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Trotz Rückgangs: Meißen bleibt bundesweit Corona-Spitzenreiter

Die erste neue kommunale Impfstelle öffnet nächste Woche in Coswig. Im Krisenstab waren die zunehmenden öffentlichen Corona-Proteste ein Thema.

Von Ulf Mallek
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Testen und Impfen bleiben die großen Themen. Experten hoffen für den Landkreis Meißen auf eine Stabilisierung der Corona-Fallzahlen auf sehr hohem Niveau. Die Inzidenz ist am Donnerstag etwas gesunken: auf 2.514,9.
Testen und Impfen bleiben die großen Themen. Experten hoffen für den Landkreis Meißen auf eine Stabilisierung der Corona-Fallzahlen auf sehr hohem Niveau. Die Inzidenz ist am Donnerstag etwas gesunken: auf 2.514,9. © Federico Gambarini/dpa (Symbolfoto)

Meißen. Mit großem Abstand bleibt der Landkreis Meißen bundesweit an der Inzidenz-Spitze, trotz eines aktuellen Rückgangs. Das Robert-Koch-Institut meldet am Donnerstag einen Sieben-Tage-Inzidenzwert für den Landkreis Meißen von 2.514,9 (Vortag: 2.897,6). Gegenüber Mittwoch sind 572 weitere positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestete Personen hinzugekommen. Mit 14 korrigierten Fällen im Vergleich zum Vortag gibt es im Landkreis Meißen bislang 38.850 positiv getestete Fälle. Davon befinden sich 9.649 Personen in behördlich angeordneter Quarantäne.

Unabhängig vom Status der Quarantäne sind aktuell 202 Einwohner des Landkreises Meißen stationär aufgenommen. Von diesen sind 28 Personen geimpft und 174 ungeimpft. 59 der hospitalisierten Personen werden auf der Intensivstation behandelt, davon sind fünf geimpft und 54 ungeimpft. Mit fünf weiteren verstorbenen Personen erhöht sich die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 757.

Foto: Gesundheitsamt Meißen
Foto: Gesundheitsamt Meißen © Gesundheitsamt Meißen
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Die meisten aktiven Infektionen meldet das Gesundheitsamt für Riesa (1.121). Dahinter folgen Radebeul (1.105), Meißen (952) und Großenhain (823). Am anderen Ende liegen Hirschstein mit 85 aktiven Infektionen sowie Käbschütztal (101) und Diera-Zehren (104). Die meisten Sterbefälle seit Pandemiebeginn gab es in Riesa, wo laut Gesundheitsamt mittlerweile 137 Menschen an oder mit einer Corona-Infektion verstorben sind. Dahinter liegen Radebeul (111) und Meißen (99).

Zunehmend erkranken Jüngere an Corona

Im Krisenstab teilte das Gesundheitsamt am Donnerstag mit, dass die Nacherfassung von Fällen aus der zurückliegenden Zeit abgeschlossen ist. Die heutigen Zuwachszahlen zeigen damit die tatsächliche Corona-Situation im Landkreis Meißen. „Über 500 neue Fälle sind zwar nach wie vor hoch, aber ein leichter Rückgang ist zu beobachten“, so Gesundheitsamtsleiterin Simone Bertuleit. Die meisten Fälle sind in den Altersgruppen der 15- bis 34-Jährigen sowie der 35- bis 59-Jährigen zu erkennen. Bei den über 80-Jährigen ist eine Zunahme an Fällen zu verzeichnen.

Der Vorstand der Elblandkliniken Rainer Zugehör sagte: „Es ist eine Stagnation auf sehr hohem Niveau zu erkennen, die Situation in den Kliniken bleibt weiter angespannt.“ Die Elblandkliniken haben ihre Impfkapazitäten trotz der Belastung an allen Standorten erhöht. Immer wieder wird auch an Samstagen, wie zuletzt in Riesa und am kommenden Wochenende in Weinböhla, mit Sonderaktionen geimpft.

„Die erste kommunale Impfstelle des Landkreises Meißen wird Mitte kommender Woche in Coswig eröffnet“, so Ronald Voigt, Leiter des Amtes für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen. In kurzen Abständen werden dann Impfstellen in den anderen Großen Kreisstädten starten, so wie im Riesaer Riesenhügel. „Als größtes Problem hat sich die Beschaffung einer Software erwiesen, aber nunmehr haben wir eine Lösung gefunden“, sagte Ronald Voigt. Die Terminvergabe für die kommunalen Impfstellen wird über das zentrale Buchungsportal des DRK erfolgen. Die Öffnungszeiten werden anfangs noch kurzfristig bekannt gegeben und flexibel gestaltet sein, je nach Kapazität des medizinischen Personals.

Weitere Themen im Krisenstab waren die Zahl der zunehmenden montäglichen Protest-Spaziergänge, die gemeinsamen Kontrollen von Polizei und Landratsamt sowie die Schülerbeförderung. Dabei informierte der Zweite Beigeordnete Andreas Herr, dass auch geschlossene Schulen von den Bussen mitunter aus logistischen Gründen angefahren werden.