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Meißen: So tief war die Inzidenz noch nie

Gegenüber dem Vortag gab es im Landkreis Meißen fünf neue Corona-Fälle. Forscher wissen jetzt, weshalb es in Pflegeheimen trotz Impfung zu Ausbrüchen kommt.

Bereits eine Woche nach der zweiten Impfung wirkt Biontech zu mehr als 90 Prozent. Allerdings ist die Wirkung bei Älteren etwas eingeschränkt und verzögert. Im Landkreis Meißen gab es auch Fälle von Corona-Ausbrüchen in Pflegeheimen trotz Impfung.
Bereits eine Woche nach der zweiten Impfung wirkt Biontech zu mehr als 90 Prozent. Allerdings ist die Wirkung bei Älteren etwas eingeschränkt und verzögert. Im Landkreis Meißen gab es auch Fälle von Corona-Ausbrüchen in Pflegeheimen trotz Impfung. © Fabian Sommer/dpa

Meißen. Ein neuer Inzidenz-Tiefstwert für das Jahr 2021. Die Sieben-Tage-Inzidenz des Robert-Koch-Instituts für den Landkreis Meißen beträgt 16,1 (Vortag: 21,5). Gegenüber dem Vortag sind fünf positiv getestete Personen hinzugekommen. Der Tageszuwachs am Mittwoch betrug 17 neue Corona-Fälle, am Donnerstag voriger Woche waren es 16.

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Im Landkreis Meißen gibt es insgesamt17.280 positiv auf das Coronavirus getestete Personen. Davon befinden sich aktuell 103 Personen in behördlich angeordneter Quarantäne. Es sind zudem 108 Kontaktpersonen von positiven Fällen in behördlich angeordneter Quarantäne. Unabhängig vom Status der Quarantäne sind aktuell 30 Einwohner des Landkreises Meißen stationär aufgenommen. Davon werden vier auf der Intensivstation behandelt. Unverändert zum Vortag sind bislang 594 Personen verstorben.

© Gesundheitsamt Meißen
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Die meisten der aktuell 103 (Vortag: 128) aktiven Infizierten gibt es laut Landratsamt jetzt in Meißen (18), es folgen Riesa (12), Coswig (9), Gröditz (8), und Klipphausen (6). Keine Fälle gibt es mehr in Moritzburg und Schönfeld/Lampertswalde.

Die höchsten Inzidenzwerte haben Gröditz (86), Diera-Zehren (61,7) und Strehla (53,7). Meißen liegt bei 31,8, Coswig bei 28,9, Riesa bei 20,2, Radebeul bei 14,8 und Großenhain nur bei 5,5. Fünf Gemeinden haben sogar eine Inzidenz von null: Hirschstein, Lommatzsch, Moritzburg, Schönfeld/Lampertswalde und Ebersbach. (Stand 9. Juni)

Dritte Impfung für Ältere nötig

Antwort auf die Frage, wie es zu dem Corona-Ausbruch im Coswiger Pflegeheim Mitte April trotz Impfung kam, haben Forscher der Charité Berlin gefunden. Sieben von 47 Mitarbeitern sowie 13 von 21 Bewohnern des Heimes im Spitzgrund sind damals trotz Corona-Schutzimpfung mit Biontech positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ähnliche Impfdurchbrüche gab es auch in anderen Heimen wie in Gröditz. Meißens Landrat Ralf Hänsel sagte damals, es könne damit zusammenhängen, dass die Immunabwehr bei älteren Menschen schwächer ist. Die Antikörper waren vielleicht noch nicht richtig aufgebaut.

Offensichtlich ist der Landrat auf der richtigen Spur. Die Ergebnisse der Berliner Forschungen belegen die Wirksamkeit der Impfung, deuten aber auch auf eine verzögerte und leicht reduzierte Immunantwort bei Älteren hin. „Unsere Studie zeigt, dass bei älteren Menschen die Immunantwort nach der Impfung deutlich verzögert ist und nicht das Niveau von Jungen erreicht“, so Impfstoffforscher Prof. Dr. Leif Erik Sander. Insgesamt seien die Infektionszahlen in den Pflegeheimen seit Beginn der Impfkampagne dramatisch gesunken. Aber es gebe einzelne Ausbrüche, und dann scheinen ältere Menschen empfänglicher zu sein. Insbesondere die Impfung des pflegerischen Personals sowie der Besucher sei immens wichtig, um Ausbrüche in Pflegeheimen zu verhindern. Mittelfristig komme sicherlich auch eine weitere Auffrischimpfung für ältere Menschen infrage, um deren Impfschutz zu verbessern.

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