werden wegen Corona die Krankenhausbetten knapp?

Noch müssen auf Intensivstationen in Sachsens Krankenhäusern wenige Corona-Patienten beatmet werden. Doch die Zahlen sind trügerisch.

Die Studie liefert ebenfalls Hinweise darauf, welche Art von Reisebeschränkungen den größten Effekt hatten. So erzielten Quarantänen für Einreisende mehr Wirkung als Einreiseverbote. 

Mehr lokale Nachrichten aus Meißen lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Radebeul lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Meißen