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Bei Anruf Corona-Betrug

Die Gauner am Telefon nutzen immer die Angst der Menschen aus. Sie machen dabei auch vor der Krankheit nicht halt. Doch man kann sich wehren.

Ein Anruf: Viele ältere Leute freuen sich darüber. Doch das nutzen auch in der Corona-Zeit Betrüger schamlos aus.
Ein Anruf: Viele ältere Leute freuen sich darüber. Doch das nutzen auch in der Corona-Zeit Betrüger schamlos aus. © dpa-tmn

Enkeltrick war gestern, jetzt haben die Telefon-Betrüger Corona für sich entdeckt. Statt vornehmlich ältere Menschen mit einem Hilferuf des angeblichen Enkels um ihr Geld zu bringen, wird nun Corona ins Feld geführt. Wahlweise geben sich die Verbrecher als Gesundheitsamt oder als Angehörige aus, die dringend Geld für die Behandlung eines kranken Familienmitgliedes brauchen. Es gilt, wie beim Enkeltrick, nicht darauf einzugehen und am besten schnell wieder aufzulegen. Auch dann, wenn einem ein Anruf im Zusammenhang mit Corona erst einmal einen gehörigen Schrecken einjagt. Doch gerade deshalb ist es wichtig, nichts voreilig zu tun.

Vier Gründe, wenn wirklich das Gesundheitsamt anruft

Wie aber einen richtigen von einem fingierten Anruf des Gesundheitsamtes unterscheiden? Den ersten Hinweis gibt die Telefonnummer. Das Gesundheitsamt und das Landratsamt rufen ausschließlich über die Telefonnummer 03501/515-XXXX - die letzten vier Ziffern sind die jeweilige Nummer des Bearbeiters bzw. des Bereiches im Landratsamt. Diese Telefonnummer wird bei Anrufen vom Landratsamt automatisch als Rufnummer mit angezeigt und kann auch zurückgerufen werden, wenngleich das unter Umständen etwas Geduld erfordert.

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Wenn das Gesundheitsamt anruft, dann kann das vier Gründe haben.

  • Die Anordnung von Quarantäne.
  • Die Information über Ergebnisse von Proben bzw. Tests.
  • Die Abstimmung der bzw. die Einladung zur Beprobung.
  • Die Kontaktnachverfolgung.

Nie erfragen Mitarbeiter des Gesundheitsamts Bankdaten oder Krankenkassendaten wie zum Beispiel die Chipkarten- oder Versichertennummer am Telefon. Ebenso werden am Telefon keine finanziellen Forderungen gestellt.

Wann sollte man skeptisch werden, was tun und was vermeiden?

  • Keine Behörde oder Bank, weder das Gesundheitsamt noch die Sparkasse, fordern am Telefon irgendwelche Gelder, TAN (Transaktionsnummern) oder Sicherheitsabfragen.
  • Im Zweifelsfall bei der Einrichtung oder den angeblichen Verwandten zurückrufen.
  • Keinen dubiosen Geldübergaben nachkommen.
  • Für die Behandlung von Corona-Patienten fordert niemand Geld von Angehörigen.
  • Bei tatsächlichem Verstoß gegen die Corona-Schutzverordnung wird man nicht am Telefon zur Zahlung von Geld aufgefordert.
  • Fälle dubioser Anrufer der Polizei mitteilen. So können andere gewarnt werden.

Schon im Frühjahr hatten Gauner versucht, aus der Corona-Pandemie ihren Nutzen zu ziehen. Polizeilich gemeldet wurden damals zwei Fälle. Einmal hielten Unbekannte, die sich als zivile Polizisten ausgaben, in Bannewitz einen Pkw an. Sie forderten vom Fahrer 150 Euro, weil er angeblich gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen habe. Der Mann zahlte nicht und die Täter flohen.

Keine Bank verlangt eine TAN per E-Mail

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Im zweiten Fall hatte ein Pirnaer eine angebliche E-Mail der Sparkasse erhalten, in der ihm mitgeteilt wurde, dass wegen der Corona-Pandemie das Online-Banking umgestellt werden müsse. Dazu sollte er eine TAN angeben, was er bedauerlicherweise auch tat. Danach stellte er fest, dass 800 Euro vom Konto fehlten. Ein Anruf bei der Sparkasse brachte die Wahrheit: Der Mann war Betrügern zum Opfer gefallen. Anlass für Banken und Polizei, noch einmal und immer wieder darauf hinzuweisen: Es gibt keinen einzigen Grund, solch sensible Daten wie eine TAN irgendjemandem, auf welchem Weg auch immer, mitzuteilen.

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